Gestern auf dem Sportplatz - Vorsicht, das ist keine Satire, sondern wirklich so geschehen.

  • Gestern auf dem Fußballplatz!
    Meine beiden Jungs hatten gestern ein Fußballspiel ("C" Jugend) gegen den Nachbarort. Also ein Lokalderby. Unmittelbar hinter dem einen Tor des Hartplatzes, der Rasenplatz war wegen Düngung gesperrt, ist der örtliche Schützenverein. Normalerweise alles kein Thema (für mich sowieso nicht), da Samstags i.d.Regel kein Schießbetrieb ist.


    Aber nach ca. 15 bis 20 Minuten Spielbetrieb waren ein paar leichte KK Geräusche zu vernehmen. Einige der anwesenden Eltern hatten schon gehofft, dass kein Schießbetrieb stattfindet, weil es gerade die Torleute stark ablenkt. Genau diese Eltern gehen dann meist in der SV und bitten darum, den Schießbetrieb einzustellen, bin das Spiel beendet ist. Um keine weiteren Spannungen zuzulassen, bin ich in den Verein gegangen und fand einen älteren Herrn in Unterhose vor, der gerade dabei war seine Ritterrüstung anzulegen.
    Ich bat ihn darum, ob es möglich wäre, den Schießbetrieb bis zum Ende des Spiels einzustellen, damit es eben keinen Streß mit den Eltern da draußen gibt. In einem Atemzug habe ich auch als Schütze zu erkennen gegeben und gesagt, dass es mir selber egal ist. Von mir aus sollten sie die Feuerrate erhöhen, aber es gibt es auch Leute da draußen die sich ein wenig peckiert verhalten würden.
    Der ältere Herr, der dann von einer Dame mittleren Alters unterstützt wurde, lehnte ab, und fragte, zu Recht aus meiner Sicht, auf wen dei noch alles Rücksicht nehmen sollen? Sie müssen schon den Schießbetrieb einstellen, wenn neben an die Aerobikgruppe tanzt. Auch mussten sie schon wegen Kirche und so, den Schießbetrieb vom Toten Sonntag, auf den Samstag vorverlegen. Außerdem spiele es keine Rolle, ob geschossen wird, oder ob vom Spielfeldrand die Zuschauer laut ins Spiel reinbrüllen. Dem stimmte ich weitgehend zu.
    Ich bedankte mich für das Gespräch, wünschte noch gut Schuss und ging mit einem breiten Grinsen im Gesicht raus.
    Just in diesem Moment wurde die erste Halbzeit abgepfiffen.


    Kurz nachdem die zweite Halbzeit wieder angepfiffen wurde, ich glaube die Schützen waren ein wenig angefressen, dass wiedermal darum gebeten wurde, Rücksicht auf andere nehmen zu müssen, fingen die GK Schützen an. Sie waren alle in der Wettkampfvorbereitung. Ungefähr nach dem fünften GK Schuss kam eine Mutter, aus unserer Mannschaft, mit empörten Blick auf mich zu, lief an mir vorbei und wollte direkt zum Schützenverein gehen. Ich rief sie zurück und sagte, dass ich bereits in der ersten Halbzeit drin war und die Schützen es ablehnten die Feuerrate zu erhöhen...;-)
    Sie schaute mich etwas irritiert an und ich sagte ihr, dass das ein Scherz war. Aber die Schützen sind in der Wettkampfvorbereitung und ihnen steht genauso die Trainingszeit zu, wie allen anderen Sportlern auch. Dann ging es los. Sie versteht nicht warum das als Sport durchgeht und so. Die üblichen Sprüche halt.
    Ich sagte nur, das ist genauso ein Sport, wie jeder andere auch. Auch ist er weniger Gefährlich, als z.B. Fußball. Erneut sah sie mich irritiert an. Als dann ein älterer Herr, der Opa unseren Tormädels dürfte es gewesen sein, ergriff sofort meine Partei und wir beide finden an den Schützensport zu verteidigen. Irgendwann war der Mutter zu doof und sie zog weiter.


    Der ältere Herr und ich frotzelten ein wenig. Auch seine Frau spielte da hervorragend mit. Er sagte noch, die Schützen müssen gerade mit dem Duelltraining begonnen haben, da die Feuerrate ernorm gestiegen war, so klang das damals in Stalingrad. Als ihn ansah, konnte ich mir das Lachen schon nicht mehr verkneifen, so wie er mich grinend ansah.


    Prompt kam die nächste Mutter auf neben mich und meinte, das geballer geht ihr auf den Zeuger. Ich sagte nur, dass schon drin war und darum gebeten hatte, die Feuerrate zu erhöhen, mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht, versteht sich. Tatsächlich aber, hat sich unser Tormädel schon ein wenig darüber beschwert, weil das Schießen sie stark abgelenkt hat. Als dann die Trainer der Gegenmannschaft anfingen laut zu rufen, dass das Geballer ihnen auf den Zeiger geht, wurde mein Grunsen noch breiter. Ziel erreicht, sage ich nur. Der Gegen wird langsam frustriert. Kommen nach großen Sprüchen über Facebook untereinander und so, nicht zu stich. Müssen auf einem Hartplatz spielen, was sie nicht gewohnt sind, da sie nur Kunstrasen und einen Rasenplatz haben, neben dran wird scharf geschossen und dann gehen wir mit einem schönen Distanzschuß in die 1:0 Führung, die wir bis Spielende halten können und damit das Lokalderby gewonnen haben.


    Alles in Allem ein gelunger Samstag Nachmittag mit reichlich Musik in meinen Ohren.

  • Aber Anwohner sollen/müssen den Lärm vom Sportspatz ertragen? Bigotterie vom feinsten


    BBF

  • Auf das es nur ja KEINE Toleranz mehr unter den Sportlern gibt. Es ist ja schon zu einer deutschen Gewohnheit geworden sich ständig über alles zu beschweren. Die, die am lautesten protestieren, das sind doch diejenigen, die selbst gegen Regeln verstoßen.


    Diese "Übermütter" sind für mich alles kleingeistige Geschöpfe. Sorry, aber nur weil die Kleinen "glänzen" müssen, dürfen andere keinen Mucks mehr machen? Dabei sind die kleinen Sportler viel duldsamer als von den Eltern erwünscht.

    Ohne Mut zur Niederlage - keine Sternstunde.

  • @ BBF,


    da sind keine direkten Anwohner, also von daher kein Thema.


    Ich bin ja bewußt selber rein gegangen, damit es eben keinen Streß gibt.
    Habe ja noch mit den beiden Schützen da drin rumgeflaxt.....;-)

  • Ich bin echt immer wieder von euren Erzählungen erstaunt, auch wenn du das dieses Mal richtig gut gelöst hast.


    Bei uns ists auch so: Neben den 100 Meter Ständen ist der Fußballplatz und der Platz der Hundesportfreunde. Mit Fußballern hatten wir noch NIE Probleme wegen der Geräuschkulisse. Wir hören die Zuschauer jubeln und die hören uns schießen. Da gabs noch nie ein Problem.
    Mit dem Hundeverein muss man sich arrangieren. Sie sind nicht begeistert, wenn wir schießen, da das für die Hunde nicht so angenehm ist. Aber dafür sind ihre Hunde jetzt schussfest. So gibts auch fast keine Probleme mehr. Haben sie ein richtig großes internationales Turnier (höchstens 1-2 mal im Jahr) und fragen uns rechtzeitig, dann schauen wir auch (wenn möglich, wenn bei uns kein Wettbewerb ist), dass wir an diesem Tag mal "Ruhe" geben.


    Also alles wirklich kein Problem bei uns.


    Dan More: Gut gemacht!! ;-)

    Mit bestem Schützengruß aus Niederbayern

    dingo

  • Ich konnte es mir einfach nicht verkneifen und hatte einfach einen riesenspaß dabei.


    Das ganze ist auch normalerweise kein Problem. Nur mittlerweile kommen andauernd welche zu den Schützen und wollen, dass die ihren Schießbetrieb einstellen, was mittlerweile ich die Schütze, verständlicherweise, nervt.


    Ich bin aber am Überlegen, beim Usinger Schützenverein anzurufen und am Tag des Rückspiels um ordentliche Feuerraten zu bitten..... :D

  • Ich bin aber am Überlegen, beim Usinger Schützenverein anzurufen und am Tag des Rückspiels um ordentliche Feuerraten zu bitten..... :D


    Gute Idee, und bitte nur mit Elefantenbüchsen!! Die genehmigte Joule-Stärke sollte ausgenutzt werden!! ;)

    Mit bestem Schützengruß aus Niederbayern

    dingo

  • das lässt sich bestimmt machen. Oder ich bitte meinen stellvertretenden SLG Leiter mit seinem Garand dort einzulaufen. Das Teil macht genüg rabatz....;-)

  • Wow, aber Fußball ist generell ein hartes Pflaster.

    Gerhard Seemüller


    „Great minds discuss ideas;

    average minds discuss events;

    small minds discuss people.“