Nervosität oder wie stehe ich mir selbst erfolgreich im Weg. Jeder kennt es, im Training, nach einem Lehrgang ist man auf einem höheren Niveau. Im Wettkampf kracht man ungebremst auf den Boden der Realität. Man kriegt es im ersten Moment nicht geklärt warum.
Positiv ist, dass du auf Meisterschaften und Wettkämpfen eine stabile Leistung hast. Dein Trainingsergebnis von Mitte 70 zeigt was möglich ist.
Gerade nach einer Umstellung sitzt der neue Ablauf noch nicht bombenfest, ist nicht automatisiert. Im Training kein Problem, im Wettkampf fällt man schnell mal aufs Gewohnte zurück. Heraus kommt ein Mix, manchmal ist man froh nicht schlechter geschossen zu haben.
Um die Nerven in den Griff zu bekommen, braucht es Wettkampferfahrung. Egal welche, RWKˋs, Meisterschaften, Preisschießen. Im Training und im Wettkampf möglichst nicht/wenig auf das Ergebnis achten. (Leichter gesagt als getan) Ausgehend von deinen Wettkampfergebnissen würde ich grob sagen, die Schüsse in vier Kategorien einteilen. 9: passt, 10: gut, 8: na ja, 7 und schlechter: Handlungsbedarf. Auch wenn mal zwei drei Schüsse hintereinander in die 8 gehen besteht Handlungsbedarf. Meist hilft es schon die Nullstellung zu kontrollieren und ggf. zu korrigieren. Wenn das nichts bringt, raus aus dem Tand, kurze Pause, neu Aufbauen. Grundsätzlich auf einen sauberen Ablauf achten. Der Schuss den du gerade machst zählt, die geschossenen sind Geschichte, völlig uninteressant. Die kommenden sind ebenfalls uninteressant. Man rechnet ja gerne mal was man noch schießen muss, was zuverlässig ein gutes Ergebnis verhindert.
Aus dem Training die Gewissheit über das eigene Können mitnehmen. Ich hab es immer so gehalten, in der Wettkampfsaison auf Ergebnis/Leistung trainieren, im Training vor dem Wettkampf auf Technik und eine 10er Serie Leistungskontrolle.
Das ist jetzt sicher kein Patentrezept, aber vielleicht hilft es.