Hab ein Problem mit einer Schützin

  • Also ich hab im Schützenverein 2 Freundinnen. Die eine ist ein echtes naturtalent in sachen schießen (166 und 170 nach vielleicht 6mal trainieren) und die andere (136 und 128 am gleichen tag wie die erste) meint sie wäre schlecht nur weil sie bisher noch nicht besser geschossen hat. Dadurch regt sie sich immer zu viel über schlechte schüsse auf


    Nun meine frage: Was kann man machen damit sie nicht ständig dran denk das beste ergebnis zu schießen??
    Sollte man sie vielleicht getrennt auf den stand schicken?? ?( ?( ?(

  • Ich lasse Einsteiger nicht ergebnisorientiert schießen. Am Anfang Konkurenzsituationen entstehen lassen (bspw. durch Ringe zählen) kann alles verderben - ich fürchte, so was passiert bei Euch gerade auch. Viel wichtiger ist das Erlernen und Einprägen der wesentlichen Technikelemente und Abläufe. Da dürfte bei gerade mal 6 Trainingseinheiten noch erheblicher Bedarf zu existieren. Überprüfe auch den Lernfortschritt, indem Du ab und an das vermittelte Wissen abfragst.


    Lass dann erst mal nur Schussbilder schießen. Wichtig ist nicht der Vergleich mit der jeweils anderen Schützin, sondern die Beobachtung der jeweils eigenen Entwicklung. Versucht doch mal gemeinsam heraus zu finden, warum einzelne Schüsse schlecht sind. Wenn das nicht gelingt, fehlen wohl noch Grundlagen und/oder die Wahrnehmung ist noch nicht ausreichend sensibilisiert. Aufregen ist im Übrigen fast eine Garantie dafür, dass es nicht besser werden kann. Außerdem blockiert sie meist noch die Wahrnehmung.


    Lass die beiden sich untereinander austauschen, sich gegenseitig beobachten und voneinander lernen. Die Betroffenen finden untereinander manchmal eine Kommunikationsebene, die einem Außenstehenden nicht zugänglich ist. Beraten und leiten kannst Du natürlich immer.

    Jede Schießsport-Disziplin hat ihre Existenzberechtigung. Zusammenhalt ist wichtig - über die Grenzen von Disziplinen und Verbänden hinweg.

  • Vielleicht hilft ein Gespräch mit der 2.ten? Man könnte ja drüber reden, dass es eben "Naturtalente" gibt und eben welche, die etwas länger brauchen so zu schießen. Deswegen ist keiner schlecht und mit einem Schnitt von 132 nach 6 mal trainiern schon gar nich (falls ich das jetzt richtig verstanden habe).


    Wenn ich mal fragen darf, wie alt sind denn die 2 damen???


    LG

  • Was ich vergessen habe sie schießen beide seit august anfangs noch aufgelegt und mittlerweile auch wie gesagt seit 6 wochen freihand.
    also sie schießen anfangs immer schussbilder oder einfach nur mal abzugstraining usw danach dann meisten eine serie. Beide sind 13 Jahre.

  • Ich würde auch sagen es ist wichtig mal den Druck raus zu nehmen. Vermitteln, dass die Technik erst mal das wichtigste ist... dann das resultat. Dem einen Liegt das eine mehr, dem anderen weniger. Das ist normal. Man muss den Konkurrenzgedanken raus lassen am Anfang. Gerade bei Freundinen. Und man muss motivieren und loben. Auch die schlechtere muss positiv gefördert werden sonst entsteht unruhe. Mit dem Alter kommt dann auch Erfahrung und Einsicht. Je jünger, desto schwieriger sind so Unterschiede einzuordnen. Schlechte Resultate dürfen bei Jungen nicht Thematisiert werden. Das Positive muss immer überwiegen. Es geht hier um Spass und nicht um Leistungsdruck. Den kann man sich dann später anschauen wenn sie mit 16 noch Kader schiessen.

    Servus, habe die Ehre..
    Kloaner_Schütz


    Mein Gewehr: FWB 601
    Gehmann Iris/Gehmann Klarsicht-Ringkorn verstellbar/Visirlinienerhöhung (FWB)/Laufgewichte (FWB)/MEC III Contact Kappe/TEC-HRO Touch Abzug/TEC-HRO Schaftgewicht


    Meine Vereine:
    1. SG Immergrün Unterföhring (Bayern) 2. Sportschützen UBS Zürich (Schweiz) 3. SSG Wallisellen (Schweiz)

  • Versuche doch, wenn sie sich immer mit der anderen messen will (man kann es den Kids nicht ganz austreiben), einfach manche Sachen an ihr zu finden, die sie klasse macht und lobe diese.


    Zum Beispiel: Dein Stand ist klasse; du hältst gut nach; du setzt das gut um, was ich dir gesagt habe; usw.


    Die Ergebnisse kommen dann nach und nach. Oder setze ihnen realistische Ziele, die sie schaffen können. Für die eine etwas schwerer für die andere etwas leichter, je nach Leistungsstand und dann lobe sie, wenn sie die Ziele erreicht haben. Nicht ein anderer Schütze soll das Ziel sein, sondern sein eigenens Leistungsniveau kontinuierlich zu erreichen und langsam zu steigern, das ist was wahre Ziel.


    Die Vorschläge mit Anfängern keine Ringergebnisse zu schießen, sind meines Erachtens nur für die ersten 1-2 Monate interessant. Dann wollen sie einfach mal was handfestes haben. Übrigens: In meiner Jugendgruppe habe ich auch 7 Schützen auf ungefähr dem gleichen Niveau und ein paar Ausreißer nach oben und unten. Mit der oben beschriebenen Methode erzielen auch die schwächeren Schützen Erfolge und freuen sich genauso, wenn sie die Übung z.B. mit weniger Schuss geschafft haben.

    Mit bestem Schützengruß aus Niederbayern

    dingo

  • Ich kann die Ergebnisse altersmäßig schlecht vergleichen, da unsere Schützen mit 13 Jahren ja schon drei Jahre trainieren, für einen Anfänger sind allerdings auch 68er Serien nicht gerade schlecht. Ich denke eine solide Trainingsdokumentation wäre dabei sicher motivierend, das gibt dem Schützen die Möglichkeit nachzuvollziehen wie sich seine eigene Leistung entwickelt. Du kannst das als Trainer natürlich noch unterstützen, indem du diese Daten gemeinsam mit dem Schützen auswertest und vielleicht auch grafisch aufbereitest (Diagramm). Verglichen wird ausschließlich der Trainingserfolg.

    Gerhard Seemüller


    „Great minds discuss ideas;

    average minds discuss events;

    small minds discuss people.“

  • Das kommt eigentlich immer vor, nicht nur am Anfang, dass ein Schütze(in) besser als der andere ist. Wenn die Schon miteinander trainieren und sich gegenseitig am Ergebnis orientieren folgenden Vorschlag.


    ich lasse immer Übungen schiessen die erreichbar sind (z.B. macht fünf Schuß auf die Scheibe davon müssen sich 3 / 4 berühren; du brauchst 30 Ringe/35 Ringe oder der schlechteste Schuss ist eine 4 / eine 6 ........)


    So kannst du mindestens auch 60 % der Trainingszeit die "Luft" rausnehmen weil beide eine Chance haben das gesteckte Ziel zu erreichen.


    Als nächstes 2 oder 3 Trainigsabende du "bestest" beiden vor ==> laden -aufnehmen- Grobanschlag - Atmen - Kopf anlegen Zielen, Druckpunkt - Abziehen - Nachzielen (oder einzelne Element). So konzentrieren sich beide auf deine Stimme und denken nicht über Ergebnisse nach; Ach ja, keine Ringzahlen vorgeben, nur auf sauberes abziehen achten und Vorgabe irgendwo im SCHWARZEN oder 80 % im Schwarzen...... Je nach Leistungsstand. Dadurch kannst du auch -wie ich herauslese- das Ärgern über den Schlechten Schuß herausnehmen da du erklären kannst, das vorne noch ganz egal ist... Weil Aufregen nur den oder die nächsten Schuß(e) ebenfalls verschlechtern kann und eh nichts bringt.


    Irgend wann kommt ein leerer Bildschirm oder neue Scheiben und wenn du siehst das die schwächere besser ist -kann man steuern- sagst du jetzt zählen wir mal..... oh, du bist besser (kann man nach 3, oder mehr schüssen jederzeit tun.


    Es gibt noch unzählige Möglichkeiten aber probiere diese mal aus und sag mir ob's geholfen hat.



    Grüßle


    dieter