Brillenauslegung beim Optiker

  • Hallo liebe Schützen,

    nach mehreren Jahrzehnten Pause bin ich in der Disziplin LG 10m Auflage zurück im Schießsport. Ein glücklicher Umstand hat mir den Kauf eines gebrauchten 800X Auflage mit einer Menge Zubehör (Spy Long, Adlerauge 0,75, Gehmann Glasringkorn 5,0 - 7,5, keine Brille) ermöglicht. Bis vor ein paar Wochen bin ich mit dieser Konstellation gut zurechtgekommen.
    Seit einiger Zeit erscheint nun das Kontrollweiß unscharf und verschwommen, was ich auf nachlassende Sehstärke (bin Ü65 und weitsichtig) zurückführe. Daher habe ich heute mit meinem Optiker über die Möglichkeiten einer Schießbrille diskutiert. Leider sind wir uns nicht einig geworden, wie man zu einer vernünftigen Brillenauslegung kommt. Der Experte sagt, es muss irgendwo in der Visierlinie eine 2te Linse stecken die mit dem Adlerauge korrespondiert und zu meiner Sehstärke passt. Ohne Angaben über diese Zusatzlinse (habe keine gefunden) lässt sich keine Brillenstärke berechnen. Stimmt das so oder machen wir einen Denkfehler? Vielleicht gibt es hier ja schon etwas zu dem Thema. Habe leider nichts gefunden.

    Danke und Gruß Ingo

  • Eine Schießbrille wäre eine Möglichkeit. Eine weitere wäre ein sog. Monokel (Schießglas wird am Diopter bzw. vor der Iris montiert). Dies sollte aber zwingend von einem Optiker gemacht werden, der Erfahrung damit hat. Also nicht einfach zu Apo... oder Fiel... oder wen auch immer marschieren, da die dortigen Mitarbeiter sicherlich ihr Fach verstehen, meist aber vom Schießsport keine Ahnung haben (was genau soll das Auge scharf sehen). Wenn es rein um einen Dioptrien-Ausgleich geht, wäre auch eine Iris von Gehmann (570-0 oder 575-0) eine Möglichkeit. Diese hat als einzige außer dem Dioptrien-Ausgleich keine Vergrößerung und ist somit auch in Verbindung mit einem Adlerauge zugelassen. Das verstellbare Glasringkorn würde ich durch ein festes ersetzen, da diese verstellbaren Ringkorne i.d.R. andere bzw. zusätzliche Probleme bereiten. Siehe auch: Probleme mit den Zielbild - ähnlich Spiegelung vom Ziel über dem Ringkorn - Sportwaffen - Meisterschützen

    LP 500 Expert E
    Steyr Challenge E
    M150 -ST- mit ZF

    Der Unterschied zwischen: "geiler Wettkampf heute" :) oder: "ich reiß' hier gleich die Hütte ab" :angry: ist oft nur eine 9,9 !

    Einmal editiert, zuletzt von Digedag (16. Oktober 2025 um 11:41)

  • Hallo liebe Schützen,

    nach mehreren Jahrzehnten Pause bin ich in der Disziplin LG 10m Auflage zurück im Schießsport. Ein glücklicher Umstand hat mir den Kauf eines gebrauchten 800X Auflage mit einer Menge Zubehör (Spy Long, Adlerauge 0,75, Gehmann Glasringkorn 5,0 - 7,5, keine Brille) ermöglicht. Bis vor ein paar Wochen bin ich mit dieser Konstellation gut zurechtgekommen.
    Seit einiger Zeit erscheint nun das Kontrollweiß unscharf und verschwommen, was ich auf nachlassende Sehstärke (bin Ü65 und weitsichtig) zurückführe. Daher habe ich heute mit meinem Optiker über die Möglichkeiten einer Schießbrille diskutiert. Leider sind wir uns nicht einig geworden, wie man zu einer vernünftigen Brillenauslegung kommt. Der Experte sagt, es muss irgendwo in der Visierlinie eine 2te Linse stecken die mit dem Adlerauge korrespondiert und zu meiner Sehstärke passt. Ohne Angaben über diese Zusatzlinse (habe keine gefunden) lässt sich keine Brillenstärke berechnen. Stimmt das so oder machen wir einen Denkfehler? Vielleicht gibt es hier ja schon etwas zu dem Thema. Habe leider nichts gefunden.

    Danke und Gruß Ingo

    Also, wenn ich das jetzt nicht falsch verstanden habe, dann will dein Optiker eine Optik aus Brillenglas, 2. Linse am Gewehr und Adlerauge (1. Linse) aufbauen. Kann man machen, ist aber nicht zulässig.

    Du darfst ein Adlerauge, eine Schießbrille und eine Irisblende am Diopter verwenden. Die Irisblende wirkt aber auch optisch und du kannst damit noch „Schärfe“ rauskitzeln.

    Ich gehe mal davon aus, du gehörst bereits zum erlauchten Kreis der Nasenfahradträger. Bei mir funktioniert bisher ein Glas in der Ausführung meiner Brille, damit kann ich die Irisblende, je nach Helligkeit, ca. von 0,9 bis 1,5 verstellen. Klappt selbst auf 300 m, mit nem 0,5er Adlerauge. Mein Optiker sagte mir je nach Fehlsichtigkeit spielt auch der Abstand Auge/Glas eine Rolle. Der ist ja meist größer als bei normalen Brillen. Auch die Entfernungen auf die du hauptsächlich schießt sollten berücksichtigt werden.

    Wenn du keine Hornhautverkrümmung hast, dann kannst du das Brillenglas auch am Diopter befestigen. Da sollte aber der Abstand Auge/Glas berücksichtigt werden.

    Schau mal auf die Internetseite von Müller Manching, die sind auf Schießbrillen spezialisiert und bieten viele Informationen.

    Die schlechtesten Schützen haben die besten Ausreden.:sobbing: ^^

    Einmal editiert, zuletzt von jomei (16. Oktober 2025 um 12:46)

  • Hallo zusammen, erst einmal vielen Dank für die vielen Hinweise. Da die Antworten erst zögerlich kamen hatte ich schon Angst, mein Post war zu dämlich oder schräg…

    Digedag
    Ein Monokel war bei meinem 800x dabei. Natürlich passen die beiden Gläser nicht, aber ich werde es mit zu meinem Optiker (ist kein Apo… oder Fiel.. und berät mich seit 20J. sehr gut) nehmen. Könnte man mit Zweitglas ja auch für KK benutzen.
    Ein festes Ringkorn werde ich probieren, kostet ja nicht die Welt. Das Gehmann haben einige Schützen im Verein. Vielleicht geht was auf Leihbasis.

    jomei
    “Also, wenn ich das jetzt nicht falsch verstanden habe, dann will dein Optiker eine Optik aus Brillenglas, 2. Linse am Gewehr und Adlerauge (1. Linse) aufbauen. Kann man machen, ist aber nicht zulässig. “
    Fast richtig: Mein Optiker ist der Meinung, in der jetzigen Konstellation mit dem Adlerauge müsste irgendwo im Diopter eine 2te Linse vorhanden sein damit ich überhaupt etwas sehen kann. Er kann sich nicht vorstellen das ich ohne Brille nur mit Adlerauge auf 10m den Spiegel scharf sehe. Aber bis vor kurzem war es ja so.
    Kann man die Bedingungen in der Visierlinie mit Formeln aus der Optik nachweisen? Wäre für die Diskussion mit dem Optiker hilfreich.

    Hugo165
    „Wir haben in der Nähe von Zürich eine Filiale mit einem Top-Spezialisten. Die Schützen kommen bereits von recht weit her.“
    Ich wohne in der Mitte von SH, also fast Dänemark. Das wäre schon arg aufwändig.

    Gruß
    Ingo

  • Ich wohne in der Mitte von SH, also fast Dänemark. Das wäre schon arg aufwändig.

    Dann wäre Arno Kütemeyer von Klingner eine Alternative (Bremervörde und Hannover). Auch ein Spezialist. Bei ihm habe ich mir vor drei Jahren meine LP-Schießbrille machen lassen. TOP!

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    Der Unterschied zwischen: "geiler Wettkampf heute" :) oder: "ich reiß' hier gleich die Hütte ab" :angry: ist oft nur eine 9,9 !

  • jomei
    “Also, wenn ich das jetzt nicht falsch verstanden habe, dann will dein Optiker eine Optik aus Brillenglas, 2. Linse am Gewehr und Adlerauge (1. Linse) aufbauen. Kann man machen, ist aber nicht zulässig. “
    Fast richtig: Mein Optiker ist der Meinung, in der jetzigen Konstellation mit dem Adlerauge müsste irgendwo im Diopter eine 2te Linse vorhanden sein damit ich überhaupt etwas sehen kann. Er kann sich nicht vorstellen das ich ohne Brille nur mit Adlerauge auf 10m den Spiegel scharf sehe. Aber bis vor kurzem war es ja so.
    Kann man die Bedingungen in der Visierlinie mit Formeln aus der Optik nachweisen? Wäre für die Diskussion mit dem Optiker hilfreich.

    Mit Formeln kann ich leider nicht dienen. Die müsste dein Optiker draufhaben

    Möglich ist ja ein Adlerauge im Korntunnel, das vergrößert um einen Faktor X. Eine Irisblende im Diopter, ein Brillenglas am Diopter, eine verstellbare Optik am Diopter (Gehmann).

    Die Irisblende ist ja auch optisch wirksam, funktioniert wie eine Lochkamera.

    Der Glashalter übernimmt die Funktion des Brillengestelles. Allerdings wer auch eine Hornhautverkrümmung hat, der bekommt leicht Probleme. Es muss immer exakt gleich verkantet werden. Das Zielbild wird unrund wenn man mehr oder weniger verkantet.

    Die Optik von Gehmann kann verstellt und auf die Fehlsichtigkeit angepasst werden. Die hat aber auch ihre Grenzen. Die ersetzt ebenfalls die Brille. Allerdings ist bei mehreren Gewehren die Brille meist günstiger.

    Mit der Irisblende kann man sehr viel Ausgleichen. Mit der hab ich mich jahrelang an Brille vorbeigerettet. Beim Anpassen des letzten Brillenglases zeigte mir mein Optiker, dass ich mit dem alten Brillenglas nur verschwommen sah. Der Rest lief über die Iris, ohne Adlerauge bei LG, bei KK mit einem 0,3er.

    Das du bis vor kurzem gut gesehen hast und plötzlich nicht mehr, ist die Preisfrage. Ich hab die Erfahrung gemacht, das Sehen ist von der Tagesform abhängig. Wie stark sich das auswirkt, dass ist auch von der Sehkraft abhängig. Es könnte aber auch sein, dass sich die Sehkraft plötzlich verändert hat. Das hättest du aber sicher auch im täglichen Leben bemerkt. Nicht zu vernachlässigen ist aber auch, das Auge ermüdet. Am Anfang funktioniert es, je länger man schießt umso schlechter sieht man.

    Vermutlich hast du eine Irisblende am Diopter. Einfach damit spielen. Stell die einfach mal auf 1,1 ein und probiere aus wie weit du die öffnen kannst und noch gut siehst. Oder ob du weiter zudrehen musst. Dann wird es allerdings schnell dunkel. Der Spiegel darf leicht unscharf werden.

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  • Jetzt bin ich wieder schwer von Begriff was soll das Glas im Glashalter an der Iris anderes sein als ein Brillenglas es ersetzt mir doch mein Nasenfahrrad.

    Auch die modernste und teuerste Waffe trifft nicht allein,

    ein altes FWB LG P 70 tuts auch.

    Aber, ohne Training geht nix.

  • Jetzt bin ich wieder schwer von Begriff was soll das Glas im Glashalter an der Iris anderes sein als ein Brillenglas es ersetzt mir doch mein Nasenfahrrad.

    Ich kann dir zumindest sagen, das mir Arno Küttemeyer von Klingner und auch Udo von MEC empfohlen haben eine Brille zu nutzen und kein Monofram, da mein Dioptrin über -2,5 ist. Bis 2,5 wäre es mit dem Monofram kein Problem, schlechter ist es besser eine Brille zu nutzen. Auch die Hornhautverkrümmung spielt da wohl eine Rolle.

    Gruß Mike

    ohne Training kein Vorankommen ;)

    Erfolg muss man sich erarbeiten, Neid kommt von allein :)

    KK 500 E Auflage, LG500itec E Auflage :)

  • Jetzt bin ich wieder schwer von Begriff was soll das Glas im Glashalter an der Iris anderes sein als ein Brillenglas es ersetzt mir doch mein Nasenfahrrad.

    Ja genau so ist es.

    mivo1965 Ja mit einer Hornhautverkrümmung macht der Monoframe wenig Sinn. Ich hab eine und fahre mit der Schießbrille gut, da steht das Glas immer richtig zum Auge. Bereits bei kleinen Verdrehungen verzerrt sich das Bild

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  • Ich kann dir zumindest sagen, das mir Arno Küttemeyer von Klingner und auch Udo von MEC empfohlen haben eine Brille zu nutzen und kein Monofram, da mein Dioptrin über -2,5 ist. Bis 2,5 wäre es mit dem Monofram kein Problem, schlechter ist es besser eine Brille zu nutzen. Auch die Hornhautverkrümmung spielt da wohl eine Rolle.

    Ich hatte letztens auch bei MEC nachgefragt bezüglich des MEC Revolve, bei dem man das Glas in der Achse drehen kann, um mit der Hornhautverkrümmung klarzukommen. Bei höheren Dioptrien wird davon abgeraten, da es für das Auge zu anstrengend wäre immer wieder neu zu fokussieren. Klare Empfehlung bei größeren Fehlsichtigkeiten ist eine Schießbrille.

  • Und bei der Axia lässt sich das Brillenglas im Anschlag mittels einer Mechanik noch drehen.

    Also die Funktion hab ich noch nie gebraucht, oder auch nur ansatzweise vermisst. Das Glas wird in den Glashalter eingepasst und dann steht es richtig. Wichtig ist eine Dauerhafte Markierung, damit es wieder hindrehen kann, sollte es doch mal verdreht werden.

    Aber das muss jeder für sich entscheiden.

    Ich würde heute eine mit versetztem Nasensteg kaufen, ich habe das Glas fast am Anschlag.

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