Neue LuPi LP500 und ein paar Fragen

  • Hallo zusammen,

    nach der damaligen Bundeswehrzeit und dem gelegentlichen Schießen auf der Kirmes, darf ich nun endlich auch als Mitglied in einem Schießsportverein die Pistole heben.
    Ja, es macht mir sehr viel Spaß und deshalb habe ich mir vor kurzem eine Walther LP500-E MM gegönnt. Ein wirklich fantastisches Gerät, wie ich finde.
    Ich bin fest entschlossen, den Sport nun aktiv weiter zu betreiben und mich stetig zu verbessern.
    Doch nun stehen ein paar Fragen speziell zur LuPi im Raum, für die ich bisher keine Antworten gefunden habe. Vielleicht könnt Ihr mir weiterhelfen.

    Als erstes bin ich etwas verwundert, warum Walther die Pistolen "neuerdings" mit zwei Alu-Kartuschen ausliefert. Als ich mich speziell für diese interessierte, wurde überall damit geworben (selbst auf der eigenen Webseite), das der LuPi eine Carbon-Kartusche beiliegt, die nach 10-jährigem Betrieb und erneuter Prüfung, weitere 10 Jahre halten soll. Also insgesamt 20 Jahre Haltbarkeit. Fand ich super. Doch als die Suche nach einem Händler losging, die Ernüchterung. Diese wäre nicht mehr lieferbar und stattdessen läge eine zweite Alu-Kartusche bei. In meinen Augen kein gleichwertiger Ersatz, denn beide Kartuschen haben eine Haltbarkeit von 10 Jahren. Die konkrete Frage nun, worin der Sinn besteht, dem Kunden zwei Kartuschen mit gleichem Ablaufdatum in die Hand zu drücken?

    Dann noch eine Frage zum Auslieferungszustand, speziell "Abzugsdruckpunkt" und "Visiereinstellung". Inwiefern sollte diese Werkseinstellung erst einmal unverändert bleiben und wann wäre der Punkt erreicht, die ersten Schräubchen zu verdrehen? Da die LP500 meine erste Pistole ist, fehlt mir natürlich jeglicher Referenzwert. Also wäre diese neue jetzt meine Referenz und ich sollte mich an diese (Grund-) Einstellung gewöhnen? Was meint Ihr dazu?

    Schon mal besten Dank für Eure Antworten.

    VG
    Thomas

    - Walther LP500-E MM
    - Dryfire-System von Accurize

  • Am Abzug solltest du erstmal nichts verändern. Da braucht man eh Gewicht und eine Waage dazu.

    Visierung kannst ruhig einstellen auf dich.

    Bist du in einem Verein?

  • Dann noch eine Frage zum Auslieferungszustand, speziell "Abzugsdruckpunkt" und "Visiereinstellung". Inwiefern sollte diese Werkseinstellung erst einmal unverändert bleiben und wann wäre der Punkt erreicht, die ersten Schräubchen zu verdrehen?

    Wenn du merkst, dass es für dich nicht "passt". Die sog. "Werkseinstellungen" stellen immer nur ein Kompromiss dar. Diese Einstellungen sollen sicherstellen, dass auch der ungeübte Anfänger damit "klarkommt" und das nach SpO. vorgeschriebene Abzugsgewicht von 500 g eingehalten wird. Wobei diese Einstellungen auch nicht immer exakt gleich sind.

    Da die LP500 meine erste Pistole ist, fehlt mir natürlich jeglicher Referenzwert. Also wäre diese neue jetzt meine Referenz und ich sollte mich an diese (Grund-) Einstellung gewöhnen?

    Im Normalfall solltest nicht du dich auf dein Sportgerät einstellen, sondern das Sportgerät wird auf dich eingestellt. Da gerade diese Parameter "Abzugsdruckpunkt" und "Visiereinstellung" sehr individuell wahrgenommen werden, kann man da schon etwas variieren.
    Der eine mag etwas mehr Vorweg, der andere etwas mehr Vorzug, dem einen ist ein schmalerer Kimmenausschnitt und eine schmalere Kimmenbreite angenehmer, der andere mag ein breiteres Korn. Wie gesagt, alles sehr individuell. Dein Vorteil ist, dass diese Pistole (ich habe so ziemlich die gleiche) alle diese Einstellmöglichkeiten von Haus aus mitbringt und sich sehr gut individuell anpassen lässt.
    Das Allerwichtigste ist jedoch der Griff - der muss möglichst 100% auf dich passen. Hier verweise ich immer gern auf den zwar schon ziemlich abgenutzten, dennoch nicht weniger zutreffenden Spruch: "der Lauf schießt, aber der Griff trifft". Allzeit "gut Schuss"!

    LP 500 Expert E
    Steyr Challenge E
    M150 -ST- mit ZF

    Der Unterschied zwischen: "geiler Wettkampf heute" :) oder: "ich reiß' hier gleich die Hütte ab" :angry: ist oft nur eine 9,9 !

  • Ich habe zwei LP aus dem Hause Carl Walther GmbH gekauft und habe mittels eier elektronischen Abzugswaage die Werkseinstellung der Abzüge überprüft. In beiden Fällen war die Einstellung in Ordnung: Vorzug etwas über 350 und Nachzug etwa knapp 200 Gramm. Ich hätte es selbst nicht anders eingestellt. Die Einstellung der Lage des Abzugszüngels sollte individuell erfolgen.

    Die Visierung (Kornbreite, Breite und Tiefe des Kimmeneinschnitts) sollte individuell angepaßt werden. Das hängt von der Länge des Armes und der Körperstellung im Anschlag ab. Wie das Zielbild aussehen sollte, dazu gibt es Unterlagen.

    Ich habe mir zu den LP's jeweis eine Ersatzkartusche dazugekauft. Der Grund war, daß ich häufig zu Wettkämpfen unterwegs gewesen bin und die Kartuschen nur im Verein auffüllen konnte. Später habe ich miir eine Preßluftflasche angeschafft, so daß eine zweite Kartusche eigentlich überflüssig wurde. Nach Ablauf der 10-jährigen Nutzungsdauer habe ich nur jeweis eine Kartusche ersetzt.

    Die führenden Hersteller (Feinwerkbau, Steyr) haben seit Langem die LP's mit zwei Kartuschen ausgeliefert. Walther hat seine Angebotpolitik in dieser Hinsicht mehrfach geändert. Bei der LP 500 ist eine zweite Kartusche eigentlich sinnvoll, da es sich um Kompaktkartuschen mit einem relativ geringen Volumen (Inhalt 140 Schuß gegen 180 Schuß bei der LP400) handelt.

  • Am Abzug solltest du erstmal nichts verändern. Da braucht man eh Gewicht und eine Waage dazu.

    Visierung kannst ruhig einstellen auf dich.

    Bist du in einem Verein?

    Ersteres werde ich ohne fachliche Hilfe nicht tun. Im Verein bringt man mir demnächst das 500g Gewicht zur Kontrolle mit.
    Das Visier habe ich selbstständig jetzt so verstellt, dass das Korn nun in der Höhe etwas besser zu sehen ist.

    Ja, bin ganz frisch in einem Verein.

    Wenn du merkst, dass es für dich nicht "passt". Die sog. "Werkseinstellungen" stellen immer nur ein Kompromiss dar. Diese Einstellungen sollen sicherstellen, dass auch der ungeübte Anfänger damit "klarkommt" und das nach SpO. vorgeschriebene Abzugsgewicht von 500 g eingehalten wird. Wobei diese Einstellungen auch nicht immer exakt gleich sind.

    Okay, diese Kompromisslösung wäre auch irgendwie logisch. Und die restlichen Visiereinstellungen liegen dann immer im Auge des "sprichwörtlichen" Betrachters/Schützen? Rein logisch betrachtet, wäre die Schusslinie "Auge - Kimme - Korn - Ziel" doch immer gleich, oder habe ich einen Denkfehler?

    Im Normalfall solltest nicht du dich auf dein Sportgerät einstellen, sondern das Sportgerät wird auf dich eingestellt. Da gerade diese Parameter "Abzugsdruckpunkt" und "Visiereinstellung" sehr individuell wahrgenommen werden, kann man da schon etwas variieren.

    Ich verstehe. Gut zu wissen, das es so und nicht anders herum ist.

    Das Allerwichtigste ist jedoch der Griff - der muss möglichst 100% auf dich passen. Hier verweise ich immer gern auf den zwar schon ziemlich abgenutzten, dennoch nicht weniger zutreffenden Spruch: "der Lauf schießt, aber der Griff trifft". Allzeit "gut Schuss"!

    Ich habe den 5D-Griff und komme bisher sehr gut damit zurecht. Die Handbreite musste ich nicht einstellen, wohl aber die Griffbreite.

    Die führenden Hersteller (Feinwerkbau, Steyr) haben seit Langem die LP's mit zwei Kartuschen ausgeliefert. Walther hat seine Angebotpolitik in dieser Hinsicht mehrfach geändert. Bei der LP 500 ist eine zweite Kartusche eigentlich sinnvoll, da es sich um Kompaktkartuschen mit einem relativ geringen Volumen (Inhalt 140 Schuß gegen 180 Schuß bei der LP400) handelt.

    Okay, jetzt ergibt die zweite Kartusche für mich auch einen Sinn. Klar, für Wettkämpfe natürlich sehr empfehlenswert, hier noch weiteren Ersatz im Koffer zu haben.

    Nachtrag: Hier ist eine gute Unterlage über die Technik des Luftpistolenschießens und insbesondere das optimale Zielbild.

    Herzlichen Dank dafür.

    VG
    Thomas

    - Walther LP500-E MM
    - Dryfire-System von Accurize

  • Mit dem Accurize kannst Du schön Trockentraining machen.

    Wenn ihr einen Trainer habe, dann wird der kommen mit Abzugstraining und NACHHALTEN.

    Ruhig dem trainer vertrauen und immer ans Nachhalten denken (nicht nachtragend sein).

    Linksschütze
    P8X
    GSP Atlanta
    FWB 800 Wood Basic
    Anschütz 8002
    Anschütz1903

  • Okay, diese Kompromisslösung wäre auch irgendwie logisch. Und die restlichen Visiereinstellungen liegen dann immer im Auge des "sprichwörtlichen" Betrachters/Schützen? Rein logisch betrachtet, wäre die Schusslinie "Auge - Kimme - Korn - Ziel" doch immer gleich, oder habe ich einen Denkfehler?

    Jeder schaut anders über die Visierung, und jeder hält etwas anders an.
    Und je nach Lichtverhältnissen an verschiedenen Ständen muss etwas nach justiert werden.

  • Dann noch eine Frage zum Auslieferungszustand, speziell "Abzugsdruckpunkt" und "Visiereinstellung". Inwiefern sollte diese Werkseinstellung erst einmal unverändert bleiben und wann wäre der Punkt erreicht, die ersten Schräubchen zu verdrehen? Da die LP500 meine erste Pistole ist, fehlt mir natürlich jeglicher Referenzwert. Also wäre diese neue jetzt meine Referenz und ich sollte mich an diese (Grund-) Einstellung gewöhnen? Was meint Ihr dazu?

    • Erst die Position des Abzugszüngels festlegen, dann die Abzugsgewichte einstellen. Oder andersherum: Nach jeder Veränderung der Züngelposition alles kontrollieren und ggf. neu einstellen.
    • Je besser die Halteruhe/Haltestabilität desto kleiner der Kimmenausschnitt bzw. die sich daraus ergebenden Lichthöfe
    • Je besser die Halteruhe/Haltestabilität desto länger der Abstand zwischen Kimme und Korn. Als Anfänger also die Kimme auf vorderste Position und das Korn auf die hinterste Position einstellen.
    • Das Gesamtauslösegewicht mit einem Sicherheitszuschlag von ca. 20g versehen. Orientierung an der Regel 1/3 zu 2/3 beim Verhältnis Druckpunktgewicht zu Vorzugsgewicht. Bei Anfängern Druckpunktgewicht auf 200g und Vorzugsgewicht auf 320g einstellen.
      Das Druckpunktgewicht ergibt sich rechnerisch aus Gesamtauslösegewicht - Vorzugsgewicht
    • Je besser die Halteruhe/Haltestabilität desto niedriger kann das Druckpunktgewicht eingestellt werden. Die Untergrenze ist individuell und wird auch von den feinmotorischen Steuerungs- und der taktilen Sinneswahrnehmungfähigkeit am Abzugsfinger beeinflusst. Bei Werten unter 120g müssen schon sehr gute Fähigkeiten vorhanden sein.
    • Das Gesamtauslösegewicht wird mit einem Standardprüfgewicht 500g und kleinen definierten Zusatzgewichten (10g/20g) gemessen
    • Das Vorzugsgewicht wird mit einer 500g-Federwaage gemessen. Alternativ geht auch eine 1000g-Federwaage oder eine elektronische Abzugswaage.

    Mit dem entsprechenden Equipment kann man sich auch als Anfänger an das Thema rantrauen. Vertrauen in die Werkeinstellungen habe ich keine. Das muss immer nachgeprüft und ggf. korrigiert werden.

  • Nunja, alles gut und recht. Ein Anfänger sollte sich erstmal um andere Dinge kümmern wie Abzugseinstellungen zu ändern.

    Die Werkseinstellung der LP500 ist schon gut und kann durch fehlende Erfahrung nur verschlimmbessert werden.

    Änderungen am Abzug (ausser Züngelpositionierung) sind für Anfänger nicht Ergebnisrelevant.

  • Okay, diese Kompromisslösung wäre auch irgendwie logisch. Und die restlichen Visiereinstellungen liegen dann immer im Auge des "sprichwörtlichen" Betrachters/Schützen? Rein logisch betrachtet, wäre die Schusslinie "Auge - Kimme - Korn - Ziel" doch immer gleich, oder habe ich einen Denkfehler?

    Nein, hast du nicht. Im Prinzip sind Auge und Ziel die "Fixpunkte" und Kimme/Korn variable Punkte, die in korrekten Einklang zu den Fixpunkten gebracht werden müssen. Daher ist ein passender Anschlag und die Griffeinstellung (hier besonders Neigung in Höhe und Seite) so wichtig.
    Soll heißen, wenn du die Pistole in den Anschlag (also zwischen Auge und Ziel) bringst, muss die Visierung bereits passen. Sobald du anfangen musst, die Pistole über das Handgelenk zu bewegen (links/rechts und/oder hoch/runter kippen), um ein perfektes Zielbild zu erhalten, stimmt die Grundeinstellung (Neigung des Griffs in Seite und Höhe) nicht.

    Ich habe den 5D-Griff und komme bisher sehr gut damit zurecht. Die Handbreite musste ich nicht einstellen, wohl aber die Griffbreite.

    Das sind "nur" zwei Parameter. Da gibt es noch ein paar mehr. Außerdem ist, wie schon Greyhound schrieb, die korrekte Position des Abzugszüngels genauso wichtig. Und ja, auch da stimme ich voll zu, die "Werkseinstellungen" sind prinzipiell und gerade für Anfänger gut zu gebrauchen. Für sinnvolle und wirkliche Optimierungen bedarf es schon etwas Erfahrung und einiges an Hintergrundwissen. Das kann sonst ziemlich "nach hinten losgehen". Da sorgt eine vermeintliche Verbesserung schon mal für einen plötzlichen Leistungsabfall, obwohl sie eigentlich das Gegenteil bewirken sollte.

    LP 500 Expert E
    Steyr Challenge E
    M150 -ST- mit ZF

    Der Unterschied zwischen: "geiler Wettkampf heute" :) oder: "ich reiß' hier gleich die Hütte ab" :angry: ist oft nur eine 9,9 !

  • Nunja, alles gut und recht. Ein Anfänger sollte sich erstmal um andere Dinge kümmern wie Abzugseinstellungen zu ändern.

    Die Werkseinstellung der LP500 ist schon gut und kann durch fehlende Erfahrung nur verschlimmbessert werden.

    Änderungen am Abzug (ausser Züngelpositionierung) sind für Anfänger nicht Ergebnisrelevant.

    Nach meiner Erfahrung kann man sich auf keine Werkseinstellungen verlassen. Daher sollten insbesondere Anfänger vor dem Einstieg in das eigentliche Training die Waffeneinstellungen anfängergerecht einstellen. Natürlich wäre es besser, wenn das jemand mit mehr Erfahrung macht. Ist jetzt aber auch keine Raketenwissenschaft.
    Wenn der Abzug oder die Visierung falsch oder nicht optimal eingestellt sind, dann handelt man sich (nicht nur als Anfänger) ohne Not erhebliche Schwierigkeiten ein. Dann fängt man sein Training gleich mit Problem an.

  • Moin Thomas,


    Schön das du dich zu der Lp 500 Entschieden hast, die hatte ich zum Anfang auch. Freunde dich erst einmal an die Lupi an und

    Verstelle nichts von denn du auch keine Ahnung hast, das kommt alles auch mit der Zeit.

    Das Korn kannst du dir anpassen, wie du es dementsprechend brauchst und das Abzugszüngel vom Platz her ( Verschieben )

    Nachdem du dich nach ner Zeit den dran gewöhnt hast, würde ich mal schauen ob du mit einer Kurzen oder Langen Visierlänge klar kommst und dieses denn Einstellen.

    Was du natürlich auch zu Hause machen kannst sind Trockenübungen die gut sind, wenn du dafür Trainingsscheiben haben möchtest, schreibe mir ne PN denn schicke ich dir da einiges zu.


    Aber zum Thema Abzugsdruckpunkt solltest du dich im Trockenmodus erst einmal dran gewöhnen, gleich dran was Verstellen ist serh kontraproduktiv wenn man da noch nicht genügend Erfahrungen hat, da hat Lanfear Recht wie er es schrieb.


    Lg Sven

    Gruß Sven

    ohne Training kein Vorankommen :combative:

    Erfolg muss man sich erarbeiten, Neid kommt von allein 8o

    Feinwerkbau 900 Alu Auflage Individual :combative:

    Walther LP 500 Blue Angel :combative: