R. Grafe hat uns einen Dienst erwiesen

  • Also Leute, auch wenn es unglaublich klingt, aber aus meiner Sicht, hat Roman Grafe uns einen Bärendienst erwiesen.
    Auf seiner Webseite hat eine Karte der Todesopfer durch Sportwaffen veröffentlicht.
    Sportwaffen-Opferkarte.pdf


    Auf dieser Karte zeigt er auf, wieviele Menschen von 1991 bis 2011 durch Sportwaffen zu Tode gekommen sind.


    Wenn ich richtig gezählt habe, sind das in 20 Jahren (1991 bis 2011) 126 Opfer (er sagt ja nicht wie diese Menschen zu Tode gekommen sind, ob Selbstmord, Tötung, Amoklauf, etc).
    Das sind rechnerisch 6,3 Opfer im Jahr und 0,525 Opfer im Monat.
    Schade das er weder die Opfer illegaler Waffen aufführt, noch auf die art und weise, wie die Opfer getötet wurden.


    Aber ich glaube, wenn diese Zahlen tatsächlich stimmen sollten, hat er uns gerade einen Gefallen getan und die geringe deliktrelevanz selber aufgezeigt.


    Ich finde, wir sollten Herrn Grafe dabei behilflich sein, diese Tatsachen indie Welt zu transportieren.....;-)

  • Selbstmorde scheinen hier nicht beachtet worden zu sein. Und wenn, dann nur unvollständig. Das kann ich leider mit Gewissheit sagen.

  • Der Grafe posaunt die Zahlen der Opfer legaler Schusswaffen überall heraus.


    Las es ihn machen. Er zeigt mir dieser Karte nur auf, wie gering die Deliktrelevanz legaler Schusswaffen ist.
    Bei einer Quote von 6,3 pro Jahr, sterben mehr Menschen im Jahr an einem Pickel auf der Nase, als durch legale Schusswaffen.

  • Ich verstehe Dan Mores Ansicht nicht:
    Oben schreibst du von einem Bärendienst, den er uns erwiesen hat. Das würde heißen, er hätte etwas schlechtes für uns gemacht.
    Unten schreibst du, wir sollten ihm bei der Verbreitung helfen. Also hätte er ja etwas gutes für uns gemacht.


    Was sollen wir deiner Meinung nach nun tun und sehe ich das richtig, dass Grafe eigentlich ein Schießsportgegner ist?

    Mit bestem Schützengruß aus Niederbayern

    dingo

  • Grafe ist neben dem AAW einer unserer ärgsten Feinde.


    Gut, der Begriff Bärendienst war falsch gewählt.
    Er will uns Waffenbesitzer mit der Opferkarte eine reinwürgen, macht aber im Grunde genau das Gegenteil.
    Er zeigt einen Zeitraum von 20 Jahren auf. Von 1991 bis 2011 und die Opfer von Sportwaffen.


    Wenn ich mich nicht verzählt habe, sind es in den 20 Jahre 126 Opfer gewesen. Das mach im Schnitt 6,3 Opfer pro Jahr und zeigt damit die sehr geringe Deliktrelevanz von Sportwaffen auf.


    Das bedeutet, er macht mal zur Abwechslung was positives und das sollte verbreitet werden, natürlich in Zusammenhang mit der Aufschlüsselung, wie ich sie geschrieben habe.

  • Wie ich sehe steht auch explizit dabei, dass das nur ein Teil vom Gesamten ist. Vermutlich sind es die in den Medien größer veröffentlichten Fälle. Zu behaupten er hätte uns einen Dienst erwiesen finde ich übertrieben und fehl am Platz.


    Einige haben schon vorgemacht, dass man viel wirksamer mit den Medien umgeht, wenn man erst einmal zeigt was eigentlich hinter den Schießsport steckt. So gewinnt man das Verständnis seiner Mitmenschen, nicht durch Stimmungsmache wie sie seit geraumer Zeit auf beiden Fronten herrscht. Zumindest habe ich noch nie einen bösen Kommentar abbekommen, wenn ich mich zu meinem Sport bekannt habe. Eher Intersse und/oder Neugier. Aber vielleicht liegt das auch daran, dass ich nicht bis um erbrechen versuche jemanden meine Meinung aufzuzwingen. Zum Glück gibt es eine Menge vernünftiger Menschen auf der Welt, für die es mehr als nur Schwarz und Weiß gibt.


    Gleich vorab: ich möchte mit diesen Zeilen niemanden etwas unterstellen, also bitte nicht falsch verstehen. Es ist lediglich meine Meinung zum Thema.

  • Naja, so große medienrelevante Fälle können das nicht sein, denn es ist z.b. auch Deggendorf 2008 eingezeichnet und ich habe zu dieser Zeit in dieser Stadt teilweise gewohnt und studiert. Mitbekommen habe ich aber nichts. Also so groß können die Fälle gar nicht sein.


    Eine Aufschlüsselung wäre noch interessant, wie viele von den 126 Fällen mit legalen Waffen verübt wurden und wie viele der Täter noch aktive Sportschützen waren (wenn nicht mehr aktiv, dann hat ja wohl das Landratsamt mitversagt, denn dann fehlt ja auch das Bedürfnis).

    Mit bestem Schützengruß aus Niederbayern

    dingo

  • Naja, so große medienrelevante Fälle können das nicht sein, denn es ist z.b. auch Deggendorf 2008 eingezeichnet und ich habe zu dieser Zeit in dieser Stadt teilweise gewohnt und studiert. Mitbekommen habe ich aber nichts. Also so groß können die Fälle gar nicht sein.


    Eine Aufschlüsselung wäre noch interessant, wie viele von den 126 Fällen mit legalen Waffen verübt wurden und wie viele der Täter noch aktive Sportschützen waren (wenn nicht mehr aktiv, dann hat ja wohl das Landratsamt mitversagt, denn dann fehlt ja auch das Bedürfnis).



    Das gilt aber nur bei Schützen nach 2003. Am Beispiel der Anwältin aus Lörrach, die ihr Kind, ihren Mann und zwei unbeteiligte getötet hatte, konnte man sehen, dass die Regelung nicht rückwirkend gilt.
    Sie war seit 1996 in keinem Schützenverein Mitglied mehr gewesen. Aber erst seit 2003 sind die Vereine/Verbände verpflichtet die Austritte an die Behörde zumelden.

  • Hallo Dan More,


    es ist mit Sicherheit richtig was Du uns in diesem und anderen Foren? schreibst, uns erklärst.


    Herrn Grafe wirst du damit jedoch nicht erreichen. Der wendet sich mit dem Aktionsbündnis und seinen Informationen an die millionenfache Öffentlichkeit und eine auflagenfokussierte Presselandschaft mit dem Versuch der sachlichen und objektiven Darstellung.


    Leider erreichen diese/Deine Informationen auch nicht einmal 90 Prozent der 1,5 Mio Schützen/innen, die in der Lage wären - oder besser - in der Lage sein sollten - der gleichen Öffentlichkeit unseren Schießsport und das Schützenwesen als nicht gewalttätig, nicht mordlüsternd darzustellen.

  • Hallo Wilhelm,


    den Grafe oder das AAW will ich auch nicht erreichen. Sonst könnte ich auch gleich mit einem Sack Reis oder einer Wand sprechen.


    Das Thema ist, dass die Schützenbrüder und >Schützenschwestern, die solche Informationen erhalten, ob per email oder in einem Forum, diese auch weiterleiten und so verteilen. Damit würde schon ein ordentlicher Batzen an Waffenbesitzer erreicht werden.
    Letztlich machen wir auch nichts anderes, als erhaltene Information zu sichten und bei Bedarf, wenn sie gut und nützlich ist, zu verteilen.


    Also was hindert Dich z.B. daran, diese Karte auszudrucken, die Textpassagen ebenfalls auszudrucken und z.B, in Deinem Verein ans schwarze Brett zu hängen und zusätzlcih den Link mit den dazugehörenden Informationen per Mail an Deine Kontakte zu verteilen? Das wäre doch schon ein Anfang, oder?
    Wenn das nun alle hier im Forum machen würden, also die hier gefundenen Informationen Blogs, Links, usw. an alle ihre Kontakte zu verteilen, gleiches trifft auf alle anderen Foren zu, dann würde auch Information fließen.

  • Hallo Dan More,


    Du hast Recht und es ist gut, dass Du noch einmal deutlich darauf hinweist, dass die Öffentlichkeit auch unsere nachvollziehbaren Argumente in sachlicher Form erhält. Über den Fortbestand des Schießsports entscheiden nicht 1,5 Mio Schützen/innen sondern insgesamt 62 Mio. Wahlberechtigte /bzw. ca. 40 Mio. Wähler.


    Wenn ich ehrlich bin, und sehe, wie wenig Interesse die Traditionsschützen am Erhalt des Schießsports haben, sie nur in Ausnahmefällen bereit sind zu verstehen, was momentan an negativer Meinungsbildung uns gegenüber stattfindet, dann kann ich schon mal mutlos werden, mich weiterhin dafür einzusetzen.

  • @ Wilhelm,


    dann verstehst Du evtl. auch, weswegen ein Michael Kuhn oder ich eine etwas andere Gangart und Tonart zu dem Thema an den Tag legen.


    Vor einigen Wochen habe ich mit einem anderen Schützenbruder in Hadamar einen Infoabend zu den Waffenrechtsverschärfungen abgehalten.
    Das Interesse war da, aber trotzdem noch sehr gesunde skepsis an den Fakten, die wir vorgetragen haben.
    Relativ einfache Themen, wie das Mindestalter oder Grundkontingent werden nicht wirklich verstanden und falsch interpretiert.


    Seit Winnenden, was mit Erfurt war kann ich nicht beurteilen, da ich erst seit 2008 Sportschütze bin, kämpft die Waffenlobby, oder besser gesagt, einige wenige legale Waffenbesitzer gegen die Windmühlen der Desinformation und Desinteresse an und ja, es wird zunehmend demotivierender.
    Insbesondere dann, wenn man aus den eigenen Reihen der Waffenbesitzer Verbotsforderungen von bestimmten schießsportlichen Disziplinen zu hören bekommt. Auch in der Waffenlobby Facebookgruppe war das erst gerade der Fall.


    Hier mal ein Zitat aus der FB Gruppe:


    Quote

    Es gibt Sportschützen und es gibt Alibi-Sportschützen, bei denen nicht die sportliche Leistung, sondern einfach nur die Lust am rumballern im Vordergrund steht.


    So ist die fett markierte Passage schon ein ziemlicher Hammer und errinnert an die Auswüchse des Herrn Ambacher bei BR Alpha.
    Und solche Aussagen, wie das vehemente und wiederholte Leugnen von anerkannten und vorhandenen Disziplinen werden auch durch ein geraderücken des Herrn Kohlheim einige Tage später, keine wirkliche Hilfe.


    Wir können den Schießsport in seiner Gesamtheit erhalten, wenn alle an einem Strang ziehen und wir aufhören mit den Grabenkämpfen. Informationen müssen weiterverteilt werden, damit soviele wie möglich sie bekommen.

  • Eine Aufschlüsselung wäre noch interessant, wie viele von den 126 Fällen mit legalen Waffen verübt wurden und wie viele der Täter noch aktive Sportschützen waren (wenn nicht mehr aktiv, dann hat ja wohl das Landratsamt mitversagt, denn dann fehlt ja auch das Bedürfnis).


    Hallo Dingo,


    ich persönlich finde es nicht gut, wenn Legalwaffenbesitzer die Verschärfungen, die 2002 von Herrn Schily und Brennecke gegen den Kompromiss am Runden Tisch durchgesetzt wurden, dazu benutzen, bei einem Mord mit einer legal besessenen Waffe auf die Fehler einer Behörde hinzuweisen. (Ausser die Voreinträge des Erfurter Amokschützens, die dieser mit gefälschten Nachweisen erschlichen hatte).


    Zu dieser Erkenntnis bin ich aber auch erst gekommen, nachdem ich mir die Entstehung des WaffG 2002 angeschaut habe, die Kritiken gelesen habe und die weiteren Verschärfungen beobachtet habe. Diese Erkenntnis fiel also nicht aus dem Himmel, sondern war das Ergebnis von 3 Monaten intensivster Researcharbeit bzgl. Waffenrecht, die ich für den Wikipedia Artikel Waffengesetz Deutschland erbringen musste.


    Von daher soll dieser Beitrag keinen Angriff auf Deine Meinung darstellen, sondern aufzeigen, was die Verbände eigentlich wissen, aber nicht veröffentlichen und somit auch dem interessierten, an JHV teilnehmenden Sportschützen nicht unbedingt mitteilen.


    Als 2001 die verschärfte Zulassung und das verschärfte Bedürfnis am Runden Tisch besprochen wurde, wollten die Verbände, die Polizei und die Politiker folgendes erreichen:


    Strengere Anforderungen bei der Prüfung der Zuverlässigkeit :


    Die Annahme der Unzuverlässigkeit wurde auf die Fälle erweitert, in denen Personen wegen eines Verbrechens oder einer sonstigen vorsätzlichen Straftat zu einer mindestens einjährigen Haftstrafe verurteilt wurden. Zugleich orientiert sich die Annahme der Unzuverlässigkeit nicht mehr primär an der Art der begangenen Straftat, sondern an der Strafhöhe. Auch die erwiesene Gewalttätigkeit beziehungsweise gewaltbereite extremistische Betätigung soll die Annahme der Unzuverlässigkeit begründen. Regelüberprüfungen hinsichtlich der Zuverlässigkeit sollen künftig alle drei statt bisher alle fünf Jahre stattfinden.
    Hiermit wollte man den Waffenbesitz für gewaltbereite (60 Tagessätze) und rechtsuntreue (1 Jahr Haft) Bürger ausschließen.


    Erhöhung der Anforderung für das Bedürfnis eines Sportschützens:


    Anerkennungsverfahren für Schießsportverbände
    Mindestens einjährige Teilnahme am Schießsport
    Mit beiden Anforderungen wollte man den schnellen Waffenerwerb über einen "Schein"-Verein ausschließen, jedoch nicht den Besitz als solches erschweren.


    Die Regel-Kontingente solten damals erhöht werden:
    a) fünf Lang- und zwei Kurzwaffen oder alternativ drei halbautomatischen Langwaffen und zwei Kurzwaffen,
    b) sowie Einzellader-Langwaffen ohne Begrenzung


    Erst das rot-grüne WaffG 2002 hat das Bedürfnis zu einem temporären Besitz umgewandelt.



    Aussage der GDP zum Gesetzentwurf 2002:
    Die GdP begrüßte die erhöhten Anforderungen an die Zuverlässigkeit.
    Sie teilte jedoch das Unverständnis, den temporären Waffenbesitz durch die erhöhten Anforderungen des Bedürfnisses einzuführen: „Der Jäger, der im hohen Alter die tatsächliche Jagdausübung aufgibt, wird nicht zu einem Sicherheitsrisiko, weil er weiterhin seine Jagdwaffen besitzt, obwohl das Bedürfnis weggefallen ist. Gleiches gilt für Sportschützen; die allermeisten veräußern ohnehin die Mehrzahl ihrer Sportwaffen bei Aufgabe ihres Hobbys.“


    Auch Lörrach ändert an dieser Aussage nichts, da singuläre Ereignisse nicht Millionen rechtstreuer Bürger einschränken dürfen.
    Brigitte Homburg (FDP) sagte nach Lörrach: "Es bleibt immer der Risikofaktor Mensch." Keine Kontrolle kann 100% Sicherheit geben. Dies sieht man aktuell an dem Bundestags-Polizist, der mit Waffengewalt die Postfiliale im Bundestag ausgeraubt hatte.


    Interessierte können sich die Kritik aller Verbände 2001 in Kurzform unter obigen Link oder in Langform in der damaligen VISIER-Sonderbeilagedurchlesen.