• Nervosität oder wie stehe ich mir selbst erfolgreich im Weg. Jeder kennt es, im Training, nach einem Lehrgang ist man auf einem höheren Niveau. Im Wettkampf kracht man ungebremst auf den Boden der Realität. Man kriegt es im ersten Moment nicht geklärt warum.

    Positiv ist, dass du auf Meisterschaften und Wettkämpfen eine stabile Leistung hast. Dein Trainingsergebnis von Mitte 70 zeigt was möglich ist.

    Gerade nach einer Umstellung sitzt der neue Ablauf noch nicht bombenfest, ist nicht automatisiert. Im Training kein Problem, im Wettkampf fällt man schnell mal aufs Gewohnte zurück. Heraus kommt ein Mix, manchmal ist man froh nicht schlechter geschossen zu haben.

    Um die Nerven in den Griff zu bekommen, braucht es Wettkampferfahrung. Egal welche, RWKˋs, Meisterschaften, Preisschießen. Im Training und im Wettkampf möglichst nicht/wenig auf das Ergebnis achten. (Leichter gesagt als getan) Ausgehend von deinen Wettkampfergebnissen würde ich grob sagen, die Schüsse in vier Kategorien einteilen. 9: passt, 10: gut, 8: na ja, 7 und schlechter: Handlungsbedarf. Auch wenn mal zwei drei Schüsse hintereinander in die 8 gehen besteht Handlungsbedarf. Meist hilft es schon die Nullstellung zu kontrollieren und ggf. zu korrigieren. Wenn das nichts bringt, raus aus dem Tand, kurze Pause, neu Aufbauen. Grundsätzlich auf einen sauberen Ablauf achten. Der Schuss den du gerade machst zählt, die geschossenen sind Geschichte, völlig uninteressant. Die kommenden sind ebenfalls uninteressant. Man rechnet ja gerne mal was man noch schießen muss, was zuverlässig ein gutes Ergebnis verhindert.

    Aus dem Training die Gewissheit über das eigene Können mitnehmen. Ich hab es immer so gehalten, in der Wettkampfsaison auf Ergebnis/Leistung trainieren, im Training vor dem Wettkampf auf Technik und eine 10er Serie Leistungskontrolle.

    Das ist jetzt sicher kein Patentrezept, aber vielleicht hilft es.

    Die schlechtesten Schützen haben die besten Ausreden.:sobbing: ^^

  • Ausnahmslos alle sind im Wettkampf nervös. Deine Schießtechnik die im entspannten Training funktioniert scheint im Wettkampf nicht gut zu fuktionieren. Es muss demnach eine solche entwickelt werden auch unter Anspannung/Nervösität funktioniert.

    Trainierst du auch unter Druck ?

    Machst du sportlich sonst noch etwas anderes , Kardiosport vielleicht ?

    Eine gute Ausdauer wirkt sich in jedem Fall postiv auf die körperlichen Auswirkungen der Nervösität aus.

    Hi Königstiger, danke für dein Feedback :) Trainiere ich unter Druck, nicht so wirklich da ich es nicht schaffe die Nervosität aus dem Wettkampf zu simulieren. Ich versuche manchmal Stress einzubauen aber es ist anders. Ansonsten mache ich cirka 2 x pro Woche Kardio Training auf dem Peleton oder Hiking auf dem Laufband.

    Steyr EVO10e SX :successful:

    Pardini K12 :)

    Feinwerkbau P85:excited:

    Feinwerkbau P8X8)

    Walther GSP Expert:/

    Walther FP500 :successful:

    CZ Taipan^^

    Walther Q5SF 8)

    Luger P08 :happy:

  • Nein. Man kann sich auch eine Arschruhe im Wettkampf angewöhnen. Nennt man "mentale Stärke".

    Das Training, auch unter Druck zu funktionieren, ist ebenfalls ziemlich gut, aber nur die zweitbeste Option.


    Im Training schwitzen, im Wettkampf blitzen.

    ... Arschruhe im Wettkampf hätte ich mal gerne :D

    Steyr EVO10e SX :successful:

    Pardini K12 :)

    Feinwerkbau P85:excited:

    Feinwerkbau P8X8)

    Walther GSP Expert:/

    Walther FP500 :successful:

    CZ Taipan^^

    Walther Q5SF 8)

    Luger P08 :happy:

  • Nervosität oder wie stehe ich mir selbst erfolgreich im Weg. Jeder kennt es, im Training, nach einem Lehrgang ist man auf einem höheren Niveau. Im Wettkampf kracht man ungebremst auf den Boden der Realität. Man kriegt es im ersten Moment nicht geklärt warum.

    Positiv ist, dass du auf Meisterschaften und Wettkämpfen eine stabile Leistung hast. Dein Trainingsergebnis von Mitte 70 zeigt was möglich ist.

    Gerade nach einer Umstellung sitzt der neue Ablauf noch nicht bombenfest, ist nicht automatisiert. Im Training kein Problem, im Wettkampf fällt man schnell mal aufs Gewohnte zurück. Heraus kommt ein Mix, manchmal ist man froh nicht schlechter geschossen zu haben.

    Um die Nerven in den Griff zu bekommen, braucht es Wettkampferfahrung. Egal welche, RWKˋs, Meisterschaften, Preisschießen. Im Training und im Wettkampf möglichst nicht/wenig auf das Ergebnis achten. (Leichter gesagt als getan) Ausgehend von deinen Wettkampfergebnissen würde ich grob sagen, die Schüsse in vier Kategorien einteilen. 9: passt, 10: gut, 8: na ja, 7 und schlechter: Handlungsbedarf. Auch wenn mal zwei drei Schüsse hintereinander in die 8 gehen besteht Handlungsbedarf. Meist hilft es schon die Nullstellung zu kontrollieren und ggf. zu korrigieren. Wenn das nichts bringt, raus aus dem Tand, kurze Pause, neu Aufbauen. Grundsätzlich auf einen sauberen Ablauf achten. Der Schuss den du gerade machst zählt, die geschossenen sind Geschichte, völlig uninteressant. Die kommenden sind ebenfalls uninteressant. Man rechnet ja gerne mal was man noch schießen muss, was zuverlässig ein gutes Ergebnis verhindert.

    Aus dem Training die Gewissheit über das eigene Können mitnehmen. Ich hab es immer so gehalten, in der Wettkampfsaison auf Ergebnis/Leistung trainieren, im Training vor dem Wettkampf auf Technik und eine 10er Serie Leistungskontrolle.

    Das ist jetzt sicher kein Patentrezept, aber vielleicht hilft es.


    Vielen Dank, jomei! Das hilft mir bestimmt sehr.

    Das Lustige ist manchmal: Im Wettkampf vergeige ich die erste Serie komplett, zum Beispiel mit 84 Ringen. Dann kommt die zweite Serie mit vielleicht 88 Ringen. In dem Moment denke ich in der Regel schon, dass der Wettkampf gelaufen ist. Und genau dann passiert es plötzlich, dass ich in der dritten Serie eine 95 schieße und in der vierten eine 92. Verrückt, wie die Psyche funktioniert.

    Meine Trainerin sagt außerdem, dass es bei kleineren Wettkämpfen, wie zum Beispiel der Gaumeisterschaft oder Bezirksmeisterschaft, oft gar nicht möglich ist, sich vernünftig aufzuwärmen oder vor dem Wettkampf Trockentraining an der Wand zu machen. Dabei ist das wichtig, um den richtigen Muskeltonus und die optimale Spannung aufzubauen.

    Das stimmt tatsächlich – bei unseren Wettkämpfen hast du diese Möglichkeit so gut wie nie. Du kommst an, gehst zur Waffenkontrolle, musst dann warten, und danach geht es direkt auf den Stand zum Einrichten und in die Probephase.

    Ihr Tipp war daher: Wenn nötig, einfach kurz auf die Toilette gehen und dort Trockentraining an der Wand machen. Mal sehen, wie gut das für mich funktioniert.

    Steyr EVO10e SX :successful:

    Pardini K12 :)

    Feinwerkbau P85:excited:

    Feinwerkbau P8X8)

    Walther GSP Expert:/

    Walther FP500 :successful:

    CZ Taipan^^

    Walther Q5SF 8)

    Luger P08 :happy:

  • Meine Trainerin sagt außerdem, dass es bei kleineren Wettkämpfen, wie zum Beispiel der Gaumeisterschaft oder Bezirksmeisterschaft, oft gar nicht möglich ist, sich vernünftig aufzuwärmen oder vor dem Wettkampf Trockentraining an der Wand zu machen.

    Einfach rechtzeitig anreisen und schon hast Du Zeit.

    Ein Ralf Schumann könnte das sogar vor der Finalhalle in Hochbrück. (Zur Belustigung einiger Zuschauer die ihn nicht erkannten.)

  • Nein. Man kann sich auch eine Arschruhe im Wettkampf angewöhnen. Nennt man "mentale Stärke".

    Das Training, auch unter Druck zu funktionieren, ist ebenfalls ziemlich gut, aber nur die zweitbeste Option.


    Im Training schwitzen, im Wettkampf blitzen.

    Arschruhe im Wettkampf, Mentale Stärke, ...hmmh. Klar, der eine oder andere kann mit Stress besser oder weniger damit umgehen. Auch die internationalen Topschützen haben im Wettkampf höheren Puls, schweißnasse Hände und zitternde Beine.

    Sicher, man kann die körperlichen Auswirkungen (Puls, Muskelanspannung etc.) der Wettkampfanspannung positiv beeinflussen wenn man weis wie. Aber, ein Wettkampfwird sich niemals so entspannt wie ein Training anfühlen.

    Deshalb ist es im Training so wichtig zu erfahren wie sich das Schießen unter Stress körperlich auswirkt und was man wie erlernen muss damit sich dieser weniger negativ auswirkt.

  • Ich kann die Muskulatur auch ohne Pistole auf Betriebstemperatur bringen. Das ist eigentlich immer und überall möglich. Für die spezielle Vorbereitung mit der Pistole muss ich dann die Vorbereitungs- und Probezeit nutzen. Wichtig ist, dass ich das vor jedem Training genau so mache und damit die Sicherheit erhalte, dass es im Wettkampf funktioniert. Immer wieder den Trainingsabend genau so beginnen. Dann 6/7 Schüsse als Wettkampschüsse. Anschliessend zum Techniktraining. Gut Schuss aus der Schweiz!

  • Die Erfahrung, wenn der Wettkampf vergeigt ist, dann läuft es kenne ich aus eigner Erfahrung. Viele andere auch. Da läuft vieles im Unterbewussten. Es wird mit der Zeit besser.

    Die schlechtesten Schützen haben die besten Ausreden.:sobbing: ^^

  • Zwischen weißer Scheibe und brutal frühem Aufstehen

    Mein weiterer Weg mit der Luftpistole

    Seit meinem letzten Blogeintrag hat sich einiges getan, und gleichzeitig auch irgendwie nicht. Also: Fortschritt ja, Perfektion nein.

    Willkommen in der wunderbar ehrlichen Welt des Schießsports :D

    Viel hilft viel… aber bitte mit System

    Ich trainiere nach wie vor sehr regelmäßig, aktuell etwa drei Mal pro Woche am Stand. Allerdings habe ich mittlerweile gelernt (man wird ja älter und angeblich auch klüger :inspired:), dass „viel“ nicht automatisch „gut“ bedeutet.

    Mein Fokus liegt deshalb immer stärker auf intelligenter Belastungssteuerung: Lieber konstant trainieren, als mich einmal komplett zu zerlegen und danach zwei Tage wie ein rostiger Roboter herumzulaufen.

    Zusätzlich mache ich an 2–3 weiteren Tagen Halteübungen und Trockentraining, auch gerne mal im Hotel. Wer viel reist, wird kreativ. Ich behaupte mittlerweile: Ich kenne mehr Hotelzimmer-Wände als echte Scheiben ^^.

    Das Mysterium der weißen Scheibe

    Jedes Training am Stand beginnt gleich, und für Außenstehende vielleicht etwas unspektakulär:

    Weiße Scheibe. Kein Spiegel. Keine Ringe. Nur Ich und die Wahrheit.

    Ziel ist simpel (in der Theorie): Gruppen kleiner machen. Immer kleiner. Noch kleiner.

    Und ja – es wird besser! Aber: Konstanz ist noch mein Endgegner.

    Mal sieht es aus wie ein Lehrbuchbeispiel…
    und im nächsten Moment denkt man sich:
    „War das jetzt eine Gruppe oder moderne Kunst?“

    Der Trainingsablauf (oder: 2,5 Stunden gehen schneller vorbei als gedacht)

    Mein Training ist inzwischen ziemlich strukturiert:

    • Warm-up zuhause (ca. 30–40 Minuten, keine 390 😉)
      Dehnen, Mobilisation, bisschen Aktivierung
    • Standbeginn
      • ca. 30 Minuten Trockentraining auf die weiße Wand
    • Schießen auf die weiße Scheibe
      ca. 20 Minuten - Fokus: Technik, Gefühl, Wiederholbarkeit
    • Weitere Elemente
      • Balkenscheiben
      • Pyramiden
      • verschiedene Technik- und Konzentrationsübungen

    Insgesamt dauert ein Training etwa 2,5 Stunden.

    Und ja, danach weiß man, was man getan hat.

    Ringe? Ja, aber in homöopathischen Dosen

    Die klassischen Ringscheiben kommen bei mir bewusst selten zum Einsatz:

    Maximal 2x pro Monat ein kompletter 40- oder 60-Schuss-Wettkampf zur Leistungskontrolle.

    Warum? Weil ich gelernt habe:
    Zu viel Ergebnisdenken killt die Technik.

    Aber die Resultate sind ein schöner Nebeneffekt:

    • 371 - 376 mittlerweile

    Ich sage mal so: Ich habe definitiv schon deutlich schlechter geschossen, und das gibt Motivation.

    Training hört nicht am Stand auf

    Was viele unterschätzen: Der eigentliche Aufwand liegt nicht nur im Standtraining.

    • Halteübungen
    • Trockentraining
    • Fitness & Ausdauer

    etwa 1 Stunde pro Tag an den „Nicht-Stand-Tagen“

    Das Ganze ist schon ein ziemlicher Zeitblock, aber hey: Andere schauen jeden Abend 3 Stunden Netflix.
    Ich starre halt Wände an. Hat auch etwas Meditatives :peaceful:.

    Der Härtetest steht bevor

    Die nächsten Wettbewerbe stehen auch schon vor der Tür: 🏆 Bayerische Meisterschaft in Hochbrück

    Reihenfolge:

    1. Freie Pistole
    2. Luftpistole
    3. Sportpistole

    Ich bin ehrlich: Ich bin extrem gespannt, wie sich das Training im Wettkampf zeigt.

    Das eigentliche Problem: Die Uhrzeit…

    Jetzt kommt aber der wahre Endgegner:

    • Start Freie Pistole: 08:00 Uhr (nicht am selben Tag)
    • Start Luftpistole: 07:30 Uhr

    Ich stelle mir aktuell nur eine Frage:

    Wer bin ich um diese Uhrzeit überhaupt?

    Und noch wichtiger:
    Kann diese Version von mir schon 10er schießen?

    Ich vermute:

    • Mein Körper: „Schlafenszeit.“
    • Mein Kopf: „Warum tun wir sowas?“
    • Meine Pistole: „Das wird interessant…“

    Fazit

    Ich merke ganz klar: das Training wirkt. Die Entwicklung geht in die richtige Richtung.

    • bessere Gruppen
    • stabilere Technik
    • mehr Struktur
    • erste konstante Leistungsbereiche

    Aber: Der Weg ist noch lang, und genau das macht den Reiz aus.

    Oder anders gesagt: Ich bin noch nicht da, wo ich hin will…
    aber zumindest schieße ich in die richtige Richtung.

    Liebe Grüße
    Grolli

    Steyr EVO10e SX :successful:

    Pardini K12 :)

    Feinwerkbau P85:excited:

    Feinwerkbau P8X8)

    Walther GSP Expert:/

    Walther FP500 :successful:

    CZ Taipan^^

    Walther Q5SF 8)

    Luger P08 :happy:

  • Na ja, einige behaupte die frühen Startzeiten sind für Teilnehmer mit dem weitesten Anreiseweg reserviert. 😇

    Wünsche dir auf alle Fälle schon mal Gut Schuss und versuch mal zu deinen Startzeiten zu trainieren.

    Die schlechtesten Schützen haben die besten Ausreden.:sobbing: ^^

  • Na ja, einige behaupte die frühen Startzeiten sind für Teilnehmer mit dem weitesten Anreiseweg reserviert. 😇

    Wünsche dir auf alle Fälle schon mal Gut Schuss und versuch mal zu deinen Startzeiten zu trainieren.

    Dankeschön, ich versuche auf jeden Fall besser zu sein wie beim letzten Mal

    Steyr EVO10e SX :successful:

    Pardini K12 :)

    Feinwerkbau P85:excited:

    Feinwerkbau P8X8)

    Walther GSP Expert:/

    Walther FP500 :successful:

    CZ Taipan^^

    Walther Q5SF 8)

    Luger P08 :happy:

  • Bayerische Meisterschaft – 50m Freie Pistole: Ein Wochenende voller Erkenntnisse

    Es ist wieder Zeit, die nächsten Erfahrungen mit euch zu teilen 💁Aktuell ist Bayerische Meisterschaftszeit, und ich habe mich in der Herrenklasse 3 gleich in drei Disziplinen qualifiziert: Freie Pistole, Luftpistole und Sportpistole.

    Das Spannende daran: Ich trainiere eigentlich ausschließlich die Luftpistole. Die beiden anderen Disziplinen schieße ich in der Regel

    nur auf Wettkämpfen oder bei Rundenwettkämpfen.

    Neue Herangehensweise: Ernährung im Fokus

    Letzten Freitag stand die Freie Pistole 50 m in Hochbrück an. Zum ersten Mal habe ich mich bereits eine Woche vorher intensiv mit dem Thema Ernährung in der Wettkampfvorbereitung beschäftigt.

    Ich habe mir konkret überlegt:

    • Was esse ich von Montag bis Freitag?
    • Wann esse ich?
    • In welcher Menge?
    • inklusive Ladetag, Dextroseinsatz und isotonischen Getränken

    Mein Ziel war klar:
    👉 60 Schuss stabil durchschießen – ohne Krafteinbruch oder Zittern.
    👉 Besser sein als bei der Schwäbischen (483 Ringe).
    👉 Qualifikation für die Deutsche Meisterschaft.

    Anreise & Bedingungen

    Mit einem sehr guten Gefühl bin ich nach Hochbrück gefahren. Im Gepäck: meine frisch reparierte Walther FP500 – allerdings ohne sie vorher noch einmal testen zu können. Trotzdem hatte ich volles Vertrauen.

    Was ich allerdings unterschätzt habe:

    👉 Die Bedingungen.

    Bereits um 10:00 Uhr morgens: ca. 35 Grad. Dazu später noch ein weiterer Faktor, der entscheidend wurde.

    Der Start – und das Rätsel

    Aufbau, Stand einrichten, Probeschüsse…
    Und direkt das erste Problem:

    👉 Alle Schüsse zu tief und links.

    Nach einigen Korrekturen war ich zwar wieder im Zentrum, aber immer wieder gingen Schüsse nach links weg – teilweise bis in die 7. Ich dachte, wurde etwas bei der Reparatur verstellt? Kann nur das sein...

    Dann beginnt der Wettkampf:

    • Erste drei Schüsse → wieder Links-7
    • Ich drehe an der Visierung → keine echte Veränderung

    Und dann kam die Erkenntnis:

    👉 Es war der Wind.

    Starker, böiger Wind, der mir im Wettkampffokus zunächst gar nicht bewusst aufgefallen ist.
    Ab diesem Moment konnte ich darauf reagieren – und es lief deutlich besser.

    Der Wettkampfverlauf

    • 1. Serie: 78 – noch nicht optimal, aber noch alles offen
    • Ich halte mich strikt an meinen Matchplan
      • feste Pausen
      • bewusstes Timing
      • kontinuierliche Energiezufuhr (Dextro etc.)

    Danach:

    • 2. Serie: deutlich stabiler
    • 3. Serie: klar in den 80ern
    • Ich komme immer besser ins Match

    In der 5. Serie sehe ich das Ziel schon vor mir:
    👉 495 Ringe sind realistisch.

    Und dann passiert es:

    👉 Ungewollte Schussauslösung – eine 1.

    Ein klassischer Moment, der ein Match komplett kippen kann.

    Mentale Reaktion – der Schlüssel

    Entscheidend war:
    Ich habe den Fehler so schnell wie möglich abgehakt. Keine Diskussion. Keine Gedanken. Kein Ärger.

    👉 Fokus zurückholen.
    👉 Weiter im Plan bleiben.

    Die letzten 12 Schüsse sauber durchgezogen und der letzte Schuss: 10,1.

    Das Ergebnis

    • 487 Ringe
    • Platz 19
    • Neue persönliche Bestleistung mit der Freien Pistole

    Und das Entscheidende:

    Physis: perfekt (kein Einbruch, kein Zittern) damit Ziel erreicht
    Leistung: besser als Schwäbische damit Ziel erreicht
    Quali Deutsche Meisterschaft: sehr wahrscheinlich damit Ziel erreicht

    Mit einem kleinen Zusatz:

    👉 Ohne den einen Fehler wären es 495 Ringe gewesen aber Shit happens

    Fazit

    Ein extrem wertvoller Wettkampf für mich.

    Ich nehme mit:

    • Ernährung funktioniert
    • Matchplan funktioniert
    • Mentale Stabilität funktioniert
    • Anpassung an äußere Bedingungen (Wind!) ist entscheidend

    Und vielleicht das Wichtigste:
    👉 Selbst in einer Disziplin, die ich kaum trainiere, kann ich auf diesem Niveau einigermassen mithalten.

    Jetzt ist das Ganze abgehakt.

    👉 Fokus auf nächsten Freitag: Luftpistole.

    Ich freue mich drauf. 💪

    Steyr EVO10e SX :successful:

    Pardini K12 :)

    Feinwerkbau P85:excited:

    Feinwerkbau P8X8)

    Walther GSP Expert:/

    Walther FP500 :successful:

    CZ Taipan^^

    Walther Q5SF 8)

    Luger P08 :happy:

  • Hallo Grollbringer,

    danke für deine Impressionen aus Hochbrück. FP 50 m ist eine sehr anspruchsvolle Disziplin. Wer da in Hochbrück schießen kann, kann's auch in Hannover, da dort die Windverhältnisse ähnlich sind. Schade nur, daß man als Breitensportler nicht in Hochbrück trainieren kann, so wie in Suhl. Für nächsten Freitag drück' ich dir die Daumen. Ich hab' noch KK Auflage 50 m und KK Auflage 100 m vor mir und hoffe, daß ich es mit 50 m wieder nach Hannover schaffe. PS: Das mit der Wettkampfernährung könntest du uns auch noch berichten.


    Gruss

    Ingrid

  • Hallo Grollbringer,

    danke für deine Impressionen aus Hochbrück. FP 50 m ist eine sehr anspruchsvolle Disziplin. Wer da in Hochbrück schießen kann, kann's auch in Hannover, da dort die Windverhältnisse ähnlich sind. Schade nur, daß man als Breitensportler nicht in Hochbrück trainieren kann, so wie in Suhl. Für nächsten Freitag drück' ich dir die Daumen. Ich hab' noch KK Auflage 50 m und KK Auflage 100 m vor mir und hoffe, daß ich es mit 50 m wieder nach Hannover schaffe. PS: Das mit der Wettkampfernährung könntest du uns auch noch berichten.


    Gruss

    Ingrid

    Hallo Ingrid,

    ja, das mache ich sehr gerne. Ich habe noch den Luftpistolen‑Wettkampf am Freitag und eine Woche später, am Sonntag, die Sportpistole. Danach werde ich das Thema unter Einbezug der Erfahrungen aus diesen drei Wettkämpfen zusammenfassen und hier posten.

    Dass man als Breitensportler in Hochbrück nicht trainieren kann, ist so nicht ganz korrekt. Soweit ich weiß, kannst du dort zu bestimmten Zeiten Stände buchen. In der Regel gibt es dafür ein Buchungstool auf der Homepage.
    Ich werde mir das nach der Bayerischen Meisterschaft noch einmal genauer anschauen und recherchieren.

    Übrigens werde ich im September beim International Masters Cup in Suhl sowohl mit der Luftpistole als auch mit der Sportpistole teilnehmen – ich freue mich schon sehr darauf 💁

    Dir weiterhin viel Erfolg bei deinen verbleibenden Disziplinen!
    LG
    Adrian / Grolli

    Steyr EVO10e SX :successful:

    Pardini K12 :)

    Feinwerkbau P85:excited:

    Feinwerkbau P8X8)

    Walther GSP Expert:/

    Walther FP500 :successful:

    CZ Taipan^^

    Walther Q5SF 8)

    Luger P08 :happy:

  • Hallo Ingrid,

    ja, das mache ich sehr gerne. Ich habe noch den Luftpistolen‑Wettkampf am Freitag und eine Woche später, am Sonntag, die Sportpistole. Danach werde ich das Thema unter Einbezug der Erfahrungen aus diesen drei Wettkämpfen zusammenfassen und hier posten.

    Dass man als Breitensportler in Hochbrück nicht trainieren kann, ist so nicht ganz korrekt. Soweit ich weiß, kannst du dort zu bestimmten Zeiten Stände buchen. In der Regel gibt es dafür ein Buchungstool auf der Homepage.
    Ich werde mir das nach der Bayerischen Meisterschaft noch einmal genauer anschauen und recherchieren.

    Übrigens werde ich im September beim International Masters Cup in Suhl sowohl mit der Luftpistole als auch mit der Sportpistole teilnehmen – ich freue mich schon sehr darauf 💁

    Dir weiterhin viel Erfolg bei deinen verbleibenden Disziplinen!
    LG
    Adrian / Grolli

    Danke für den Tip. Dann werde ich mich mal bzgl. Trainingsslots schlau machen. Wir waren zwar schon einige Male beim Bund in Allach, aber das ist halt nicht das Gleiche.

  • Bayerische Meisterschaft Luftpistole 2026 – Vorbereitung ist nicht alles

    Manchmal schreibt der Sport Geschichten, die man sich anders vorgestellt hat.

    Die Bayerische Meisterschaft 2026 in Hochbrück war für mich genau so ein Tag.


    Die Vorbereitung hätte kaum besser sein können

    In den Wochen vor der Meisterschaft lief eigentlich alles nach Plan. Die Trainingsleistungen waren stabil, die Technik fühlte sich sauber an und auch körperlich war ich in einer Verfassung, mit der ich sehr zufrieden war.


    Meine letzten Trainingseinheiten bewegten sich regelmäßig im Bereich von 373 Ringen, mein persönlicher Trainingsrekord liegt aktuell bei 376 Ringen. Ich hatte das Gefühl, bereit zu sein.

    Vielleicht sogar bereit für mein bisher bestes Meisterschaftsergebnis. Spoiler: ist es sogar - nur anders als gedacht und erhofft 💁

    Wer mich kennt, weiß, dass ich die Vorbereitung sehr strukturiert angehe. Trainingsplanung, Wettkampfroutinen, mentales Training, Materialkontrolle und körperliche Fitness gehören mittlerweile genauso dazu wie das eigentliche Schießen.

    Ich fuhr also mit einem guten Gefühl nach Hochbrück.

    Der erste Eindruck

    Dann kam die Realität einer großen Meisterschaft.

    Die Olympia-Schießanlage in Hochbrück ist beeindruckend. Groß, hell, laut und voller Bewegung. Überall Schützen, Betreuer, Zuschauer und Wettkampfatmosphäre.

    Obwohl ich bereits Wettkampferfahrung gesammelt habe, merkte ich schnell, dass diese Bühne noch einmal eine andere Dimension darstellt.

    Technisch war alles in Ordnung, körperlich war alles in Ordnung, mental allerdings begann der eigentliche Wettkampf.

    Vier Serien mit Licht und Schatten

    Am Ende standen folgende Serien auf dem Monitor:

    • Serie 1: 90 Ringe
    • Serie 2: 86 Ringe
    • Serie 3: 93 Ringe
    • Serie 4: 90 Ringe

    Gesamt: 359 Ringe

    Besonders interessant war die zweite Serie.

    Sie begann eigentlich sehr gut. Die ersten fünf Schüsse waren sauber: 10, 9, 10, 10, 9.

    Dann kam eine kurze Pause - und plötzlich war der Rhythmus weg.

    Jeder Schütze kennt solche Momente. Man versucht, wieder in den Ablauf zu finden, analysiert zu viel, denkt vielleicht an den vorherigen Schuss oder den nächsten. Der Fokus verschiebt sich von der Ausführung auf das Ergebnis.

    Genau dort habe ich an diesem Tag die meisten Ringe verloren.

    Enttäuscht – aber auch nicht

    Natürlich war ich nach dem Wettkampf enttäuscht. Nicht, weil 359 Ringe ein schlechtes Ergebnis wären aber 360 wäre auch ganz schön gewesen aber Spass beiseite - sondern weil ich wusste, dass deutlich mehr möglich gewesen wäre.

    Wenn man regelmäßig über 370 Ringe trainiert, hofft man natürlich darauf, das auch im Wettkampf abrufen zu können.

    Gleichzeitig zeigte mir ein Blick auf meine bisherige Saison etwas Interessantes:

    • Gaumeisterschaft: 357 Ringe
    • Schwäbische Meisterschaft: 357 Ringe
    • Bayerische Meisterschaft: 359 Ringe

    Objektiv betrachtet bin ich also nicht eingebrochen.

    Im Gegenteil.

    Ich habe mein bestes Meisterschaftsergebnis der Saison geschossen.

    Das fühlte sich zunächst nicht so an, ist aber eine wichtige Erkenntnis.

    Die wichtigste Lektion

    Die größte Erkenntnis dieses Wettkampfs lautet:

    Mein aktueller Engpass ist nicht die Technik.

    Die Technik ist vorhanden.

    Der Trainingsstand ist vorhanden.

    Die Vorbereitung Gesamt war hervorragend und hat funktioniert.

    Was noch wachsen muss, ist die Fähigkeit, genau diese Leistung unter den besonderen Bedingungen einer großen Meisterschaft abzurufen.

    Und genau dafür brauche ich Wettkämpfe.

    Man kann mentale Stärke trainieren, aber die eigentliche Erfahrung entsteht nur auf dem Stand.

    Deshalb sehe ich die Bayerische Meisterschaft heute nicht als Niederlage sondern -sie war eine wertvolle Standortbestimmung.

    Aufgeben? Keine Option.

    Wer meinen sportlichen Weg verfolgt, weiß:

    Aufgeben gehört nicht zu meinem Wortschatz.

    Erst recht nicht nach einem Wettkampf, der nicht wie erhofft gelaufen ist.

    Vor etwas mehr als einem Jahr, im Mai 2025, habe ich mit dem Luftpistolenschießen begonnen. Seitdem habe ich enorme Fortschritte gemacht und durfte bereits Meisterschaften auf Gau-, Bezirks- und Landesebene erleben.

    Der Weg geht weiter.

    Bereits nächste Woche wartet die Bayerische Meisterschaft mit der Sportpistole.

    Danach folgen weitere spannende Herausforderungen:

    • Deutsche Meisterschaft Freie Pistole in Hochbrück
    • International Senior Masters Cup in Suhl
    • Die neue Luftpistolen-Saison 2026/27 inklusive RWK in der GAU- Oberliga

    Jeder dieser Wettkämpfe wird weitere Erfahrungen bringen.

    Fazit

    Die Bayerische Meisterschaft hat mir gezeigt, dass Vorbereitung allein nicht genügt.

    Große Wettkämpfe stellen zusätzliche Anforderungen an Konzentration, Routine und mentale Stabilität.

    Genau daran werde ich arbeiten.

    359 Ringe waren nicht das Ergebnis, das ich mir erhofft hatte.

    Aber vielleicht war es genau das Ergebnis, das ich gebraucht habe, um den nächsten Entwicklungsschritt zu erkennen.

    Der Blick geht nach vorne, das Training beginnt wieder.

    Und die Reise ist noch lange nicht zu Ende.

    Gut Schuss!

    Grollbringer

    Steyr EVO10e SX :successful:

    Pardini K12 :)

    Feinwerkbau P85:excited:

    Feinwerkbau P8X8)

    Walther GSP Expert:/

    Walther FP500 :successful:

    CZ Taipan^^

    Walther Q5SF 8)

    Luger P08 :happy:

  • Bayerische Meisterschaft Luftpistole 2026 – Perfekt vorbereitet, hart gelandet

    Wenn mich heute jemand fragt, wie ich mich auf der Bayerischen Meisterschaft mit der Luftpistole gefühlt habe und wie es mir ergangen ist, dann ist die Antwort zweigeteilt: Ich war so gut vorbereitet wie noch nie – und trotzdem lief der Wettkampf nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte.

    Die Vorbereitung – professionell bis ins kleinste Detail

    Rückblickend kann ich mit voller Überzeugung sagen, dass meine Vorbereitung hochprofessionell war. Training, Abschlusstraining, mentale Vorbereitung, Ernährung – alles war durchdacht und geplant.

    Besonders in den letzten drei Tagen vor dem Wettkampf habe ich großen Wert auf die richtige Ernährung gelegt. Ich hatte einen gezielten Kohlenhydrat-Ladetag eingeplant, achtete auf ausreichende Energiezufuhr durch Bananen, Dextro Energy, isotonische Getränke und eine regelmäßige Flüssigkeitsaufnahme. Jeder Schritt war festgelegt:

    • Wann ich esse
    • Was ich esse
    • Wann ich Pausen mache
    • Wann ich losfahre
    • Was ich unterwegs zu mir nehme
    • Wann ich in Hochbrück ankomme
    • Wann ich zur Waffenkontrolle gehe

    Ich fühlte mich körperlich hervorragend. Ausgeruht, fokussiert und voller Vorfreude. Genau so, wie man sich vor einem wichtigen Wettkampf fühlen möchte.

    Der erste Schock – die Waffenkontrolle

    Die Anreise verlief perfekt. Entspannt kam ich in Hochbrück an und ging direkt zur Waffenkontrolle.

    Die Kontrolle war gut besucht, aber zunächst lief alles problemlos. Ich legte meine Feinwerkbau P8X vor und die Prüfung verlief ohne Beanstandungen – bis zum Abzugsgewicht.

    Am Vorabend hatte ich den Abzug selbst mit einem originalen ISSF-500-Gramm-Prüfgewicht kontrolliert. Alles war absolut in Ordnung gewesen. Deshalb traf es mich völlig unerwartet, als die Pistole bei der Kontrolle durchfiel.

    Einmal. Zweimal. Dreimal.

    Mein Puls schoss nach oben. Mit jedem Fehlversuch wurde ich nervöser. Ich durfte den Abzug nachstellen, doch auch danach hielt er zunächst nicht zuverlässig. Am Ende musste ich deutlich stärker nachstellen, als ich es jemals erwartet hätte, bis die Prüfung endlich bestanden war und ich den begehrten Aufkleber erhielt.

    Bis heute habe ich keine Erklärung dafür.

    Aber eines war klar: Noch bevor der Wettkampf begonnen hatte, war meine innere Ruhe bereits angekratzt.

    Der zweite Schock – Ausweis vergessen

    Nachdem die Halle geöffnet wurde, setzte ich mich an meinen Stand Nummer 11.

    Ich versuchte bewusst herunterzukommen, aß eine Banane, nahm zwei Plättchen Dextro Energy zu mir und trank ausreichend. Langsam kehrte etwas Ruhe zurück.

    Dann kam der Moment der Dokumentenkontrolle.

    Als wir unsere Unterlagen abgeben und uns ausweisen sollten, traf mich der nächste Schlag:

    Ich hatte meinen Personalausweis vergessen.

    Mit zunehmender Nervosität legte ich meinen Führerschein vor. Der Helfer wollte diesen jedoch nicht akzeptieren und erklärte mir sinngemäß, dass ich ohne gültigen Ausweis nicht starten könne.

    Mein Puls war inzwischen wahrscheinlich bei 200.

    Zum Glück hatte ich Fotos meines Ausweises auf dem Handy gespeichert. Nach einigen Minuten Diskussion wurde schließlich entschieden, dass ich starten durfte.

    Die Erleichterung war riesig.

    Doch die mentale Energie, die mich diese Situation gekostet hatte, war ebenfalls enorm.

    Die Probe – langsam zurückfinden

    Um 8:15 Uhr begann die Probezeit.

    Ich nahm meine Position ein, machte einige Trockenschüsse und ließ den ersten Schuss los.

    Tief rechts.

    Der nächste ebenfalls.

    Ich korrigierte das Visier.

    Gleichzeitig bemerkte ich, dass sich der Abzug anders anfühlte als gewohnt. Kein Wunder nach der kurzfristigen Verstellung bei der Waffenkontrolle.

    Mit jedem Schuss fand ich etwas besser zurück zu meinem Rhythmus.

    Um 8:30 Uhr begann das Match.

    Der Wettkampf – ein ständiges Auf und Ab

    Der erste Wertungsschuss wollte zunächst nicht brechen. Dreimal musste ich absetzen, bevor ich sauber auslösen konnte.

    Eine 9.

    Kein Traumstart, aber auch kein Drama.

    Danach folgten zwei Zehner. Alles fühlte sich wieder normal an.

    Und dann kamen plötzlich zwei Achter.

    Woher sie kamen, kann ich bis heute nicht genau sagen.

    Plötzlich musste ich kämpfen, um die erste Serie überhaupt noch auf 90 Ringe zu bringen. Die letzten drei Schüsse mussten Zehner werden.

    Und genau das gelang mir.

    Serie 1: 90 Ringe

    Die zweite Serie begann ausgezeichnet.

    Nach fünf Schüssen standen 48 Ringe auf dem Monitor.

    Ich entschied mich für eine kurze Pause. Drei Minuten sitzen, durchatmen, neu sammeln.

    Eigentlich eine gute Entscheidung.

    Doch als ich wieder an den Stand trat, fand ich meinen Rhythmus nicht mehr. Die letzten fünf Schüsse misslangen und die Serie endete bei lediglich 86 Ringen.

    Serie 2: 86 Ringe

    Eine Katastrophenserie.

    Genau solche Serien entscheiden auf diesem Niveau über Erfolg oder Misserfolg.

    Kämpfen bis zum Schluss

    Aufgeben war keine Option.

    In der dritten Serie gelang es mir, mich wieder zu stabilisieren.

    Serie 3: 93 Ringe

    Ich war wieder im Wettkampf.

    Die letzte Serie wurde ein harter Kampf. Nichts lief von selbst. Jeder Schuss musste erarbeitet werden.

    Zusätzlich begann mein Standnachbar gegen Ende aufgrund der knapper werdenden Zeit in einem regelrechten Schnellfeuermodus zu schießen. Unbewusst ließ ich mich davon beeinflussen und verlor etwas von meinem eigenen Rhythmus.

    Trotz allem brachte ich die letzte Serie mit 90 Ringen ins Ziel.

    Serie 4: 90 Ringe

    Das Ergebnis

    90 – 86 – 93 – 90

    Gesamt: 359 Ringe

    Ein Ergebnis, das deutlich unter meinen Erwartungen lag.

    Ein Ergebnis, das enttäuschend war.

    Mein Fazit

    Das Erstaunliche an diesem Tag ist eigentlich nicht die 359.

    Das Erstaunliche ist, dass ich nach den beiden massiven Stresssituationen vor Wettkampfbeginn überhaupt noch ein Ergebnis in dieser Größenordnung erzielen konnte.

    Waffenkontrolle.

    Abzugsproblem.

    Vergessener Ausweis.

    Massive Nervosität bereits vor dem ersten Probeschuss.

    Unter diesem Gesichtspunkt sind die 359 Ringe zwar weit entfernt von meinem Leistungsvermögen, aber auch kein völliger Einbruch.

    Die Bayerische Meisterschaft hat mir gezeigt, dass meine technische und körperliche Vorbereitung mittlerweile auf einem sehr hohen Niveau angekommen ist. Gleichzeitig hat sie schonungslos offengelegt, wo die nächste Entwicklungsstufe liegt:

    Wettkampfstabilität unter unerwartetem Stress.

    Denn eines ist sicher:

    An meiner Vorbereitung lag es nicht.

    Und genau das macht mir Mut.

    Wenn ich die gleichen Trainingsleistungen künftig auch unter maximalem Wettkampfdruck abrufen kann, dann werden Ergebnisse deutlich über 370 Ringe keine Ausnahme, sondern die Regel sein.

    Die Bayerische Meisterschaft 2026 war deshalb nicht das Ende einer Reise, sondern eine wichtige Lektion auf dem Weg dorthin, wo ich hinmöchte. Und eines hat sich dadurch nicht verändert:

    Ich gebe niemals auf.

    Steyr EVO10e SX :successful:

    Pardini K12 :)

    Feinwerkbau P85:excited:

    Feinwerkbau P8X8)

    Walther GSP Expert:/

    Walther FP500 :successful:

    CZ Taipan^^

    Walther Q5SF 8)

    Luger P08 :happy: