Munitionstest mal anders

  • Ich habe da mal ein paar grundlegende Fragen in die fachkundige Runde:

    Gegeben sind konstante Rahmenbedingungen (Distanz, Luftfeuchtigkeit, Temperatur, Luftzirkulation)

    - ab welcher Gewichtsabweichung ergibt sich eine Verschiebung der Trefferlagen um 1/10?

    Bitte berücksichtigt die Wirkung des Luftwiderstandes bei leichter und schwerer Mun. Die V0 sei als konstant bei 170m/s gegeben.

    - ab welcher V0- Abweichung ergibt sich eine Verschiebung der Trefferlage um 1/10? Das Gewicht sei hier auf konstant 530mg definiert.

    - hat hier mal jemand Munitionstest mit manuell vorselektierter Mun gemacht (gewogen und ausgerollt) und diese verglichen mit der "Ausschussware"? Wie groß waren dabei die Schwankungen der V0, Des Gewichts und der Verarbeitung (subjektiv mittel/schlecht)

    Wäre super, wenn hier jemand seine Ergebnisse teilen könnte.

    Spannend wäre auch zu wissen, wie weit eure Ergebnisse von dem Wert des Munitionstest abweichen.

    Von der Physik her würde ich sagen, das eine schwere Mun mit hoher V0 die Ergebnisse mit höchster Präzision liefert - wenn wir den "Rest" mal nicht weiter berücksichtigen.

  • Hier war mal einer (HDR den ich wirklich vermisse), der hätte dir das evtl. beantworten können. Ich für meinen Teil sage mal "ist mir egal", da ich ja auf verschiedenen Ständen schieße und überall die Gegebenheiten anders sind. Also mache ich meinen Munitest mit V0 Messung und fertig. Für hohe Meisterschaften werden die Diabolos gejockert und gut ist.

    Alles andere ist mE müßig.

    Gruß Mike

    ohne Training kein Vorankommen ;)

    Erfolg muss man sich erarbeiten, Neid kommt von allein :)

    KK 500 E Auflage, LG500itec E Auflage :)

  • Grundsätzlich sehe ich das auch so, allerdings ist es schon interessant, zu wissen, ab wann sich größere Abweichungen ergeben und wann nicht. Deshalb meine Fragen. Wer die eine oder andere Frage wirklich beantworten kann, möge sich hier melden.

  • Eine höhere V0 bringt keine bessere Präzision. Ansonsten finde ich die Fragestellung sehr theoretisch. Und welchen praktischen Nutzen willst du aus den Antworten ziehen?

  • Eine höhere V0 bringt keine bessere Präzision. Ansonsten finde ich die Fragestellung sehr theoretisch. Und welchen praktischen Nutzen willst du aus den Antworten ziehen?

    Eine niedrigere auch nicht. Die Geschwindigkeit muss nur passen und in diesem Bereich dann noch im erlaubten Rahmen bleiben.

  • Durch den gezogenen Lauf fliegt das Diabolo eine Spirale.

    Im Idealfall, wenn die Züge absolut gleichmäßig wären, das Diabolo vollkommen homogen von der Gewichtsverteilung und
    das Laufende perfekt gefertigt wäre, dann würde die v0 keine Rolle spielen.

    Es ist sicher einfacher den Munitionstest zu machen, als die Abweichungen vom Idealfall zu messen.

    Die oben gefragten Verschiebungen der Treffpunktlage kann man berechnen.
    Oder mit chair gun ermitteln.

    Linksschütze
    P8X
    GSP Atlanta
    FWB 800 Wood Basic
    Anschütz 8002
    Anschütz1903

  • Durch den gezogenen Lauf fliegt das Diabolo eine Spirale.

    Im Idealfall, wenn die Züge absolut gleichmäßig wären, das Diabolo vollkommen homogen von der Gewichtsverteilung und
    das Laufende perfekt gefertigt wäre, dann würde die v0 keine Rolle spielen.

    Es ist sicher einfacher den Munitionstest zu machen, als die Abweichungen vom Idealfall zu messen.

    Die oben gefragten Verschiebungen der Treffpunktlage kann man berechnen.
    Oder mit chair gun ermitteln.

    Die V0 spielt schon eine Rolle. Das Geschoss hat ja eine gekrümmte Flugbahn und wird durch den Luftwiderstand abgebremst. Langsame Geschosse verlieren schneller an Höhe bzw. umgekehrt. Beim Luftgewehr eine mehr theoretische Betrachtung. Der 10er hat effektiv doch 9,5 mm.

    Die schlechtesten Schützen haben die besten Ausreden.:sobbing: ^^

  • Das Geschoss fliegt die ballistische Kurve.
    Im Idealfall ist die v0 konstant, dann stelle ich mit dem Diopter die Trefferlage ein.
    Wenn die v0 konstant ist, dann spielt der absoulte Wert keine Rolle, so habe ich es gemeint.

    Wenn das Diabolo aus irgendeinem Grund langsamer ist, dann schlägt es tiefer ein.
    Ist es schneller, dann schlägt es höher ein.

    Zuckerklatsche,wenn ich diese Woche Zeit habe, dann schaue ich nach, um wie viel die v0 abweichen muss, damit der Schuss 0,1 besser oder schlechter wird.

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  • Hansaxel hat vollkommen recht. Weder eine höhere, noch eine niedrigere V0 bringen automatisch und für sich alleine eine bessere Präzision. Schwankungen in der V0, seien sie durch den unterschiedlichen Druck bei der Schussentwicklung oder durch ungleiche Geschosse verursacht, haben Auswirkungen auf die Präzision, da sind wir uns wohl alle einig. Aber meiner Ansicht nach sind das dann nicht nur Höhenabweichungen, sondern vielmehr Abweichungen, weil das Zusammenspiel vom Geschossdrall beim Verlassen des Laufs und der Geschossgeschwindigkeit nicht mehr passt.

    Das sollte so für den engen V0-Bereich unserer Luftdruckwaffen gelten.

  • Gehe ich richtig in der Annahme, dass eine konstante V0, bei gleichbleibendem Geschossgewicht und (runder) Geschossform aus dem selben Gewehr immer exakt an der gleichen Stelle einschlägt, sofern die Umweltbedingungen immer gleich sind. Die Reibung lassen wir mal außen vor, dürfte aber ebenfalls eine Rolle spielen.

    Eine nur unterschiedliche V0 sorgt dann nur für Hoch- oder Tiefschüsse. Eine unterschiedliche Masse durch die Erdanziehung ebenfalls, da die Flugbahn nur gestreckter oder gestauchter wird. Eine unterschiedliche Form sorgt jedoch durch seinen nicht zentrischen Schwerpunkt für ungleichmäßige Luftverwirbelungen im Flug und durch dieses "Trudeln" kann die Abweichung in jegliche Richtung erfolgen. Wie sehr dürfte nicht zu berechnen sein.

    Da sich nun bedingt durch Jahreszeit und die unterschiedlichen Stände die Umweltbedingungen zusätzlich laufend ändern, ist dieser Faktor in der Rechnung immer eine Variable.

    Das wäre zumindest meine Bewertung ohne den Anspruch auf Richtigkeit wenn man die Abweichnungen aus Herstellung, Transport und Benutzung vor Ort weg lässt.

    Wenn früher alles besser war, dürfte morgen heute also gut gewesen sein.

  • Gehe ich richtig in der Annahme, dass eine konstante V0, bei gleichbleibendem Geschossgewicht und (runder) Geschossform aus dem selben Gewehr immer exakt an der gleichen Stelle einschlägt, sofern die Umweltbedingungen immer gleich sind. Die Reibung lassen wir mal außen vor, dürfte aber ebenfalls eine Rolle spielen.

    Auf dem Stand nicht.

    Eine nur unterschiedliche V0 sorgt dann nur für Hoch- oder Tiefschüsse. Eine unterschiedliche Masse durch die Erdanziehung ebenfalls, da die Flugbahn nur gestreckter oder gestauchter wird. Eine unterschiedliche Form sorgt jedoch durch seinen nicht zentrischen Schwerpunkt für ungleichmäßige Luftverwirbelungen im Flug und durch dieses "Trudeln" kann die Abweichung in jegliche Richtung erfolgen. Wie sehr dürfte nicht zu berechnen sein.

    Im Ergebnis ja.

    Da sich nun bedingt durch Jahreszeit und die unterschiedlichen Stände die Umweltbedingungen zusätzlich laufend ändern, ist dieser Faktor in der Rechnung immer eine Variable.

    Richtig

  • Hansaxel Natürlich ist das auf dem Stand nicht so. Schrieb ich ja unten. Mir ging es nur darum die physikalische Grundannahme zu definieren.

    Eben weil fast die gesamte "Formel" in der Realität nur aus Variablen besteht, wird das Ergebnis auch immer variabel sein. Den größten Faktor den man beeinflussen kann ist die Herstellungsqualität und den kann man als Schütze nur durch Schusstests und ggf noch ausrollen in seiner Auswirkung minimieren.

    Ob sich das Ganze dann verlässlich im Zehntel, Hundertstel, oder nur Tausendstel Bereich auswirkt wird wohl niemand genau sagen können. Daher in der Tat alles sehr theoretisch. Die Abweichung die bei einem Schuss den einen Zehntel kostet, kann sie mir beim nächsten ggf wieder bringen ;)

    Wenn früher alles besser war, dürfte morgen heute also gut gewesen sein.

  • Gehe ich richtig in der Annahme, dass eine konstante V0, bei gleichbleibendem Geschossgewicht und (runder) Geschossform aus dem selben Gewehr immer exakt an der gleichen Stelle einschlägt, sofern die Umweltbedingungen immer gleich sind. Die Reibung lassen wir mal außen vor, dürfte aber ebenfalls eine Rolle spielen.

    Nochmal für "Wissenschaftler":

    Auf dem Stand ist es dann so, daß für ein optimales Ergebnis eine passende Geschwindigkeit erforderlich ist.

  • Was gentlichbwollte ich in diesem Thewad nicht wissen, was alle einen Schuss bzw. die Trefferlage beeinflussen kann. Luftströmung, Temperatur, Luftfeuchte kann ich auf unterschiedlichen Ständen auch nicht beeinflussen. Natürlich ist theoretisch für jede Umgebung die richtige Munition zu finden. Die Intention meiner Fragen ist, die Faktoren, die ich wirklich - neben meiner eigenen Person als größte Baustelle - beeinflussen bzw. bemerken kann.

    Eine relativ gleichbleibende Geschossqualität oder einen relativ gleichbleibende V0 kann ich beeinflussen. Auch den Druck in einer Kartusche kann ich in einem optimalen Rahmen halten.

    Welche Feststellungen unabhängig vom Schützen und den nicht anpassbaren Faktoren die Trefferlage negativ beeinflussen wollte ich hier beantwortet haben.

    Scheinbar gibt es aber niemanden hier, der seine Ergebnisse mit unterschiedlichem Kartuschendruck, Geschossabweichungen und V0-Abweichungen teilen kann.

  • Scheinbar gibt es aber niemanden hier, der seine Ergebnisse mit unterschiedlichem Kartuschendruck, Geschossabweichungen und V0-Abweichungen teilen kann.

    Weil die meisten einfach nur schießen wollen und keine wissenschaftliche Forschung Forschung betreiben möchten.

    Gruß Mike

    ohne Training kein Vorankommen ;)

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  • Welche Feststellungen unabhängig vom Schützen und den nicht anpassbaren Faktoren die Trefferlage negativ beeinflussen wollte ich hier beantwortet haben.

    Scheinbar gibt es aber niemanden hier, der seine Ergebnisse mit unterschiedlichem Kartuschendruck, Geschossabweichungen und V0-Abweichungen teilen kann.

    Der Kartuschendruck hat erstmal keinen Einfluss, solange der im Normalbereich liegt. Der zum Schuß benötigte Druck wird ja über einen Druckminderer aufgebaut. Die Kartusche ist bekanntlich nur der Vorratsbehälter.

    V-0 Abweichungen sind bei einem funktionierenden Gewehr/Pistole vernachlässigbar, aber nicht vermeidbar.

    Wenn du nicht den allerletzten Schrott verschießt, sondern ausgesuchte Munition dann ist der Punkt ebenfalls irrelevant. Lauf und Munition müssen zusammenpassen.

    Jede Waffe, jede Munition hat einen Streukreis. Technisch bedingt gibt es keine absolute Wiederholgenauigkeit.

    Also sind das bestenfalls theoretische Ansätze. Man darf auch nicht vergessen Einfüsse können sich gegenseitig verstärken oder aufheben.

    Die schlechtesten Schützen haben die besten Ausreden.:sobbing: ^^