Schießbrille

  • Servus Meisterschützen,


    vor kurzem hab ich mir eine Schießbrille angeschafft und jetzt tut sich mir eine große Frage auf.


    Welche Blenden sind erlaubt??? Wie dürfen die Abmaße sein, Farbe, Position, seitlich auch, wenn ja an beiden Augen etc. etc. etc.


    Bei mir konnte da keiner so genau sagen, was alles erlaubt ist und was nicht. Vielleicht weiß es ja einer, oder hat einen Link der alles erklärt. Ich will ja bei der schwäbischen Meisterschaft mit einer regelkonformen Schießbrille an den Stand gehen. ^^


    Bin schon ganz gespannt, was ich da so hinbasteln darf..... 8)

    "Holzhacken ist deshalb so beliebt, weil man bei dieser Tätigkeit den Erfolg sofort sieht." Albert Einstein

  • Die Antwort findest du in der Sportordnung des DSB (Allgemeiner Teil):


    0.5.4.5 Blenden


    Kurz gesagt steht drin, dass du Seitenblenden haben darfst mit einer Maximalhöhe von 40mm, die Länge ist egal. Muss an einer Kopfbedeckung, Strinband oder Brille befestigt sein und darf max. bis zur Stirn (heißt vom Brillenbügel abwärts) gehen.
    Am nicht zielenden Auge darfst du eine Blende mit einer Breite von max. 30mm anbringen.


    Im Teil für Gewehr 1.0.3.3.4 steht noch drin, dass du am Gewehr eine Blende für das nicht zielende Auge befestigen darfst. Diese darf von der Diopteröffnung max. 100mm lang und 30mm hoch sein.


    Ich weiß allerdings nicht, ob beides kombiniert erlaubt ist.


    Viel Glück bei der Schwäbischen. Ich war letzten Sonntag mit der MLP dran und am Samstag darf ich noch mit der Luftpistole antreten.

    Mein Trainingsmotto:
    Wer aufhört besser zu werden, hat aufgehört gut zu sein. (Philip Rosenthal, Unternehmer, *1916)

  • An dieser Stelle sei vielleicht noch die Anmerkung erlaubt, dass die Einführung dieser verschärften Blendenregeln erstmal gar nichts mit Vorteilsnahme oder Chancengleichheit zu tun hatte. Die Absicht der ISSF dahinter war, dass die Schützen ohne große Blenden einfach photogener rüberkommen sollten. Diese Regel macht aber zumindest auf den unteren Meisterschaften nur wenig Sinn, zumal es ja dort auch noch viel eher Stände mit ungünstigen Lichtverhältnissen gibt.


    Ich vertrete auch die Auffassung, dass durch die Verwendung von Blenden im Prinzip keine wirklichen Vorteile entstehen, sondern nur Nachteile bei etwas empfindlicheren Schützen verringert werden. Ich benutze eigentlich nie Blenden und kann auch beide Augen beim Schießen offen lassen. Ist wohl manchmal auch ne Kopfsache, wie so vieles beim Schießen.


    Ludwig


    Es steht jedenfalls nirgends in der Sportordnung, dass die Blenden an Gewehr und Schütze (Brille oder Stirnband) zusammen nicht zulässig sein sollen. Vergleiche 1.0.3.3.4 mit 0.5.4.5. In der Praxis habe ich aber so etwas noch nie gesehen, wohl aber noch oft diese alten, monströsen schwarzen Blenden, die mir schon immer suspekt waren.



    Mit bestem Schützengruß


    Frank

  • Vielen Dank an alle! Ihr habt mir sehr geholfen. Auf die Seite vom Müller in Manching hätte ich auch selber kommen können, aber manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht. Sobald ich meine Schießbrille "aufgerüstet" habe, stell ich ein Bild online um eure Meinung einzuholen.


    Gruß Christian

    "Holzhacken ist deshalb so beliebt, weil man bei dieser Tätigkeit den Erfolg sofort sieht." Albert Einstein

  • Moin Christian,
    mich würde mal interessieren,ob du mit Schießbrille bessere Ergebnisse schießt, als ohne.
    Ich schieße nicht besser mit Schießbrille, habe eher das Gefühl,dass ich, wenn ich meine, der Schuß würde etwas nach rechts gehen,die Mitte getroffen habe. Liegt das vielleicht am eingestellten Winkel des Glases?
    Mit meiner Gleitsichtbrille muß ich mal probieren, ob dieses "Phänomen" dort auch auftritt.

    Grüße aus dem Norden
    Minimag
    ____________________________
    schuetzenverein-kappeln.de

  • Hallo Minimag,


    die Schießbrille hat den Vorteil, dass das Glas so nah und so vor das Auge gebracht werden kann, dass man auch wirklich zentriert mittig durch das Glas schauen kann. Nur dort erreicht ein Brillenglas seine größte Schärfe. Bei einer normalen Brille geht das insbesondere im Anschlag Stehend, aber auch Liegend und Kniend nicht. Beim Dreistellungskampf würde man dann mit drei verschiedenen Winkeln durch jeweils unterschiedliche Stellen des Glases schauen. Damit sind Trefferverlagerungen vorprogrammiert. Außerdem müsste man so immer auf die bestmögliche Schärfe des Glases verzichten.


    Beim Auflageschießen hat man mit der Brille aufgrund der weitestgehend geraden Kopfhaltung etwas mehr Spielraum. Aber von der Verwendung einer Gleitsichtbrille würde ich abraten, da doch schon bei kleinen Veränderungen der Kopfhaltung die Gefahr besteht, dass man in den Übergangsbereich kommt. So können dann leicht Zielfehler entstehen. Ist natürlich andererseits etwas ungünstig, wenn man durch eine reine Fernbrille dann im Nahbereich z. Bsp. beim Laden nicht mehr optimal sehen kann.


    Zu den von Dir angesprochenen Abweichungen der Trefferlage: Die Anpassung der Brille und der weiteren Elemente der Visierung wird normalerweise dann als optimal angesehen, wenn die eigene Vorhersage der Trefferlage am besten mit der Realität auf der Scheibe übereinstimmt.



    Mit bestem Schützengruß


    Frank

  • Zitat Murmelchen:
    Ist natürlich andererseits etwas ungünstig, wenn man durch eine reine Fernbrille dann im Nahbereich z. Bsp. beim Laden nicht mehr optimal sehen kann.



    Dieses Problem habe ich wirklich schon des öfteren beobachtet, aber da muss man ganz klar sagen, dass auf die Nahsicht zu verzichten ist und die ideale Sehschärfe auf die Scheibe ausgerichtet werden muss.
    Ich kenne zwei Schützen, die schießen und danach brauchen sie ein Vergrößerungsglas, um ihren Schuss überhaupt sehen zu können. Aber das sind hervorragende Schützen (der eine Auflage mit regelmäßig 298-300 Ringen, die andere LG Freihand mit gut über 380 Ringen)

    Mit bestem Schützengruß aus Niederbayern

    dingo

  • So, die Schießbrille ist jetzt "eingetragen" und ich schildere mal wie es mir bisher ergangen ist.


    Als ich die Schießbrille das erste Mal aufgesetzt habe dachte ich mir.......Irgendetwas stimmt ganz und gar nicht. Egal wo ich hinsehe, alles ist scharf mit dem Glas, aber beim Zielen durch die Visierung ist zwar das Rinkorn scharf, die Zielscheibe aber ganz verschwommen. Nach ewigem hin und her Geschraube und Einstellerei immer noch die gleiche Sch..... Bisher hab ich mit meiner normalen Brille geschossen und da war Ringkorn und Zielscheibe perfekt scharf.


    Also am nächsten Tag wieder zum Optiker. Nachmessen der Sehstärke und des Glases, Anschlagkontrolle auf richtige Einstellung der Brille, aber alles hat gepasst. Nach einer gewissen Zeit Brainstorming kam er auf eine Idee. Ich soll die Blende von der Schießbrille weglassen und mit der normalen 3 cm Blende, welche ich vorher am Diopter hatte, das ganze mal probieren.
    Gesagt getan. Am Nächsten Tag am Schießstand die Schießbrille ohne Blenden nur mit dem Glas aufgesetzt, alte Blende ans Diopter ran und dann Gewehr hoch und zielen....... Tja, dachte ich, etwas besser ist es ja, aber noch nicht das gelbe vom Ei. Trotzdem mal angefangen zu Schießen und so nach 70, 80 Schuß wars dann endlich gut. Mein Auge hat also nur etwas Zeit gebraucht um sich an die neue Brille zu gewöhnen.


    Zum heutigen Zeitpunkt hat es sich jetzt so eingespielt, daß ich das Ringkorn scharf sehe und beim Ziel minimal die Außenkontur verschwimmt. Dies gefällt mir aber ganz gut da es mir jetzt leichter fällt den Schuß abzugeben, als früher mit der normalen Brille, als ich das Ziel ganz scharf sah.


    Dies hat jetzt so weit geführt, daß ich jetzt standartmäßig meine 380+ schieße und beim letzten Schießen am Dienstag (für die Meisterschützen) sogar die 390 geknackt habe. *vollfreu*


    Ein wenig komisch ist es allerdings schon der einzigste zu sein, der eine "nackte" Schießbrille mit einer Blende am Diopter verwendet.

    "Holzhacken ist deshalb so beliebt, weil man bei dieser Tätigkeit den Erfolg sofort sieht." Albert Einstein

  • Ich kann dich beruhigen, du bist nicht der einzigste. Meine Mutter machts genauso, aus dem gleichen Grund wie du.


    Sie sieht einfach nicht scharf, wenn sie ein Auge immer teilweise abgedeckt hat.


    Und Gratulation zu den 390 Ringen!! Ich bin mit 389 wieder mal knapp gescheitert. (schon zum 4 oder 5. Mal)

    Mit bestem Schützengruß aus Niederbayern

    dingo

  • Moin Ihr alle,
    Wenn ich mit meiner normalen Gleitsichtbrille 297 -299 schieße, dann hab ich wohl unbewußt immer richtig durch die Brille geschaut.
    Mit Schießbrille ist es aber genauso, bis auf diese beschrieben Abweichungen. Es ist ja auch nicht immer so. Manchesmal habe ich mich aber schon gewundert, warum die 10 nicht richtig "hübsch" war, oder sogar knapp daneben.
    Nachdem ich meine Schießbrille eingestellt hatte (der Optiker mußte mit auf den Schießstand kommen), habe ich meine Schaftbacke, das Korn und die Visierung in der Position verändert. Meine vermeintlichen Rechtsschüsse, die dann aber doch ne glatte 10 wurden, könnten natürlich daran liegen. Es könnte aber auch daran liegen, dass ich während einer Serie meine Kopfhaltung verändere, ohne dies zu merken, dann schaue ich ja nicht durch die Mitte des Schießglases. Das Blöde ist ja auch, dass die Knobloch-Schießbrille alleine gar nicht einstellbar ist. Haste den Winkel richtig, ruscht die Höhe weg. Es ist ein Kreuz !! Vor meinem nichtzielenden Auge habe ich ein Brillenglas für die Nahsicht, so dass ich die Diabolos gut einsetzen kann und auch die Treffer gut sehen kann. Das klappt ganz gut. Die normale Blende passt nichtauf mein Diopter (rutscht immer ab),oder ich hab was falsch gemacht.

    Grüße aus dem Norden
    Minimag
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