Schützenfest

  • Hallo,


    wie läuft bei euch ein Schützenfest ( z. B. 100 Jähriges Vereinsbestehen ) normalerweise ab.


    Bei uns im Gau üblicherweise so:


    Freitag: Rockparty ( wenig Ausgaben, meist DJ vom Ort, Anlage kann man sich ausleihen) Jugendliche kommen immer, da billiger wie Disco


    Samstag: Vereinsabend, Empfang des Patenvereins etc. Bieranstich, Festabend meist mit Ehrungen und Unterhaltungsprogramm für die mittlere bis ältere Generation.


    Sonntag: 6 Uhr Weckruf, ab 8 Uhr Weisswurstfrühstück ( Tradition in Bayern), 10 Uhr Festgottesdienst, anschließend Mittagessen und Ansprachen ( Schützenamt, Ehrengäste und Politik) um 14 Uhr dann Festumzug in der Ortschaft mit anschließendem Fahnen und Königseinzug der regelrecht zelebriert wird bis zum Höhepunkt, wenn dann der Jubelverein einzieht. Da bebt dann das Zelt.


    Anschließend ist dann noch gemütlicher Festausklang oder aber abends noch eine Modenschau oder es kommt noch eine Partyband.


    Wir als Verein besuchen solche Feste in der Regel Sonntags. Abfahrt zuhause ist dann 8 Uhr so das man ab ca. halb neun Uhr am Fest ist und verlassen es dann so gegen 4 Uhr oder etwas später wieder. Manchmal besuchen wir diese Feste auch Samstag abends, je nach Programm und Terminschwierigkeiten.


    Normalerweise kommen zu solchen Festen 50 Vereine oder mehr.


    Freue mich nun über eure Erfahrungen und Berichte.


    Gruß


    Batzi71 :thumbsup:

  • Bei uns in Bremerhaven ist das Marschieren leider aus. Von unseren 15 Schützenvereinen haben wir noch einen mit der Tradition von 148 Jahren die noch jedes Jahr marschieren und ihre Majestäten abholen. Wir restlichen Vereine sind zum Teil finanziell oder aus anderen Gründen nicht mehr dazu in der Lage. Der oben genannte Verein zieht das jedes Jahr toll auf, mit Senioren Nachmittag, Vogelschießen für Jedermann, eigenes Vogellschießen und Ball.


    Wenn ich von unserem Verein berichten soll, wir haben unsere Veranstaltungen geteilt, im Mai haben wir unser Preis und Pokalschießen über drei Tage. Am letzten Tag ist auch ein Jedermannschießen für Gemeinschaften die sich aus Berufen, Haus und Straßengemeinschaften und andere Vereine zusammensetzen. Dieses Jahr hatten wir eine Blaskapelle die ein Platzkonzert gab von 2 Std. Eine Überraschung bereitete uns ein Schützenbruder der eine original nachgebaute Gebirgshaubitze wie es sie vor 100 Jahren gab organisierte und zur Einleitung des Konzerts Salut schoß.


    Im September schießen wir auf den Vogel unsere Königin und König aus, zum ersten mal KK auf 25 m, vorherige Jahre stets LG 10m. Eine Woche später haben wir unseren Ball, wo die alten Majestäten abtrteten und die neuen Majestäten gekrönt werden.Was einmalig in unserer Region ist, neue Mitglieder werden getauft und im Kreis der Schützen aufgenommen. Am nächsten Morgen gibt es das Katerfrühstück. Somit ist dann wieder ein Jahr Ruhe. Dann gibt es noch das Schweineschießen aber dazu ein anderes Mal mehr.



    Kogge

  • Hallo,

    das Vereinsjubiläum wird bei uns in der Regel alle 25 Jahre gefeiert.


    Das Königsschießen ist bei uns im Verein am Josefstag, sprich den 19. März. Da gibt es eine Messe für die Verstorbenen und danach gehts zum Königsschießen, 10 m LG. König ist der den schönsten Zehner ( Plattl ) schießt. Er hat die Ehre 1 Jahr die Königskette zu präsentieren die er gleich überreicht bekommt.
    Der Gau organisiert jedes Jahr Ende Januar einen Gauschützenball, wo die ganzen Könige vom Gau einziehen mit einer riesen Polonaise. Unser Verein selber hat keinen Ball.
    Am Josefstag werden auch die Vereinsmeister bekannt gegeben. Die Schützen schießen diesen im Zeitraum vom Martinstag ( 11. November, Kirchweihtag bei uns im Ort ) bis zum Josefstag aus.



    Bruß


    Batzi71

  • Hallo,
    unser Schützenfest läuft wie folgt ab:


    Donnerstag : Ehrungen und Bierprobe (also Freitag schon mal Urlaub nehmen)


    Freitag: Musikalischer Abend diesmal mit den Paldauern


    Samstag:
    Antreten des Batallions um 15:15 zum großen Zapfenstreich.
    Dann wird der Oberst abgeholt und es gibt die erste Verpflegung.
    Danach werden König,Kronprinz und Bierkönig abgeholt und es gibt wieder Verpflegung.
    Um 18:00h geht es weiter zur Kranzniederlegung und danach ist der Große Zapfenstreich.
    So gegen 19:30 geht es zum Festplatz.
    Ab 21:00 spielt dann eine Band.
    So gegen 03:00h ist dann Feierabend für mich.sleeping.png


    Sonntag:
    Um 10:00h beginn des Preisschießens bis 12:00h
    11:00 Platzkonzert


    Antreten und Empfang der Gastvereine ist um 14:15h
    Dann marschieren wir durch den Ort.
    Am Amtsgebäude folgt der Festakt und danach geht es zum Festplatz.
    Um 19:00 h ist das Preisschießen zu Ende,danach folgt die Preisverleihung.
    Die Auswertung erfolgt zeitnah nach dem letzten Schuß.Da wir eine Meyton Anlage haben geht das recht zügig .
    So gegen 21:00h bin ich dann zu Haus.sleeping.png


    Montag:
    Antreten ist dieses Jahr zum ersten Mal um 08:00h,war sonst um 07:00h.
    Dann geht es zum Festplatz.
    Da gibt es Frühstück und die Ehrengäste werden begrüßt.
    Danach haben unsere Pfarrer das Wort.
    Um 10:00h beginnt das Königsschießen.
    Im Festzelt gibt es Musik ,Unterhaltung und Showprogramme.
    13:00h Ende des Königsschießens.
    Um 14:30 Königsproklamation.
    So gegen 15:30 bin ich dann zu Haus,so ein bischen ausruhen.sleeping.png
    Um 19:00h wird wieder angetreten und mit dem neuen Königshaus zum Festplatz marschiert.
    Dann ist wieder Schützenball.
    Das Ende ist offen,aber meistens ist hell wenn ich heim gehe.sleeping.png


    So das war ein kleiner Einblick in unser Schützenfest.


    Grüße
    Jürgen
    smile.png

  • na ja,wenn ich mir hier bei in unseren Umkreis die Programme über die Abläufe ansehe ist unseres noch recht zivil.
    Grüße
    Jürgen ;)

  • Wir hatten vor zwei Jahren unsere 350-jährige Vereinsfeier, da wir aber eine erst 19 Jahre alte Fahne haben, haben wir damit keine Fahnenweihe verbunden, sondern das ganze Jahr über ein paar Veranstaltungen gestreut.


    Im Januar war die jährliche Sebastianimesse, zum Dank an unseren Schutzpatron und da halt etwas stärker auf unser Jubiläum bezogen.


    Im Frühling war ein Preisschießen mit Westernwaffen (Unterhebelgewehren) angesagt.


    Im Mai hatten wir den großen Festabend, mit ortsansässigen Vereinen, Patenverein und Partnerschaftsverein und einer "zünftigen" Musik.


    Im Herbst folgte dann noch ein Feuerstutzenpreisschießen und die Vereinsmeisterschaft. So wurde Tradition und sportliches Schießen kombiniert und man hatte das ganze Jahr über etwas vom Jubiläum und trotzdem keinen übergroßen Kosten- und Arbeitsberg.

    Mit bestem Schützengruß aus Niederbayern

    dingo

  • Hallo,


    wenn ich mir die Berichte so anschaue, stelle ich fest das im Süden unseres Landes bei den Schützenfesten die Kirche eine große Rolle spielt. Was auch dazu kommt Parteien und Sponsoren. Ich kann nur über unseren Bezirk und das auch nur begrenzt sagen, daß ist hier nicht so ausgeprägt. Am Wochenende fahren wir nach Hamburg sind dort durch die Vermittlung eines Vereinkameraden erstmalig eingeladen zum Ummarsch und großen Zapfenstreich mit anschließenden gemütlichen beisammen sein. Am Samstage ist um 8,00Uhr Königswecken mit Ummarsch , Frühstück beim König und Mittags gemeinsames Mittagessen. Habe ich auch noch nicht so kennen gelernt. Ich freue mich darauf.


    Es ist schon eine tolle Vielfalt in unserer Tradition.


    Kogge

  • Hallo,


    ich glaube das ganze ist nicht nur von Landesteil zu Landesteil ganz verschieden, sondern auch von Gau zu Nachbargau schon.


    Durfte das auch schon miterleben, da unser Verein den Nachbargau als Patenverein hat, was bestimmt schon mal sehr selten ist. Bei denen läuft der Festsonntag auch schon zum Teil ganz anders ab.


    Aber bei uns in Bayern ist glaube ich überall vormittags eine Messe, sei es katholisch oder evangelisch.


    Gruß


    Batzi71

  • Bein uns in Bayern sind die Feste auch nicht jährlich, so wie es im Norden ja üblich ist. Bei uns haben die großen Schützenfeste meist einen Grund wie Jubiläum oder Fahnenweihe dahinter stehen.


    Trotzdem ist ein Schützenfest, egal ob Norden oder Süden, mit oder ohne Kirche, doch immer ein wunderschönes Ereignis!!

    Mit bestem Schützengruß aus Niederbayern

    dingo

  • Hallo,


    damit keine Irrtümer aufkommen ich finde es schön wie bei euch die Veranstaltungen aufgezogen werden und sie haben ja eine lange Tradition. Ich habe das mit der Kirche nur deswegen erwähnt weil es hier in unserem Bezirk nicht so sehr ist. Gehen wir zu den Anfängen der Schützen (Bürgerwehren) war es selbstverständlich das Feldgottesdienste abgehalten wurden und diese Tradition hat sich gehalten.


    Kogge

  • Bei uns in Bayern braucht es - wie dingo bereits geschrieben hat - schon einen besonderen Anlass um ein größeres Fest auszurichten. Bei uns war es zuletzt das 35-jährige Gründungsfest mit Fahnenweihe vom 24. bis 26. Mai 2002. Wenn ein Verein derart umfangreich plant, dann verlangt es die Tradition, dass ein anderer Verein die Patenschaft übernimmt. Sich dieser Tradition bewusst, marschierten wir am 20. Oktober 2001 mit Blasmusik zu den Jennerwein-Schützen Oberlauterbach, um dort die Patenschaft zu erbitten. Diese machten es den Bittstellern allerdings wirklich nicht leicht. Als erste Hürde waren mit einer ziemlich verrosteten Zugsäge zwei Birkenstämme zu zersägen, um überhaupt in die Wirtschaft vorgelassen zu werden.


    In der Gaststätte endlich eingetroffen mussten schon gleich die Kniagler ran. Fünf Männer aus dem Festausschuss trugen auf der Bühne ihre Bitte an die Jennerwein-Schützen vor. Doch nur mit dem Bitten war es nicht getan: Kniend auf recht kantigen Birkenholzscheiten musste die Bitte wiederholt werden. Auch während der zähen Verhandlungen mit der Frage, was es uns wohl wert sei, dass die Jennerwein-Schützen die Patenschaft übernehmen, mussten die Kniagler auf den Holzscheiten verharren. Es zeichnete sich schnell ab, dass das Bitten eine längere Prozedur werden würde. Nach fast einstündiger Verhandlung waren wohl auch schon die Knie wund. Endlich sprach die Fahnenmutter ein Machtwort und ließ die Festdamen mit Brezen, Würsten und mehreren Fässern Bier aufmarschieren. Nach einem kurzen Beraten und Kosten der Brotzeit setzten die Jennerwein-Schützen mit der Annahme der Patenschaft dem Leiden der Kniagler ein Ende. Mit einem kurzen Gstanzlsingen bedankten sich die fünf Kniagler beim neuen Patenverein.


    Bei dieser Gaudi, die schon beim Patenbitten herrschte, konnte die Fahnenweihe nur ein Riesenerfolg werden. Am Freitag sorgten die Zillertaler ab 20:30 Uhr im Festzelt für Stimmung. Am Samstag wurden unser Patenverein die Jennerwein-Schützen Oberlauterbach und die zahlreichen Gemeindevereine um 18 Uhr mit einem Standkonzert am Schützenheim empfangen. Beim anschließenden Festzug zum Festzelt auf dem Sportplatz hat es uns leider voll erwischt. Wie auf Kommande prasselte der Regen nach den Schüssen der Adeslhausener Böllerschützen auf uns nieder. Dort wurden dann nach dem Bieranstich durch unseren Bürgermeister Horst Rössler zahlreiche verdiente Vereinsmitglieder geehrt. Den Abend gestaltete die Sielenbacher Blaskapelle.


    Der Festsonntag begann um 6 Uhr mit dem Weckruf der Sielenbacher Blaskapelle. Eine aus dem Festausschuss, der Sielenbacher Blaskapelle und den Adelshausener Böllerschützen bestehende Delegation machte sich dann auf den Weg um die Fahnenmutter Maria Knöferl, die Fahnenbraut Sandra Weiß und unsere Festdamen in den beiden Ortschaften Autenzell und Rettenbach abzuholen. Pünktlich um 8 Uhr wurden dann der Patenverein und unsere zahlreichen Gäste im Festzelt begrüßt. Nach dem gemeinsamen Weißwurstessen fand mit rund 1500 Festgästen um 10 Uhr der feierliche Festgottesdienst statt. Anton Mahl, ein aus dem Nachbarort stammender katholischer Missionar in North Horr (Kenia), weihte unsere Vereinsfahne. Dann wurde der neue Vereinsstolz mit den Fahnenbändern der Fahnenmutter, der Fahnenbraut, der Fahnenjunker, des Patenvereins, des Festausschusses und des zweiten Ortsvereins der FFW Rettenbach-Autenzell vervollständigt. Auch der Patenverein erhielt zum Dank ein Fahnenband. Bei der Totenehrung krachten beim Trompetensolo von „Ich hatt' einen Kameraden“ die Böller und zu Ehren der Verstorbenen wurde ein Totenband an den Kranz der Fahne geheftet.


    Ausgelassene Stimmung herrschte gleich im Anschluss an den Gottesdienst als Fahnenjunker Jürgen Fischhaber die neue Fahne präsentierte: Er schwang sie zu den Klängen eines kräftigen Marsches der Neuburger Stadtkapelle kraftvoll über die Köpfe der Festgäste hinweg. Nach dem Mittagessen standen Grußworte und Festansprachen auf dem Programm. Um 13:30 Uhr war es dann Zeit sich für den Festumzug aufzustellen. Er ging trotz dunkler Regenwolken am Himmel trockenen Fußes über die Bühne. Sechs Musikkapellen begleiteten mehr als 50 Gastvereine auf ihrem Marsch durch den Ort. Die Junker schwangen ihre Fahnen, die Festmädchen winkten mit Blumen und die Schützenkönige, allen voran der neue Gauschützenkönig Anton Weiß aus Autenzell, trugen stolz ihre Schützenketten. Der absolute Höhepunkt war aber natürlich der Einzug der Vereinsfahnen ins Festzelt. Wenn sich die Fahnenjunker angefeuert von der begeisterten Menge mächtig ins Zeug legen lässt das niemanden kalt. Und spätestens wenn der Jubelverein einzieht kocht das ganze Festzelt. Das muss man erlebt haben. Um 16 Uhr wurden dann die Erinnerungsgeschenke verteilt und der Tag klang mit der Neuburger Stadtkapelle aus.


    Jetzt ist der Text doch etwas länger ausgefallen als geplant. Hier noch ein paar Bilder. Die sagen bekanntlich mehr als tausend Worte. :D