Lichtschießen - eine latente Bedrohung?

  • Lichtschießen - latente Bedrohung oder Chance? 32

    1. Das Lichtschießen ist für das Schützenwesen eine latente Bedrohung (15) 47%
    2. Das Lichtschießen ist für das Schützenwesen eine Chance (17) 53%

    In dem Thread zur Teilziele - Ziel im Visier - Zukunft Schützenverein - Öffentlichkeitsarbeit - meisterschuetzen.net wird das „Lichtgewehrschießen“ als „latente Bedrohung“ für den Schießsport bezeichnet.


    "Natürlich gibt es latente Bedrohungen, wie z.B. die Linken, die Grünen, Lichtgewehrschießen, Aktionsbündnisse.


    Neuerliche Waffenbesitzdiskussionen brauchen wir hier aber nicht, hatten wir schon zur Genüge. Bei Interesse verweise ich hier auf Katja Triebel, Michael Kuhn, Dan More. Diese vertreten auch den "Angststandpunkt", den ich zwar verstehen kann, aber aus obigen Gründen nicht teile."


    Ich würde mich freuen, wenn hierzu konkrete Argumente gebracht werden können. Unsere Erfahrungen mit dem Lichtschießen sind hinsichtlich Öffentlichkeits- und Nachwuchsarbeit durchweg positiv.

  • Hier fehlt der Punkt "Das Lichtschießen ist für das Schützenwesen eine große Bedrohung"

  • Das Lichtschießen sehe ich als Chance für Schützenvereine. Wobei es immer nur als Ergänzung zum bereits bestehenden Disziplinenangebot und nicht als Alternative betrachtet werden soll. Durch das neue AR20 Hybrid von Hämerli wurde ein günstiges Lichtgewehr in modernen und zweckmäßigem Design vorgestellt, das innerhalb weniger Handgriffe in ein normales Luftgewehr umgebaut werden kann.


    Da es im Endeffekt ein normales Luftgewehr ist sieht es auch deutlich ansprechender aus als das Lichtgewehr von Anschütz, das eher an Spielzeug erinnert. Mit dem AR20 könnte ich mir schöne Präsentationen des Schießens auf verschiedenen Veranstaltungen vorstellen. Auf Grund dessen, dass dieses Gewehr als reiner Luftgewehr auch nicht teuer ist kann möglichen Mitglieder auch gleich gezeigt werden, dass unser Sport nicht unbedingt immer gleich teuer sein muss.

  • Die Politik wird dir schon sagen in wie weit du dich mit Licht-Sportgeräten zufrieden geben musst. Die Fünfkämper haben die Büchse der Pandora bereits geöffnet. Jetzt ist es nur noch ein kleiner Schritt.


    BBF

  • Diesmal bin ich mit Michael Kuhn und BBF gleicher Meinung. Schleichend ersetzt hier das Lichtgewehrschießen das echte Schießen.
    Dass damit auch Hemmschwellen im Umgang mit Waffen gesenkt werden, haben wir an anderer Stelle schon angesprochen (der Junge, der auf andere zielte auf der Bayerischen, ich habe dies erzählt). Der richtige Umgang mit potenziell gefährlichen Waffen muss einfach von Anfang an gelehrt werden.


    Als Ergänzung für ganz junge Schützen kann das Lichtgewehr gut sein, jedoch will es die Politik als Ersatz uns präsentieren (siehe Fünfkampf oder Biathlon auf Schalke). Daher sehe ich es als Gefahr für den Schießsport, das auch die Vorteile deutlich überlagert.

    Mit bestem Schützengruß aus Niederbayern

    dingo

  • Stimmt, das Lichtschießen ist eine Bedrohung. Denn plötzlich dürfen 6 Jährige in den Sport hineinschnuppern und sogar aktiv den Sport betreiben, die ansonsten in den örtlichen Schwimm-, Fußball-, Hockey-, xy-Verein geschickt werden würden. Man muss um ein Lichtschießen zu veranstalten keine Immensen Summen mehr zahlen, um sich den auf dem Sportplatz aufgebauten Stand abnehmen zu lassen.


    Plötzlich wird der Sport für eine breitere Masse zugänglich. Das geht doch nicht. Man stelle sich vor der Altersdurchschnitt fängt an drastisch zu sinken... Am Ende gibt es auf dem Schützenfest nur noch Alkoholfreie Getränke, weil hauptsächlich junge Menschen den Sport ausüben!


    Glaubt ihr wirklich, dass dadurch die Disziplinen mit Schusswaffen aussterben?

  • Der richtige Umgang mit potenziell gefährlichen Waffen muss einfach von Anfang an gelehrt werden.


    Die Regeln zum Umgang mit Schusswaffen werden unseren Kindern bereits auch im Umgang mit dem Lichtgewehr beigebracht - ohne Ausnahme.

  • Das die Regeln beigebracht werden, halte ich für selbstverständlich. Trotzdem konnte ich schon den ein oder anderen Schlendrian mit dem Lichtgewehr beobachten, daher meine Skepsis.


    Die Vorteile von Shooting Rabbuit sehe ich auch und nutze das Lichtgewehr sogar für Ferienveranstaltungen in meinem Verein. Dafür ist das Lichtgewehr ja auch gut, habe ich doch gesagt. Auch finde ich die neue Integration von Lichtgewehren ins bestehende Disag-System gut.


    Jedoch will die Politik das Lichtgewehr nach und nach uns als Ersatz unterschieben, wie man an obigen Beispielen sehen kann. Dabei sind Lichtgewehre dann eine Gefahr!

    Mit bestem Schützengruß aus Niederbayern

    dingo

  • Jedoch will die Politik das Lichtgewehr nach und nach uns als Ersatz unterschieben, wie man an obigen Beispielen sehen kann. Dabei sind Lichtgewehre dann eine Gefahr!

    Dann musst du aber zugeben, dass CO2 Pistolen für IPSC eine ähnliche Bedrohung sind ;) Die Kritiker, die sich gegen das Schießen aussprechen, sprechen sich genauso gegen Lichtgewehre aus. Immerhin geht es hier immernoch um das Lernen mit Waffen umzugehen. Dann hat der nächste Täter eben nicht mit dem Ego-Shooter geübt sondern mit so einem Dingen...


  • Jedoch will die Politik das Lichtgewehr nach und nach uns als Ersatz unterschieben, wie man an obigen Beispielen sehen kann. Dabei sind Lichtgewehre dann eine Gefahr!


    Hier waren es die jeweiligen Verbände, nicht die Politik!
    Die Politik wird aber sagen: "Seht Ihr, es geht doch auch so!"
    Insofern haben uns die Fünfkämpfer und die Biathleten einen Bärendienst erwiesen.

  • Sollte es die Politik wollen, ja!

    Okay, aber das ist auch generell der Fall. Es ist ja nicht so, dass es erst seit kurzem Lichtgewehre und -pistolen gibt. Die gabs schon bei ewig alten Konsolen aus den 80ern.
    Wie schon gesagt, Waffengegner sprechen sich genauso gegen das Lichtschießen aus, wie auch gegen das normale. Und dadurch dass es internationale Wettkämpfe und Meisterschaften mit Schusswaffen gibt, besteht auch keine wirkliche Gefahr. Viel eher gibt es weitere Einschränkungen in Punkto Anzahl der Waffen pro Person bzw Verschärfungen bei der Aufbewahrung, als dass uns der gesamte Sport genommen wird.

  • (der Junge, der auf andere zielte auf der Bayerischen, ich habe dies erzählt).


    Dass damit auch Hemmschwellen im Umgang mit Waffen gesenkt werden, haben wir an anderer Stelle schon angesprochen (der Junge, der auf andere zielte auf der Bayerischen, ich habe dies erzählt).


    Dingo, erzähle es mir bitte auch noch einmal. Da hat es einen Jungen gegeben, der mit einem Lichtpunktgewehr "auf andere zielte"?

  • Ich perönlich sehe die Lichtpunkttechnik auch langfristig leider als Bedrohung an. Alleine die Vorreiterrolle, die die publikumswirksame olympische Sportart Biathlon wohl demnächst einnehmen wird könnte irgendwann auch mal nach hinten losgehen. Auf Schalke sieht man doch wie schön die Stimmung sein kann wenn auch hinter dem Schießstand, direkt hinter der Scheibe, die Zuschauermassen La-Ola-Wellen wandern lassen. Die Veranstalter der Weltcups würden sich doch auch freuen wenn sie auf einmal eine weitere Tribüne mitten im Geschehen aufbauen könnten und so noch mehr Karten verkaufen könnten anstatt ein paar Tannen in der Sicherheitszone anzupflanzen. Und dann wird dieser "Erfolg" publikumswirksam im Winter auf den Fernsehern der Nation gesendet. Der moderne Fünfkampf, nicht ganz so in der öffentlichkeit aber auch olympisch war ja noch eher Vorreiter. Wenn es soweit ist dauert es auch nicht mehr lange bis die Aussage "Wieso, geht bei denen doch auch" kommt.


    Ob es jetzt für die Nachwuchsarbeit so der Segen ist weiss ich auch nicht. Ich kenne es so, dass ein Verein schon zufrieden sein kann wenn sich 2 Mitglieder für die Nachwuchsarbeit gefunden haben die auch genügend Zeit haben und dafür dann für einen längeren Zeitraum zur Verfügung stehen. Wenn diese beiden dann auch immer da sind ist das ja schon gut, oftmals ist auch eine Person verhindert, 3 Anwesende sind fast Luxus. Jetzt haben sich pi mal Daumen 10 Jugendliche/Schüler gefunden, es gibt die Disziplinen LG sitzend aufgelegt zum Einstieg, danach evtl, LG stehend aufgelegt, dann LG freihand und LG3x10, des weiteren LP und irgendwann kommt ja auch das Alter für KK-Disziplinen, sei es KK3x10/3x20, KK60lgd vielleicht auch noch den ein oder anderen KK-Anschlag aufgelegt, um für traditionelle Veranstaltungen gewappnet zu sein, die Sportpistole wird auch noch angeboten. Das läuft mit diesen Disziplinen doch oft eher auf ein Beschäftigen unter Aufsicht als auf ein Betreuen heraus.
    Nun kommt die Lichtpunkttechnik, es kommen die Angebote für sitzend aufgelegt, stehend aufgelegt und freihand hinzu, Lichtpunktpistolenschießen wird auch schon hier und da angeboten. Es bleibt aber bei den 1-2-3 Personen, die sich 1x die Woche für 2-3 Stunden treffen, die Betreuung wird noch oberflächlicher. Na klar, es ist schön mit wieviel Spaß und Freude die Knirpse bei der Sache sind. Oftmals verpufft das auch schnell wieder wenn sich bei einigen die Ergebnisse verbessern weil sie die Einweisungen/Erklärungen besser Umsetzen oder mehr Ehrgeiz/Talent und Konzentrationsfähigkeit besitzen, oder weil ihnen die Grundlagen durch persönliche Betreuer (Eltern/Großeltern) umfassender beigebracht werden. Das kann mit 6-7 Jahren schon mal eher mit Desinteresse am Schießen bestraft werden als mit 10-12 Jahren. Auf dem Papier steigen in der Tat durch die Lichtpunktangebote die Mitgliederzahlen, die Teilnehmerzahlen bei den Meisterschaften und Wettkämpfen bewegen sich auch erstmal gegen den Trend nach oben und man kann sowas schön präsentieren aber ob da jetzt in 3-5 Jahren der Boom in der Schülerklasse mit den Luftdruckdisziplinen eintritt.
    Wer vorher das breite Spektrum schon mit einer guten Jugendarbeit abgedecken konnte, nicht nur ein Abspulen von 10er-Serien, auch Freizeiten, Spiel und Spaß neben dem Schießen angeboten hat wird da auch schon mehr Zulauf gehabt haben, war dem nicht so, ist die Lichtpunkttechnik auch kein Allheilmittel, es ist nur mehr Aufwand für die wenigen Ehrenamtlichen zu Lasten der Qualität.


    Da Umfragen/Abstimmungen gerade "modern" sind, vielleicht kann man ja mal Abfragen, wie oft in der Woche und wie lange die Trainingszeiten für den Nachwuchs bei Euch sind, und gleich für die Erwachsenen mit :)

  • Hier waren es die jeweiligen Verbände, nicht die Politik!
    Die Politik wird aber sagen: "Seht Ihr, es geht doch auch so!"
    Insofern haben uns die Fünfkämpfer und die Biathleten einen Bärendienst erwiesen.


    Hallo Michael,


    du schreibst so, als wären es mehrere Verbände, die das Lichtschießen uns (Waffenbesitzern, Sportschützen?) "unterschieben" wollten.


    Das haben sie mit Sicherheit nicht getan um uns bewusst zu "entwaffnen".


    Der Einsatz der Lasertechnik ist für den Penthalon lebensnotwendig gewesen. Der Schalke-Biathlon ist wirtschaftlich induziert.


    Wer jetzt daraus schließt, dass diese Ansätze das "Aus" für den Schießsport sein sollen, hat Angst und gesteht sich ein, dass er in der Vergangenheit die Entwicklung in vielen Bereichen verschlafen hat. Da hilft auch verbaler Aktionismus nichts mehr.


    Anstatt auch hier zu verstehen, dass Schießsport vielfältig ist und toleriert, was sich in anderen Verbänden entwickelt, steht das Schützenwesen insgesamt zerstritten, gespalten und ohne Zukunftskonzept mit öffentlicher Akzeptanz dar.


  • Hallo Wilhelm,


    ich schrieb "die jeweiligen Verbände", das bezog sich logischerweise auf die Pentathleten und die Biathleten. Daß es bei beiden ausschließlich um den Kommerz ging ist klar. Das ist ja das schlimme daran. Und "lebensnotwendig" ist m.E. der falsche Ausdruck, wenn es um Geld geht.


    Zum Thema Angst: Das habe ich nicht verstanden und hätte es gerner genauer erklärt.


    Deinen letzten Absatz beziehe ich jetzt mal nicht auf mich, Pentathlon und Biathlon sind ja schließlich kein Schießsport. 8):rolleyes:
    (Du hast schon bemerkt, daß ich hier und woanders ständig für alle Facetten des Schießsports plädiere?)


    Die Politik wird sagen: "Na seht Ihr, ginge doch bei euch auch" und schwupps, scho hammers widda. Und deshalb ist es ein Bärendienst für uns und selbstzerstörerisch für die Penta- u- Biathleten. Nur meine Meinung......


    Gruß
    Michael

  • Ja, es ist - kollektiv gesehen - eine Bedrohung. Wer das individuell betreiben will (oder als Verein), mags ja ruhig tun. Aber die Verbände sollten es klar blockieren, und keinen Schritt entgegengehen.


    Carcano

    Edited once, last by Carcano ().