Wie sind eure Erfahrungen beim Ausrollen der Munition ( Diabolos )

  • Darf ich (mal wieder, bin ja noch Noob) ganz doof fragen: Schließt ihr völlig aus, dass die hier teilweise doch ziemlich regelmäßigen und offenbar so starken Ausreißer, von vermutlich extrem stark beforschter und so aufwändig wie nur menschenmöglich hergestellter Munition (teils ist hier von einem pro 20 Schuss die Rede??) wirklich als einzige Fehlerquelle die Munition ist?
    Ich gehe ja mal davon aus, dass ihr bei diesen Erfahrungen die Waffe eingespannt habt, so dass menschliches Versagen auszuschließen ist.

    Aber gibt es nicht ggf. an der Waffe selber auch Schwachstellen, die alle paar Schuss mal minimalste Abweichungen verursachen können, die dann solche Ausreißer verursachen, wenn selbst mit Ausrollen oder mikroskopischer Joker-Vario Untersuchung an den Diabolos gar keine wesentlichen Beschädigungen/Fehler sichtbar waren?

    Hallo,

    Meine Erfahrung ist, wenn du am Zielen bist und eine gut 10 schießt und der nächste Schuss auch eine gute 10 ist und du dann beim nächsten Schuss eine Abweichung beim Zielen von 1-2 hundertstel hast, dann hast du Vorne am Ziel eine Abweichung von ca. 1mm. (wieviel Abweichung genau das ist weiß ich nicht)

    Deswegen Schieße ich mit viel Weiß. dann werden Fehler oft verziehen

    Gruß

    „Mein Ziel? Weniger Löcher in der Decke als letztes Mal!“ :)

  • ... und das bringt dann mehr Zehntel? Verstehe ich nicht! Egal aus welchen Gründen man beim Abzug einen Fehler macht, der Schuß geht nicht in die Mitte - Ende.

    Na manchmal hat man auch Glück, dann heben sich die Fehler (es passieren immer welche) gegenseitig auf.

  • Hallo Politistenduzer,

    der Umgang mit dem Kontrollweiß verlangt auch viel Erfahrung mit der Wahrnehmung der Situation. Zum einen die Lichtverhältnisse im Raum, dann auf der Scheibe, schieße ich auf die Pappe oder auf Elektronik. Hier kommt es wieder auf die Anlage mit der eingebauten Beleuchtung an. Je heller, je kleiner das Ringkorn/weniger Kontrollweiß. Da fängt die Gradwanderung der Präzision an. Bei zu viel Kontrollweiß entgleiten dir die Zehntel, ebenso bei zu geringem Kontrollweiß. Eine Gradwanderung. Das Ringko…………

    Mit Schützengruß

    Max319

  • und meine aktuellste Erfahrung

    setzt man wie ich zuletzt auf ein Vario Ringkorn, um das Kontrollweiß schnell anpassen zu können, neigt das Korn, selbst als Square, zum verschwimmen und eirig zu werden, auch geht vermutlich dur h den Aufbau Kontrast verloren;

    gute feste Ringkorne sind da deutlich kontrastreicher und ich habe mir daher zwei bzw bald drei Klemmschrauben mit etwas unterschiedlichen Ringkornen bestückt und kann dann zumindest so auf unterschiedliche Verhältnisse reagieren

    Feinwerkbau 800 W

    + Gehmann + Grüdl + Korn-Optik Adlerauge + MEC/Centra + MESHPRO + TEC-HRO +

  • Hallo Politistenduzer,

    der Umgang mit dem Kontrollweiß verlangt auch viel Erfahrung mit der Wahrnehmung der Situation. Zum einen die Lichtverhältnisse im Raum, dann auf der Scheibe, schieße ich auf die Pappe oder auf Elektronik. Hier kommt es wieder auf die Anlage mit der eingebauten Beleuchtung an. Je heller, je kleiner das Ringkorn/weniger Kontrollweiß. Da fängt die Gradwanderung der Präzision an. Bei zu viel Kontrollweiß entgleiten dir die Zehntel, ebenso bei zu geringem Kontrollweiß. Eine Gradwanderung. Das Ringko…………

    Mit Schützengruß

    Max319

    Kann ich absolut nicht bestätigen. Je heller desto besser sind meine Ergebnisse. Ich schiesse seit 3 Jahren ein 9,5 er Ringkorn bei Lg.

    Gruß Mike

    ohne Training kein Vorankommen ;)

    Erfolg muss man sich erarbeiten, Neid kommt von allein :)

    KK 500 E Auflage, LG500itec E Auflage :)

  • Hallo Politistenduzer,

    der Umgang mit dem Kontrollweiß verlangt auch viel Erfahrung mit der Wahrnehmung der Situation. Zum einen die Lichtverhältnisse im Raum, dann auf der Scheibe, schieße ich auf die Pappe oder auf Elektronik. Hier kommt es wieder auf die Anlage mit der eingebauten Beleuchtung an. Je heller, je kleiner das Ringkorn/weniger Kontrollweiß. Da fängt die Gradwanderung der Präzision an. Bei zu viel Kontrollweiß entgleiten dir die Zehntel, ebenso bei zu geringem Kontrollweiß. Eine Gradwanderung. Das Ringko…………

    Mit Schützengruß

    Max319

    Ja da gebe ich dir Recht. Bei uns gibt es Schützen die mit viel Weiß gar nicht klar kommen. Ich komme mit wenig weiß überhaupt nicht klar. Aber die wichtigste Voraussetzung sind gute Diabolos.

    Wenn ich auf Pappe schieße dann nehme ich das normale Eagle Eye. Wenn ich auf die Elektrische Anlage Schieße dann mit Eagle Eye UV420. Da wird das Blaue Licht weggefiltert.

    ... und das bringt dann mehr Zehntel? Verstehe ich nicht! Egal aus welchen Gründen man beim Abzug einen Fehler macht, der Schuß geht nicht in die Mitte - Ende.

    Meine Erfahrung sagt aber je weniger Weiß ich habe desto mehr wackelt es was man auch wahr nimmt. Vielleicht kommst du ja mit wenig weiß klar. Ich jedenfalls nicht. Deswegen schreibe ich es so so wie ich es selbst bei mir empfinde. Das stimmt wenn ich beim Abzug einen Fehler mache dann schieße ich sonst wohin.

    Gruß

    „Mein Ziel? Weniger Löcher in der Decke als letztes Mal!“ :)

  • jeder Mensch ist anders…. ;)

    der eine Schütze braucht viel, der andere wenig Kontrollweiß

    der eine setzt auf maximale Vergrößerung, der nächste kommt mit weniger besser klar

    in der Beschreibung des Duplex heißt es, man solle es möglichst so groß wählen, dass man den Lichthof zur Iris klein bekommt…..ich habe es genau anders und so klein, dass ich im Grunde eine Symmetrie zwischen Iris - Duplex - Korntunnel und dann mittels Ringkorn und Adlerauge diese Symmetrie bis zum Ziel hin gegeben ist


    gucken andere Schützen durch meine Visierung, fragen sie, wie ich damit schießen kann, gucke ich bei anderen durch, wird mir gefühlt schwindelig, insb. bei maximaler Vergrößerung und Im Grunde sind wir als Mannschaft alles auf gleich hohem Niveau 🤷🏻‍♂️


    komisch dieser Schießsport

    Feinwerkbau 800 W

    + Gehmann + Grüdl + Korn-Optik Adlerauge + MEC/Centra + MESHPRO + TEC-HRO +

  • Ich schieße schon seit über 50 Jahren, anfänglich natürlich Freihand, habe aber schon immer mit einem relativ großen Ringkorn geschossen. Seitdem ich nur noch Auflage schieße und auch mit Adlerauge (0.75), habe ich wieder ein sehr großes Ringkorn 10,2 bis 10,5, je nach Helligkeit des Standes.

    Ich habe allerdings bisher weder ein Centraspy oder ähnliches Zusatzzubehör eingesetzt. Bis vor kurzem kannte ich nichtmal den Begriff.

    Ich sehe aber, wie einige meiner Schützenbrüder ihre Gewehre immer weiter aufrüsten mit allem möglichen "Zeug". Da sind dann u.a. auch Farbfilter oder CentraSpy dabei. An den Leistungen hat das bei den meisten aber bisher nicht viel verändert.

    Ich habe für mich eine Mentalität entwickelt, die sagt: "Ich brauche den ganzen 'Schnickschnack' nicht, ich schieße auch so besser als ihr". Das kommt vielleicht arrogant rüber, stimmt aber meistens.

    Von daher staune ich immer wieder, über was hier im Forum alles diskutiert wird. Ich persönlich bin aber auch nicht bereit, einige Tausender auszugeben, um am Ende 2 oder 3 Ringe mehr zu schießen.

  • ...

    Von daher staune ich immer wieder, über was hier im Forum alles diskutiert wird. Ich persönlich bin aber auch nicht bereit, einige Tausender auszugeben, um am Ende 2 oder 3 Ringe mehr zu schießen.

    2 - 3 Ringe mehr, das kommt natürlich darauf an in welchem Leistungsbereich man sich bewegt. Bezogen auf das freihändige Schießen bei +/- 360 Ringe sind die 2-3 Ringe nicht viel, bei +/-395 sind das schon Welten.

  • 2 - 3 Ringe mehr, das kommt natürlich darauf an in welchem Leistungsbereich man sich bewegt. Bezogen auf das freihändige Schießen bei +/- 360 Ringe sind die 2-3 Ringe nicht viel, bei +/-395 sind das schon Welten.

    Da hast du wohl recht! Ich schieße ausschließlich Auflage.

    Meine Ergebnisse liegen idR. bei 313 bis 315, mit einem Highlight von 318,2, allerdings ein bisher einmaliges Ergebnis. Auch die 316+x waren schon einige Male dabei. Für mein derzeitiges Umfeld reicht das, alles mehr würde einen entsprechend hohen Aufwand an Training, Zeit und Finanzen bedeuten. Dazu bin ich derzeit nicht bereit.

  • Hallo,

    ...du dann beim nächsten Schuss eine Abweichung beim Zielen von 1-2 hundertstel hast, dann hast du Vorne am Ziel eine Abweichung von ca. 1mm. (wieviel Abweichung genau das ist weiß ich nicht)

    Nicht schlimm wenn man es nicht genau weiß. Das Übersetzungsverhältnis zwischen Zielfehler und Trefferlage beträgt beim LG-A ganz grob ca. 1:10 Ein Zielfehler von 0,1mm entspricht einer Abweichung von 1mm.

  • Redet ihr über Zielfehler oder Fehler beim Schützen/der Auflage/schwingender Boden/Wackelpeter/Wangenauflage/schlechter Schulterkontakt/Atmung...

    Ich denke mal, über alle Fehler, die sowohl beim Schützen, der Munition, oder auch dem Gewehr liegen.

    Manches kann man durch viel Training wegbekommen, andere Dinge eben nicht, oder nur mit hohem finanziellen und technischem Aufwand.

    Mängel am Schießstand war bisher noch keine Thema, kann aber auch ein Problem sein.

    Wir hatten bis vor kurzem ein derartiges Problem, daß die Auflagestangen an beweglichen Schießstandwagen befestigt waren, die nicht 100%ig wackelfrei waren. Sobald der 'Schießnachbar' sein Gewehr aufgelegt hat und dies nicht entsprechend vorsichtig, war ein leichtes 'Beben' an der eigenen Auflage zu spüren.

    Einmal editiert, zuletzt von jogo08 (16. Juni 2025 um 14:04)

  • O.K. nur mal so zum Verständnis:

    Ringabstand: 2,5mm

    0,25mm Abweichung im Ziel entspricht 1/10

    Angenommene, vereinfachte Visierlinienlänge: 100cm

    Auflagepunkt vereinfacht bei 75cm.

    Bewegt sich der Schütze um die oben angenommen 0,1mm beträgt die Abweichung an der Mündung 0,125mm. Auf 10 Meter sind das dann 1,25mm => 10,5

    So gesehen ist eine "nur" 315 eine sehr beachtliche Leistung.

  • Hat eigentlich schon jemand die Geschossbahn auf den letzten Metern filmen können?
    Bei der geringsten Unwucht im Diabolo sollte es doch zu einer spiralförmigen Flugbahn kommen.
    Gesetzt den Fall, alle Diabolos einer Charge sind gleich unwuchtig, ist es doch nur Zufall, wenn da ein akzeptables Schussbild raus kommt.

    trainieren, nicht heulen...
    FWB P85
    FWB P8x
    Tesro RS100
    CZ75 Sport II
    Walther GSP 500
    S&W 686-3
    Peters Stahl Multical .45

  • Olympia in Moskau war 1980, da werden die Forschungen zu dem Thema heute sicherlich noch aktuell sein. 8)

    Und die Herstellung von damals ist bestimmt die gleiche wie heute.

    Die Herstellung ist heute genauer, der Umgang der Schützen mit der Munition der gleiche. Munition austesten schön und gut, aber wie transportiert denn der Großteil seine Diabolos? In der Dose in der Equipment-Tasche. Viel Spaß beim hin und herkullern. Hier bekommt die Munition die Unwucht her. Deshalb hatte damals RWS seine R10 handverlesen in Styropor einsortiert verkauft, um Deformierungen beim Transport zu verhindern. So wie es die Chinesen heute machen.

    Worauf möchte ich hinaus? Man kann sich das Testen sparen, wenn man danach die Munition nicht entsprechend transportiert.

  • Ich transportiere meine getesteten Diabolos im Normalfall nur nach dem Kauf in den randvollen Dosen Nachhause, bzw. dann in unser Schützenhaus. Dort verbleiben sie im Spind, bis sie dann in eine Schüttelbox umverteilt werden.

    Zu Wettkämpfen fahre ich idR. nur mit der Schüttelbox im Gepäck. Zusätzlich nehme ich dabei als Reserve meist eine volle Dose Diabolos mit. Insofern sollte eine Deformierung von Diabolos durch den Transport nahezu ausgeschlossen sein.

    Ich sehe allerdings immer wieder mal Schützen, die eine halbvolle Dose schütteln, um festzustellen, ob noch 'genügend drin' ist. Darüber kann ich dann allerdings auch nur den Kopf schütteln.

  • Viel Spaß beim hin und herkullern.

    Worauf möchte ich hinaus? Man kann sich das Testen sparen, wenn man danach die Munition nicht entsprechend transportiert.

    Ich sehe allerdings immer wieder mal Schützen, die eine halbvolle Dose schütteln, um festzustellen, ob noch 'genügend drin' ist. Darüber kann ich dann allerdings auch nur den Kopf schütteln.

    So ist es. Meine vollste Zustimmung.

    Selbst das Umfüllen in eine Schüttelbox ist mir mittlerweile etwas suspekt. Dieses Rütteln und Schütteln bis sich das weiche Blei der Kopfkanten über den scharfkantigen Bohrungsrand einsortiert, kann Spuren hinterlassen. Mal mit dem Fingernagel über die Bohrungsränder fahren. (Ich hab meine Bohrungskanten entschärft). Zum schonenden Transport sowie zur schonenden und besseren Entnahme mögen Schüttelboxen durchaus ihre Vorteile bieten. Ein großer Nachteil, leider kann man nach dem Einrütteln nur die Kelche auf Beschädigung kontrollieren. Daher sortiere ich meine Wettkampfdiabolos erst nach dem Betrachten von Kopf und Kelch einzeln in die Mulden. Eine sehr gute Alternative wenn nicht sogar die beste und schonendste Transportmöglichkeit sind diese Boxen mit Styroporblister die ich momentan verwende.

    Die Betrachtung unter einem (mittlerweile preiswerten) Digitalmikroskop zeigt besonders bei schrägem Lichteinfall (schräge Objektplatte) kleinste Beschädigungen richtig gut.

    Einmal editiert, zuletzt von Greyhound (17. Juni 2025 um 15:01)