Gewehr kippt im Anschlag zur Seite weg

  • Moin Leute,


    ich habe folgendes Problem:


    Wenn ich in den Anschlag gehe, den Kopf senke, abblende und dann wieder durch das Diopter gucke, dann kippt mir das Gewehr langsam aber merklich zur Seite weg. Dann ist das Korn nicht mehr in der Mitte, sondern links im Bild.


    Ich hätte da vielleicht folgenden Theorien:


    1. Ich lasse meinen rechten Arm locker und dieser senkt sich ja dadurch. Aber irgendwie ist der Druck auf das Gewehr wohl zu groß.
    2. Die Schaftbacke könnte eventuell zu hoch sein und ich drücke seitlich dagegen. Jedoch habe ich nicht dieses Gefühl
    3. Ich halte das Gewehr nicht fest genug am Griff.


    zu 1. Ich habe darauf heute geachtet. Ich kann den Arm nicht höher machen. Das müsste ich mit Kraft machen und dadurch entstehen Spannungen.
    zu 2. Heute habe ich mich 1,5 Std. nur mit der Backe beschäftigt und sie richtig eingestellt. Das Gefühl ist ein gutes und ich sehe immer direkt durch, wenn ich den Kopf auflege. Ich lege meine Wange immer von oben auf und der Druck geht nach unten.
    zu 3. Das stimmt. Ich halte den Griff nicht sonderlich fest. Eher locker.



    Sind diese Theorien richtig? Könnte es noch mehr solcher Ansätze geben?


    Grüße


    Michael

    Walther LG 300 XT Protouch
    Anschütz 1407 in Walther KK 200 Schaft

  • Gute Idee. Momentan wiegt es 5150 Gramm

    Walther LG 300 XT Protouch
    Anschütz 1407 in Walther KK 200 Schaft

  • Das Problem hat mit dem Gewicht nichts zu tun.
    Ich nehme mal an du sprichst vom Stehendanschlag (Rechtsschütze) und das Gewehr kippt dir nach rechts weg.
    E sollte durch die richtige Schaftkappeneinstellung bzw. das richtige einsetzen in die Schulter zu beheben sein denn meiner Meinung nach
    scheint die Ursache nicht genügend Druck/Schulterkontakt zur Schaftkappe zu haben.

  • [...] nicht genügend Druck/Schulterkontakt zur Schaftkappe zu haben.


    Das kann sein. Also die Kappe kann man noch ein wenig bewegen, sobald ich im Anschlag bin.


    Habe die Contact III. Ich hab das bereits auf ganz klein gestellt und die 2 cm habe ich bereits ausgreizt (vielleicht noch 3 mm Spielraum). Ich bin eher schmächtig und meine Arme, bzw. meine Schulter ebenfalls.

    Walther LG 300 XT Protouch
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  • Hallo MiSawi,


    also dann versuche ich auch mal ein paar Antworten zu geben.

    1. Ich lasse meinen rechten Arm locker und dieser senkt sich ja dadurch. Aber irgendwie ist der Druck auf das Gewehr wohl zu groß.

    Um weitere Spannungen zu vermeinden sollte man den Arm locker hängen lassen. Sobald du Ihn aktiv hoch oder runter drückst entstehen zusätzliche Spannungen, die sich mit großer Wahrscheinlichkeit bei der Schussabgabe lösen werden und so den Schuss verreißen werden. Abgesehen vom Griff am Pistolengriff sollte man Kraftaufwände möglichst minimieren oder sogar ganz vermeiden. Dazu mehr unter 3.


    2. Die Schaftbacke könnte eventuell zu hoch sein und ich drücke seitlich dagegen. Jedoch habe ich nicht dieses Gefühl

    Hier scheinst du ja bereits eine gute Lösung gefunden zu haben. Du solltest dabei jedoch auf einen guten Kontakt mit dem Kopf achten. Der Kopf sollte mit seinem Eigengewicht auf der Backe liegen.

    3. Ich halte das Gewehr nicht fest genug am Griff.

    Den Pistolengriff sollte man möglichst fest halten. Ein Trainer währen eines DSB Lehrgangs verglich das mal mit einem Hammer. Stelle dir vor du schlägst einen Nagel mit einem Hammer in ein Holzbrett. Mit diesem Druck sollte man beim LG den Griff umfassen. Ich fand es zuerst auch etwas heftig, aber komme nach etwas Gewöhnung gut damit zurecht. Wichtig dabei ist, dass du das Gewehr nicht nach hinten ziehst sondern einfach nur fest den Griff umfasst. Den Druck am Griff und Schulter kannst du am besten über die Schaftkappe regulieren.

    Das kann sein. Also die Kappe kann man noch ein wenig bewegen, sobald ich im Anschlag bin.

    Dein Hauptproblem liegt allerdings wohl woanders. So wie du selber schreibst hast du zu wenig Kontakt zwischen der Schaftkappe und deiner Schulter. Wo genau setzt du in der Schulter an? Weiter innen? Oder weiter außen? Optimaler weise sollten man weiter außen ansetzten, damit das Gewehr am Oberkörper vorbei kommt. Damit wird schon mal ein verdrehen des Oberkörpers vermieden.


    Zusätzlich könntest du die Schaftkappe weiter raus stellen um so mehr Druck in die Schulter zu bekommen. Allerdings könnte es zum Teil auch an deinem Anschlag liegen. Drehst du Schulter ein, etc.?


    Wie du siehst kann es viele Gründe haben. Aber vielleicht helfen die ja die einen oder anderen Punkte hier.

    LG-Gewehr: Anschütz 9003 Premium S2 Precise
    KK-Gewehr: Anschütz 1907, Schafft Walther KK200

  • Hallo MiSawi


    Hatte vor nicht allzulanger Zeit das selbe Problem. Meiner Meinung nach lag es bei mir beim ganzen Einsetzen-Vorgang - hab da manchmal nicht sauber gearbeitet. Unteranderem ist mir dann aufgefallen, dass der Ansatzpunkt des linken Ellbogens (Rechtsschütze) nicht immer am gleichen Punkt aufsetzte. Dadurch enstand quasi ein permanenter Drift nach rechts.
    Auch der falsche Einsetzpunkt der Schaftkappe könnte ein Indiz dafür sein.
    Viel Spass beim ausprobieren :)

  • Oh, das sind viele Tipps und Hinweise :)


    Morgen habe ich Vereinsmeisterschaften. Das ist bei uns eher Training. Ich werde das morgen alles mal nach und nach ausprobieren. ich bin mir sicher, dass ich das Problem lösen werde :)

    Walther LG 300 XT Protouch
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  • Nach etlichen Versuchen habe ich es einigermaßen hinbekommen. Jedoch weiß ich nicht genau wie. Ich habe die Visierlinenerhöhung um 4 mm tiefer gemacht. Zudem die Schaftkappe und -backe angepasst (Kappe ist nun mehr geneigt, da ich mit dem Ellbogen weit oben auf der Hüfte ansetze und dann hoch stehe). Die Schaftkappe setze ich nun immer regelmäßiger an die gleiche Stelle. Und auch den Ellbogen.


    Uns siehe da, da kippt gar nichts mehr. Außer ich setze falsch ein. Ist auch ein gutes Indiz, um wieder neu einzusetzen, weil es eh eine Neun wird, wenn das Gewehr kippt :)


    Vielen Dank für die Ratschläge ^^


    PS. Ach ja, die Mannschaft um Manni380, Sylvia, Leo79 und mich wird euch alle wegputzen :D

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  • Ich habe das Gefühl, dein Problem liegt ganz wo anders. Natürlich ist es schwierig nur aufgrund von Schilderungen Tipps zu geben aber mach mal 3 kleine Dinge:


    ich gehe davon aus du bist Rechtsschütze bist und auch weisst, wie man den Nullpunkt sucht


    1. stehe Parallel zum stand und achte darauf, dass dein Rechter Fuß ca. 2 - 3 cm hinter dem linken steht. Ganz ganz leicht die Versen zueinanderdrehen.


    2. Beim Hochnehmen der Waffe etwas höher nehmen und gleichzeitig das Becken LEICHT nach vorne schieben.


    3. die Waffe LEICHT verkantet einsetzen


    Dein Anschlag ist jetzt ruhiger und egal wie du den Kopf drückst (wenn auch nur leicht) das ist nichts. Der Kopf bleibt gerade und die WAFFE kommt IMMER zum Kopf. Anderenfalls wirst du (wenn auch nur leicht) "Vorderlastig"



    Probiers mal aus, geht keine 5 Minuten und mach mal ein paar Schuß.


    Vor ich's vergesse. Evtl. die Schaftkappe leicht nach unten um das Kopfsenken auszugleichen -That's it-


    Grüßle


    Dieter

  • das Becken LEICHT nach vorne schieben.



    Nun ja, ich habe meine Hüfte sehr weit vorne, weil mir ansonsten die Stabilität fehlt. Wenn ich das Becken nur leichte nach vorne schiebe, dann ist der Anschlag sehr wackelig und Die Hüfte wandert von alleine Richutng Scheibe, bis sie "fest" ist und sich gar nicht mehr bewegt.


    Ich werde dennoch deine Tipps am Mittwoch ausprobieren.


    Ach ja, du hast Recht. Rechtsschütze und den Nullpunkt finde ich auch ;)


    Dankeschön :)

    Walther LG 300 XT Protouch
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  • Das Becken nicht noch weiter nach vorne in diesem Fall sondern nur auf das verkannten zum Kopf hin achten und wichtig die Fußstellung


    Danke für deine zusätzliche Info - so wird das was


    Dieter

  • Gestern beim Training habe ich versucht meine Hüfte nicht so weit nach vorne zu schieben. Aber das geht einfach nicht. Die ganze Stabilität ist weg. Und zudem wandert die Hüfte langsam automatisch nach vorne. Aber ich treffe mit diesem Anschlag dennoch. Ist vielleicht etwas hoch aber das gleiche ich wieder aus, indem ich mich etwas breiter hinstelle.


    Was ich noch geänder hatte: Rechter Fuß hinter den linken. Aber nur minimal. UND ich habe meine Stützhand etwas mehr gegen den Uhrzeigersinn gedreht. Ich habe so eine Stabilität noch nicht erlebt. Das Gewehr liegt so schön ruhig und mit dem vollen Gewicht irgendwie auf der Hand.


    Dabei noch auf das richtige Einsetzen des Ellbogens geachtet, et voilá :)


    Die Neunen fielen nur, wenn ich die Technik vernachlässigt habe. Ansonsten alles mittig. Ich hoffe ich kann das am Samstag in Hannover beim Air-Rifle-Cup reproduzieren.


    Ach ja, durch das leichte Verkanten kippt das Gewehr nicht mehr. :thumbsup:

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  • Ouh ja. Bis Bremerhaven wird das alles 1A 8)

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  • 1. stehe Parallel zum stand und achte darauf, dass dein Rechter Fuß ca. 2 - 3 cm hinter dem linken steht. Ganz ganz leicht die Versen zueinanderdrehen.


    2. Beim Hochnehmen der Waffe etwas höher nehmen und gleichzeitig das Becken LEICHT nach vorne schieben.


    3. die Waffe LEICHT verkantet einsetzen


    Nach dem blamablen Wochenende in Hannover habe ich mich nun entschlossen doch noch den oben genannten Weg von Dieter einzuschlagen. Gestern drei Stunden auf dem Schießstand gewesen und den Anschlag von grundauf neu aufgebaut. Hat das vielleicht gewackelt. Ich wusste gar nicht, wie stark ich die Hüfte schieben sollte. Bis ich dann einen Punkt gefunden habe.


    Nach ein paar Einstellungen am Gewehr und mit den Füßen stehe ich nun auf der richtigen Höhe auf der Scheibe. Momentan bin ich noch rechts (heißt knapp neben dem Schwarzen) aber das war mit gestern auch egal. Thema rechts und Schaftbacke werden am Mittwoch angegriffen. Ich mache dann ein paar Fotos, damit ihr den Unterscheid sehen könnt.


    Bis Mittwoch dann


    Michi

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  • Und denk ans Einrichten, nicht das du dich wieder auf dem Nachbarstand hinstellst :D


    Das hat sich so bei mir eingebrannt, dass ich das unter Garantie nicht vergessen werde, danke :)

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  • Hast wenigstens was getroffen? :D
    Nem Vereinskollgen ist sowas auchmal passiert, mit dem Unterschied das er ein astreines Blattl auf die Scheibe der Schwester gesetzt hat :thumbsup:

  • Nein, ich habe nicht auf die andere Scheibe geschossen :D Ich sand nur so weit links, dass man hätte denken können, dass ich beim Gegner stehe :D


    Ach ja, hier habe ich mal ne .gif Datei mit sieben Anschlägen hintereinander gemacht. Sieht aus wie ein kleiner Film. Leider ist die Qualität sehr mies. Aber könnt ihr mir sagen, ob der Anschlag ansich so gesund aussieht?


    http://schiesssportwoche.de/anschlag.gif

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