Griffanpassung: Material, Vorgehen

  • Ein Griff aus dem 3D-Drucker ist ein gute Alternative.

    Sehe ich nach meinen bisherigen Erfahrungen auch so.

    Der originale Griff muß u.U. gar nicht verunstaltet werden, denn das Modell für den 3D-Drucker kann mittels einer Silikon-Griffpaste geformt werden, die sich leicht vom Griff wieder ablösen läßt.

    Kann ich bestätigen. Für den 3D-Scan ist das Material, aus dem der zu kopierende Griff besteht, unerheblich.

    Dieses Verfahren eignet sich besonders für Griffschalen von Sportpistolen. Der 3D-Drucker kann neben der äußeren auch die innere Form der Griffschalen sehr gut kopieren. Bei LP- und einteiligen SP-Griffen müßte der betreffende Griff dazu in der Mitte durchgesägt werden.

    Das Verfahren geht auch für einteilige Griffe von Sportpistolen und Luftpistolen sehr gut. Der Griff muss nicht in der Mitte durchgesägt werden. Sogar bei Handschuhgriffen für Freie Pistolen lässt sich das machen. Hinterschneidungen oder sehr enge Waffenaufnahmen können den Scan-Vorgang erschweren. Das lässt sich aber in den meisten Fällen lösen. Wenn ein Scan von Engstellen nicht möglich ist, kann man die Waffe scannen und für die Nachkonstruktion der Aufnahme verwenden.

  • Hier ist ein Bespiel eines SP-Griffes, der für Schützen mit einer großen Hand und relativ langen Fingern geeignet ist. Die abgebildete FN 150 verfügt über einen Magazinschacht im Griffrahmen. Der Griff umfaßt den Griffrahmen vollständig. So kann der Griff nach vorne in Laufrichtung verlängert werden. Solche SP-Griffe wurden seinerzeit von Wilhelm Hofmann, Karl Nill und Franz König hergestellt. Diese Griffgestaltung wäre auch für die Hämmerli 208 und die Feinwerkbau AW 93 geeignet. Diese SP ermöglichen im Rahmen der Sportordnung eine Handkantenauflage, die bis zum Handgelenk reicht. Der Eine oder Andere würde diese SP als "Old School" bezeichnen. Ansonsten blieben nur die Walther SSP und die Chiappa FAS 6007 als Alternativen, die eine derart freie Griffgestaltung für Schützen mit großen Händen und relativ langen Fingern ermöglichen.

  • Die abgebildete FN 150 ...

    Hallo Hans48,
    ich würde gerne einen einen Griff für die FN150 kontruieren wollen. Ich habe einen Scan von dem nachstehenden Griff. Mal schauen, was ich da hinbekomme.

    Was mir etwas sorgen macht, ist die Schraube zur Griffschalenbefestigung. Die Originalschraube wird dann wohl zu lang sein, weil ich links doch einiges wegnehmen muss, damit die Waffe noch in die Prüfkasten passt.

    Weißt Du oder auch gerne jemand anderes, welche Schraubengröße da verbaut ist?

    Hier die Bilder vom Rohscan des bisherigen Griffs:

  • Hallo Lanfear,

    die Schraube, mit der die beiden Griffschalen der oben abgebildeten FN 150 verbunden werden, hat die Länge von 3,2 cm. Ich habe auch einen Griff von Nill für die FN 150. Hier werden die Griffschalen von zwei Schrauben gehalten. Diese Schrauben haben auch eine Länge von 3,2 cm.

    Für die Griffschalen der abgebildeten FN 150 habe ich einen Rohling verwendet, der aus der Werkstatt von Wilhelm Hofmann stammte. Der Griff ist so geformt, daß die Daumenauflage und die Handbalenauflage im Vergleich zu dem Griff von Nill breiter ausfallen. Der Griff von Hofmann ist in Bezug auf die Senkrechte des Griffrahmens in Laufrichtung betrachtet stärker geneigt als der Griff von Nill. Die Pistole paßt trotzdem in den Meßkasten. Dabei muß sie etwas in Relation zur Laufrichtung gedreht werden. Der Griff hat die Breite von knapp 5 cm. Die linke Griffschale hat unten die Breite von nur 1,5 cm, die rechte dagegen von 3,5 cm. An dem oberen Ende verhält es sich umgekehrt.

    Zur Veranschaulichung füge ich ein Bild der FN 150 von der linken Seite bei.

  • Hallo Lanfear,

    die Schraube, mit der die beiden Griffschalen der oben abgebildeten FN 150 verbunden werden, hat die Länge von 3,2 cm. Ich habe auch einen Griff von Nill für die FN 150. Hier werden die Griffschalen von zwei Schrauben gehalten. Diese Schrauben haben auch eine Länge von 3,2 cm.

    Weißt Du zufällig was die Schraube für ein Gewinde hat? Wird wohl nicht metrisches sein. oder?

  • Die Schrauben zu den Griffen sind vermutlich Standardschrauben mit metrischem Gewinde. Deren Durchmesser ist - nachgemessen - 2 mm. Solche Schrauben verwendet die Karl Nill GmbH auch bei ihren derzeit hergestellten Pistolen- und Revolvergriffen. Ich hatte auch einen Formgriff für die FN 150 von Franz König und einen von Thomas Rink. Die Schrauben, welche die Griffschalen zusammenhalten, sind vermutlich gleich.

  • Die Flachkopfschraube M3*30 mit der Nr. 53 in der Ersatzteilliste für die Walther CSP Expert müßte auch passen. Sie dient der Befestigung der beiden Griffschalenhälften im Griffrahmen dieser Sportpistole. Die Gewindelänge von 30 mm stimmt mit derjenigen der oben abgebildeten FN 150 überein. Die Gesamtlänge beträgt 32 mm.