Schießbrille oder Kontaktlinsen

  • Hallo zusammen,


    ich bin LG Schütze und Brillenträger. Nun meine Frage, können Kontaktlinsen eine Schießbrille ersetzen?? Was ist besser??


    P.S.: Momentan schieße ich noch mit normaler Brille, daran soll sich aber was ändern.


    Gruß Tom

  • Hallo Tom,
    Ich schieße seit langem mit Kontaktlinsen(hatte noch nie eine Schießbrille) bin prinziepill sehr zufrieden, da ich meinen Kopf normal auflegen kann und nicht immer auf die Schießbrille achten muss.
    Habe dieses Frühjahr auch schon beachtliche ergebnisse von 396 Ringen geschossen und denke das man auf jeden Fall mit Kontaktlinsen auch arbeiten kann.
    Es ist halt auf alle Fälle auch Berufsabhängig, da man bei einem Staubigen Beruf nicht jeden Tag gleich gut sieht, manchmal kratzts dann halt auch schon mal gewaltig und das Auge ist sehr gereizt.
    Wie gesagt, habe noch nie mit einer Schießbrille geschossen und bin selbst auch daran interresiert mal von anderen ein Feedback zur Schießbrille zu hören.


    MFG Helmut

  • Hallo,


    ich schieße seit ca. 20 Jahren mit Schießbrille. Beim LG überhaupt kein Problem, da ich zur Zeit aber relativ viel KK 3-Stellung schieße, hab ich auch schon an Kontaktlinsen gedacht. Für jede Stellung muß ich mir die Brille neu einstellen. Früher wurde uns gesagt, dass mann durch den Zielvorgang länger nicht blinzelt als normal, deshalb evtl. die Augen trockener würden und es mit Linsen zu Problemen kommen kann. Ich kenne aber inzwischen viele, die mit Linsen sehr gut zurechtkommen.


    Gruß P.

  • Zum Glück bezieht sich diese Frage nicht nur auf LG......


    Ich habe es eine Zeitlang mit einer Mischung aus Kontaktlinsen und Schießbrille probiert!


    Kontaktlinsen an und Schießbrille, ohne Korrekturglas, drüber.
    Kontaktlinsen sind gut, haben aber diverse Nachteile beim schießen.


    1. Beim Zielen bleiben die Augen länge am Stück offen und neigen dann etwas trocken zu werden (da das Blinzeln fehlt). Das kann durchaus unangenehm werden. So gin es mir, zumidnest.


    2. Kontaktlinsen muss man auch vertragen. Nicht jeder kann Linsen tragen.


    3. Man sollte die Linsen mindestens 30 Minuten z.B. vor dem Autofahren (teilnehmen am Straßenverkehr), da sich die Augen an die Flüssigkeit der Linsen kurz gewöhnen muss.


    4. Wenn man aber mit Linsen schießen will, sollten sie von der Sehstärke so angepaßt werden, damit sie auch die Schießbrille (Das Korrekturglas) ersetzen. Bedeutet, es wird eine andere Sehschärfe eingestellt, als man im täglichen benötigt, damit man eben die Visierung optimal scharf sehen kann. Ich habe das beim Linsentest probiert und Autofahren oder für das tägliche Arbeiten, hätte ich sie nicht benutzen können.


    Der Vorteil, den man mit den Linsen hat, ist das man den Kopf auch mal anders als normal neigen kann und auch bis zu 15 Grad neigen kann (bis zu 15 Grad können Linsen ausgleichen).


    Vorteil der Schießbrille ist, wenn Du zu einem richtigen Optiker gehst, der von Schießbrillen auch Ahnung hat, wie Müller Manching oder Augenoptik Fuhlrott in Weilmünster, dann wird die Brille genau auf Dich, Deine Kopf-/Körperhaltung und auf Deine Waffen eingestellt werden, da mit sie eben für Dich optimal funktioniert und maximalen Nutzen hat.


    Ich selber bin einen eher unkonventionellen Weg gegangen, da ich selber keine Lust habe mehr für eine Hobbybrille auf den Tresen legen zu müssen, alsich bereit bin für meine normale Brille, die ich täglich trage.
    Wir haben einfach ein altes Brillengestell von mir genommen und mit einem Trägerglas, mit dem normalerweise Lupenbrillen für schwerstsehbehinderte hergestellt werden, versehen. In dieses Trägerglas haben wir dann eine Irisblende eingesetzt und nachträglich (habe es zuerst mit Kontaktlinsen probiert) ein Korrekturglas eingesetzt.


    Vorteil an dieser, eher unkonventionellen Methode ist, man verwendet ein für Brillenträger gewohntes Gestellt und das ganze war im Vergleich zu einer regulären Schießbrille sehr günstig (ca. € 120,- zzgl. Korrekturglas).
    Nachteil ist, man hat nur eingeschränkte Möglichkeiten, sie zu justieren. Bei mir funktioniert es recht gut.


    Anbei zwei Bilder davon.



  • Hallo Dan,


    Deine Lösung scheint mir für Gewehrschützen allerdings wenig geeignet. Bei einem normalen Brillengestell dürfte eine sauber Postionierung zum Diopter kaum möglich sein. Für einen Gewehrschützen stellt sich nur die Frage: Linse oder Schießbrille?
    Für Pistole kann ich mir schon vorstellen das es funktioniert.


    Gruß P.

  • Das ist soweit richtig. Ich brauche die Brille auch nur zum KW Schießen. Für LW brauche ich sie nicht, zumindest nicht wenn ich mit Diopter schieße. Bei Kimme/Korn schon eher.


    Man muss es einfach mit den Linsen ausprobieren, da, wie gesagt, nicht jeder damit klar kommt und auch nicht jeder sie verträgt.

  • Und so teuer sind Schießbrillen auch nicht. Für 120 Euro + Glas bekommt man auch eine ganz vernünftige Brille (z.B. Knobloch).

    Mit bestem Schützengruß aus Niederbayern

    dingo

  • Schon mal vielen Danke für eure Antworten!!! :)


    Mal interessant dazu ein paar verschiedene Meinungen zu hören, aber ich seh schon, wie bei so vielen im Schießsport, is es wohl auch hier sehr abhängig vom jeweiligen Schützen. Der eine kommt wohl mit dem der andere mit dem besser zu recht. Ich denk mal ich probier einfach mal beides aus und schau was am besten zu mir passt :)

  • Bei den Linsen hast Du eben den Vorteil, dass Du für kleines Geld eine Probepackung bekommen kannst, in der je 5 Linsen sind, um sie mal zu testen.
    Geh aber zu einem richtigen Optiker, der etwas von seinem Handwerk versteht.


    @ dingo,


    das ist schon richtig, aber auch nur in gebrauchtem Zustand mit einigen Jahren auf dem Buckel. Muß aber nicht negativ sein.
    Neu liegt der Preis für das Grundgestell einer Knobloch meist um die € 170,-
    Hinzu kommen dann das Korrekturglas (je anch Korrektur und Dicke sind das auch schon einige Euros), und das Zubehör wie Irisblende, Abdeckung für das Nichtzielende Auge, etc.
    Macht man es richtig, kommt der Optiker zu einem auf den Stand, wenn er keinen eigenen hat, und stellt die Brille genau auf Dich ein.
    Preis bei meinem Optiker für den ganzen Trambam liegt bei etwa € 400,- bis man fertig ist.


    Aber das ist eher bei GK Langwaffen, da dort sehr oft unterschiedliche Lichtverhältnisse von Stand zu Stand herrschen und jedesmal eine andere Einstellung erforderlich sein kann.

  • Also dann gebe ich auch noch mal meinen Käse dazu ab...


    Ich habe am Anfang mit normaler Brille, dann mit Kontaktlinsen geschossen, jetzt habe ich eine Schiessbrille... Der Grund ist: Ich sehe sooooo schlecht dass es keine, wirklich keine Kontaktlinsen gibt die meinen Sehfehler ganz korrigieren können... Ich trage im Alltag eine Linse die einen Kompromiss eingeht zwischen meinem Stärkeren und meinem schlechteren Auge (ist mein ziehlendes, dominates Auge)... Hinzu kommt eine Hornhautverkrümmung die mit Linsen nicht komplett korrigiert werden kann und so zu Verzerrungen des Zielbildes führen kann...
    Bei meiner starken Sehschwäche ist es auch so, dass ich das Zielbild gut sehen muss, dass ist nicht immer der Fall wenn das Glas parallel zum Diopter steht sondern kann auch eine andere Ausrichtung haben, sprich eine andere Neigung...


    Wenn du also sehr schlecht sehen solltest ist eine Schiessbrille besser als Linsen...Bei Korrekturlinsen ist ab einer stärke von -7,0dpt schluss... ;(
    Bei jedem Blinzeln wird die Linse leicht verschoben und gleitet erst mit der Zeit an ihren Bestimmungsort zurück, in dieser Zeit können sich Zielfehler einschleichen... Bei starken Korrekturen mehr als bei kleineren...


    Besten gruss von einem Maulwurf aus der Schweiz....

    Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist beschränkt. (Albert Einstein)

  • Dan More
    Für deinen Preis von 400 Euro bekomme ich aber schon ein High-End Modell. Da hab ich den Ferrari unter den Schießbrillen.
    Ich kann dir leider nicht mehr sagen, was meine Brille gekostet hat, da das noch zu DM-Zeiten war (oh man, da sieht man, dass man alt wird), aber ich lag irgendwo zwischen 200 und 300 DM (das war so um das Jahr 2000 rum)


    Ein Grundgestell bekommst du (inkl. Zubehör wie Abdeckplatte, Nasensteg, etc.; Irisblende haben wir Gewehrschützen ja nicht an der Brille) neu für ca. 150 Euro, Glas kommt noch obendrauf.
    Zuletzt haben sich aber 2 Jungschützen von mir Schießbrillen zugelegt und das Gestell gebraucht (aber top in Schuss, sieht aus wie neu) erworben für ca. 70-80 Euro. Mit dem Glas für ca. 50 Euro kamen sie auf die 120-130 Euro. Bei uns macht das ein Optiker, der vom Bayerischen Sportschützenbund (BSSB) dafür auch zertifiziert und geprüft ist. (keine Extrakosten)


    Also ich würde auch zu einer Schießbrille raten, da man diese besser einstellen kann und es bei Wind oder Schweiß keine Probleme mit den Augen und den Linsen geben kann. Bei den Linsen hat man ja immer einen Fremdkörper im Auge, der das dauerhafte präzise Sehen etwas erschwert.

    Mit bestem Schützengruß aus Niederbayern

    dingo

  • @ dingo,


    das ist auch wieder richtig. Da leider viele aus dem Sport aussteigen, bekommt man z.B. bei egun gute Angebote.


    Aber hier mal (mit Links) eine Aufstellung nur für die Brille mit Zubehör:


    - Knobloch Schießbrille K1 € 175,-
    (Schießbrille K1 von Knobloch - Schießbrillen & Co - Zubehör - Waffen - Frankonia.de)


    - Irisblende € 65,-
    (Irisblende von Knobloch - Schießbrillen & Co - Zubehör - Waffen - Frankonia.de)
    - Justiervorichtung: € 16,90
    (Justiervorrichtung von Knobloch - Schießbrillen & Co - Zubehör - Waffen - Frankonia.de)
    - Knobloch Abdeckscheibe: € 11,90
    (Abdeckscheibe von Knobloch - Schießbrillen & Co - Zubehör - Waffen - Frankonia.de)
    - zzgl. Korrekturglas (Preis abhängig vom Hersteller und der Korrektur)
    - zzgl. ggf. weiteres Zubehör wie Seitenabdeckung, unterschiedliche Farbfilter, etc.


    Damit liegen wir schon, ohne dem Brillenglas bei € 286,8
    Rechnen wir noch mal ca. € 50,- für das Korrekturglas hinzu liegen wir bei € 318,8
    Je nach Ort und Optiker ggf. noch Arbeitskosten für einstellen am Schießstand, etc.
    Ich liege also nicht so weit weg von dem Preis, den ich genannt hatte.


    Bei den Auktionen solche Brillen zu ersteigern kan sich selbstverständlich lohnen, aber auch hin und wieder ein Griff ins Klo sein. Also es ist mit Risiko behaftet.


    Was die Kosten für den Optiker betrifft, da kann das schon unterschiede von Landesverband zu Landesverband geben. Aber vorab beim LV informieren wäre da nicht das verkehrteste, ob es da eine Kostenübernahme oder bestimmte Vertragspartner gibt, die auch zertifiziert sind.

  • Hallo,


    nur mal nebenbei, der Optiker würde sich bestimmt freuen, wenn er nicht nur die Arbeit hätte, sondern auch das Brillengestell verkaufen kann. Evtl. fallen die Kosten für genaues Ausmessen und EInstellen dann auch geringer aus.


    Gruß P.

  • Hallo,


    nur mal nebenbei, der Optiker würde sich bestimmt freuen, wenn er nicht nur die Arbeit hätte, sondern auch das Brillengestell verkaufen kann. Evtl. fallen die Kosten für genaues Ausmessen und EInstellen dann auch geringer aus.


    Gruß P.



    Das ist selbstredend der Fall......


    Nur sitzt eben auch in der heutigen Zeit das Geld nicht so locker und man tendiert dann doch dazu, auch den Gebrauchtmakrt zu bedienen.
    Hinzu kommt, dass man den Optiker meist nur dann benötigt, wenn man auch eine Korrekturlinse benötigt.
    Es gibt aber auch einige Schützen die Schießbrillen ohne Korrektur verwenden.


    Aber man läuft auch Gefahr, dass ein Optiker in den Enzelpreisen der Teile teurer sein kann, als jetzt z.B. Frankonia oder andere Waffenhändler, da eine wesentlich geringere Menge verkauft wird.
    Aber das muss auch nicht sein. Angebot machen lassen und prüfen. Anders geht das nicht.

  • Wir sollten hier schon unterscheiden ob Gewehrschütze oder Pistolenschütze.


    Hier mal für Gewehrschütze so wie der Fragesteller einer ist:


    Bei CSP eine Gehmann mit Abdeckscheibe €130,-
    Bei Buinger eine Jäggi Nova mit Abdeckscheibe €139,-
    Bei Buinger eine Varga 2000 mit Abdeckscheibe €77,90 :thumbsup:


    Ich selber schieße die Champion Modell Olympic Champion. Ist stabil und es lässt sich dort relativ gut alles einstellen.


    Die MEC erscheint mir einfach zu filigran.


    Ebenso ist ja die Frage ob man eine Bügelbrille oder Bandbrille nimmt. Bei der Bandbrille darf man natürlich WINNER nicht vergessen.
    Da ich selber ständig Brillenträger bin habe ich mich für eine Bügelbrille entschieden. Für einen Nicht-Brillenträger wird vermutlich eine mit Band anfangs sicher komfortabler sein.

    Nicht alle seine Fähigkeiten und Kräfte soll man sogleich und bei jeder Gelegenheit anwenden. - Baltasar Gracián